Gender Datenreport Berlin

Grafik zum Gender Datenreport 2016
Bild: SenGPG

Mit dem Berliner Gender Datenreport werden jährlich aktuelle Grundlagendaten zur Situation von Frauen und Männern in Berlin zur Verfügung gestellt. Thematisch folgt der Report den Schwerpunkten der Gleichstellungspolitik des Senats in den Bereichen Bildung, Erwerbstätigkeit und soziodemografische Entwicklung.

Geschlechterdifferenzierte Daten

Die Gleichstellungspolitik stand lange Zeit vor dem Problem, dass geschlechterdifferenzierte Daten mit erheblichem Aufwand und deshalb nur in größeren Abständen zusammengestellt werden konnten. Mit dem Datenreport ist ein neuer Weg zur regelmäßigen Bereitstellung aktueller Daten beschritten worden. Er wurde in Kooperation von dem für Frauen- und Gleichstellungspolitik zuständigen Ressort und dem Amt für Statistik Berlin-Brandenburg erstmals für das Jahr 2009 erstellt und basiert größtenteils auf Standardauswertungen des Amtes. Der Gender Datenreport ist ein Angebot an alle, die sich für Gleichstellung der Geschlechter engagieren in Politik, Verwaltung, Medien und Wissenschaft und steht auch einer interessierten breiten Öffentlichkeit im Internet kostenlos zur Verfügung.

Ergebnisse im Überblick (2016)

  • Demografie: Ehe und Familie sind nach wie vor bedeutende Formen des Zusammenlebens. Neben die traditionelle Ehe mit Kindern sind aber in vergleichbar großer Zahl unverheiratete bzw. alleinerziehende Eltern getreten.
  • Bildung: Junge Frauen sind heute in Schulen und Hochschulen bereits erfolgreicher als ihre männlichen Mitschüler und Studenten. Bei Berufs- und Studienfachwahl bleiben vielfach noch alte Rollenvorstellungen lebendig.
  • Erwerbsleben: Die Erwerbsorientierung von Frauen, auch mit Kindern, ist hoch. Die Arbeitsverhältnisse sind aber häufiger als bei Männern durch Teilzeit, geringere Aufstiegschancen und prekäre Beschäftigung geprägt.
  • Einkommen: Frauen sind zunehmend ökonomisch selbständig, allerdings im Durchschnitt mit deutlich geringerem Einkommen als Männer. Erwerbsunterbrechung zur Betreuung von Kindern, Teilzeitarbeit, die „gläserne Decke“ sowie höhere Einkommen in Männerbranchen sind die Ursache.
  • Gesundheit: Frauen haben eine höhere Lebenserwartung als Männer. Unterschiede in den Lebensumständen, dem persönlichen Lebensstil sowie im Gesundheitsverhalten spielen eine wichtige Rolle.
  • Politische Partizipation: In der Politik sind Frauen von der Gleichstellung noch weit entfernt. Sie gewinnen aber zunehmend Einfluss in Parlamenten, Ministerien sowie in Spitzenpositionen von Politik und Parteien.

Ergänzend zum Gender Datenreport ist 2015 im Auftrag der ehemaligen Senatsverwaltung für Arbeit, Integration und Frauen (heute: Senatsverwaltung für Gesundheit, Pflege und Gleichstellung) vom Amt für Statistik Berlin-Brandenburg eine Sonderauswertung mit dem Titel „Lebensformen in Berlin und Deutschland im Wandel“ erstellt worden. Link zur Sonderauswertung

Link-Tipps/ Literaturtipps/ Materialtipps

  • Gender Datenreport 2016 Senatsverwaltung für Gesundheit, Pflege und Gleichstellung Berlin / Amt für Statistik Berlin-Brandenburg (Hg.), Berlin 2017