Gesundheit

Ein Höchstmaß an Gesundheit ist stets Ergebnis von persönlichem Bemühen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen – wie dem Niveau der Gesundheitsversorgung, der Bekämpfung von Armut und Diskriminierung und der Förderung des sozialen Zusammenhalts.

Den Fokus auf Frauengesundheit richten – warum?

Die Notwendigkeit, sich mit Gesundheit und Krankheit geschlechterdifferenziert auseinander zu setzen, ergibt sich aus einer Vielzahl von Gründen. So unterscheiden sich Frauen und Männer in ihren Lebensentwürfen, ihrem Gesundheitsbewusstsein, ihren Krankheitsverläufen. Gesundheit und Krankheit sind keine isoliert zu betrachtende Größen. Sie stehen in unmittelbarem Zusammenhang mit der sozialen Lage, den Lebensumständen, der persönlichen Zufriedenheit. Umso notwendiger ist es, geschlechtersensibel die Gesundheitssituation von Frauen und Männern im Einzelnen zu betrachten. Erst in den vergangenen 10-15 Jahren ist ein Bewusstsein für die Dringlichkeit von geschlechtsspezifischen Datenerhebungen, Forschungen und Präventions- und Versorgungsstrukturen entstanden. Bis dahin galt der Mann als Maßstab. Maßgeblich beigetragen zu diesem – noch ganz am Anfang stehenden – Neuorientierungsprozess hat die seit mehr als 40 Jahren aktive Frauengesundheitsbewegung in Deutschland, die beharrlich eine umfassende geschlechtsbezogene Sicht auf die gesundheitlichen Belange eingefordert und in Frauengesundheitszentren praktiziert hat.
Vor diesem Hintergrund setzt sich die für Frauen zuständige Senatsverwaltung für eine geschlechtergerechte und geschlechtersensible Gesundheitsversorgung ein.

Zahlen und Fakten – Frauengesundheit in Berlin

Die durchschnittliche Lebenserwartung beträgt für Berliner Frauen aktuell 82,2 und für Männer 77,2 Jahre.

Unter den vermeidbaren Sterbeursachen ist Lungenkrebs die häufigste bei beiden Geschlechtern. Alkoholsucht als Ursache für Erkrankungen und Sterbefälle im erwerbsfähigen Alter liegt bei Frauen um beinahe 70 %, bei Männern sogar um 84 % über dem Bundesdurchschnitt (Basisbericht Gesundheit Berlin 2009).

Brustkrebs bei Frauen und Herzinfarkt bei Frauen und Männern sind weitere häufige Todesursachen. Jeder fünfte in 2008 Verstorbene – insgesamt 6.356 Menschen, darunter 4.171 Männer und 2.185 Frauen – erreichte nicht das Rentenalter.

Psychische Erkrankungen, insbesondere Depressionen, führen immer häufiger zur Arbeitsunfähigkeit bzw. zu Frühberentungen. Gut 36.000 Berliner und Berlinerinnen mussten sich deshalb behandeln lassen. 1.800 Berlinerinnen und 1.400 Berliner wurden früh berentet.

Bei den Krankheiten besteht ein deutlicher Zusammenhang zwischen sozialer Lage und Krankheitshäufigkeit – für beide Geschlechter.

Frauengesundheitspolitische Schwerpunkte in Berlin

Der Bedarf an Gesundheitsförderung und -versorgung in Berlin hängt maßgeblich vom Alter bzw. der Lebensphase, der sozialen Situation und der ethnisch-religiösen Prägung der Frauen ab. So ist eine alleinerziehende Mutter anderen Belastungen mit Folgen für ihre Gesundheit ausgesetzt als z.B. eine Migrantin mit Sprachschwierigkeiten und einer engen Einbindung in ihr familiäres Umfeld oder eine von häuslicher oder sexueller Gewalt betroffene Frau, die unter den gesundheitlichen Folgen der Gewalt leidet. Weitere Handlungsbedarfe ergeben sich aus dem frauenspezifischen Feld der reproduktiven und sexuellen Gesundheit und aus einem Aufklärungsbedarf über spezifische Symptome und Krankheitsverläufe bei Frauen.

In Kooperation mit der für Gesundheit zuständigen Verwaltung und dem Netzwerk Frauengesundheit wird an zielgruppengerechten Angeboten für Frauen im Gesundheitsbereich sowie an einer verbesserten Information darüber gearbeitet.