Keine Gewalt

Definition und Gewaltformen

Frauen erfahren unterschiedlichste Formen der Gewalt, nur weil sie Frauen sind. Gewalt gegen Frauen wird daher international definiert als jede gegen Frauen auf Grund ihrer Geschlechtszugehörigkeit gerichtete Gewalthandlung, durch die Frauen körperlicher, sexueller und/oder psychischer Schaden zugefügt wird oder zugefügt werden kann. Dazu gehört auch die Androhung derartiger Handlungen, der Nötigung und der willkürlichen Freiheitsberaubung in der Öffentlichkeit oder im privaten Bereich. Dazu gehören häusliche Gewalt d.h. körperliche, psychische und ökonomische Gewalt in einer Partnerschaft, Ehe oder Familie; sexualisierte Gewalt, Zwangsverheiratung, Menschenhandel, Zwangsprostitution, sexuelle Übergriffe am Arbeitsplatz, Genitalverstümmelung oder sexueller Missbrauch von Kindern und Jugendlichen. Schätzungen zufolge haben 20-25% aller Frauen weltweit zumindest einmal in ihrem Leben körperliche Gewalt erlitten.

Nationale und internationale Aktivitäten

Die Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen nimmt mittlerweile weltweit einen breiten Raum ein. Sie wird als Menschenrechtsverletzung anerkannt und ist wichtiger Bestandteil bei der Entwicklung von Strategien zur Gleichstellung von Männern und Frauen. Auf europäischer Ebene hat der Council of Europe im Januar 2011 ein „Übereinkommen zur Verhütung und Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen und häuslicher Gewalt“ vorgelegt, das bereits von 12 Mitgliedsstaaten unterschrieben worden ist. Alle vier Jahre erstellt die Bundesregierung unter Federführung des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) gemäß des UN-Abkommens zur Beseitigung jeder Form der Diskriminierung der Frauen aus dem Jahr 1981 einen Staatenbericht, den sogenannten CEDAW-Bericht (Convention on the Elimination of All Forms of Discrimination against Women). Der letzte Bericht, der auch zum Thema Gewalt gegen Frauen Stellung nimmt und über die aktuellen Entwicklungen berichtet, wurde im Jahr 2009 erstellt und den Vereinten Nationen vorgelegt.

Vom BMFSFJ wurde im Jahr 1999 erstmalig für die Bundesrepublik ein umfassendes Gesamtkonzept zur Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen vorgelegt und im Jahr 2007 mit dem Aktionsplan II abgerundet. Der Aktionsplan II sieht ergänzende Maßnahmen zum Beispiel für einen stärkeren Schutz von Migrantinnen und behinderten Frauen vor, die von Gewalt betroffen sind.

Weiterentwicklung des Berliner Hilfesystems

Schwerpunkt der Arbeit im Anti-Gewaltbereich für die Jahre 2015 und 2016 ist die Weiterentwicklung des Berliner Hilfesystems, um Angebotslücken zu schließen, den Schutz betroffener Frauen und Kinder vor Gewalt weiter zu verbessern und gleichzeitig zu einer Entlastung der stark in Anspruch genommenen Frauenunterstützungseinrichtungen beizutragen. Dazu wurde von uns im Jahr 2014 eine Studie zur Weiterentwicklung des Berliner Unterstützungssystems bei häuslicher Gewalt an das Sozialwissenschaftliche Forschungsinstitut Freiburg (SOFFI F) vergeben. Ausgangspunkt bei der Vergabe der Studie war der Leitgedanke, jeder betroffenen Frau und ihren Kindern in Berlin eine auf ihre spezielle Situation zugeschnittene Unterstützung anbieten zu können

Endbericht Studie Weiterentwicklung haeusliche Gewalt (Oktober 2015)

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