FAQ Handwerkerleistungen in privaten Haushalten

Die steuerliche Absetzbarkeit von Handwerkerleistungen wurde ab dem 01.01.2006 neu geregelt. Begünstigt sind nunmehr alle handwerklichen Renovierungs-, Erhaltungs- und Modernisierungsarbeiten am Haus, in der Wohnung und auf dem Grundstück, die vom Mieter oder Eigentümer in Auftrag gegeben werden. Hierunter fallen z. B. Tapezier-, Maler-, Fliesenleger-, Sanitär-, Elektriker-, Maurer-, Trockenbau-, Garten- und Wegebauarbeiten. Die erweiterte Förderung wird für Leistungen und die darauf entfallenden Zahlungen gewährt, die nach dem 31.12.2005 erbracht worden sind.

Vor diesem Zeitpunkt konnten lediglich „einfache Schönheitsreparaturen“ an Haus und Wohnung berücksichtigt werden. Voraussetzung ist jedoch, dass die Aufwendungen nicht als Betriebsausgaben, Werbungskosten, Sonderausgaben oder außergewöhnliche Belastungen absetzbar sind sowie keine Aufwendungen für geringfügig Beschäftigte im Sinne des § 35a Absatz 1 Einkommensteuergesetz darstellen.

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Grundsätzlich ist die Steuerermäßigung im Rahmen der Einkommensteuererklärung zu beantragen, kann aber auch bereits im Lohnsteuerabzugsverfahren berücksichtigt werden, wenn das Finanzamt (bei Vorliegen einer Rechnung im laufenden Kalenderjahr) einen Steuerfreibetrag auf der Lohnsteuerkarte einträgt.

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Nein. Die steuerliche Förderung umfasst allein die Arbeitskosten. Materialkosten sind ausgeschlossen. Die Arbeitskosten sind deshalb stets separat auf der Rechnung auszuweisen.

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Nein, steuerlich absetzbar sind nur solche handwerkliche Leistungen, für die eine Firma in Anspruch genommen wird. Materialkosten sind grundsätzlich nicht zum Abzug zugelassen.

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Eine Barzahlung der Handwerkerleistung wird vom Finanzamt nicht anerkannt. Die steuerliche Absetzbarkeit kommt nur in Betracht, bei

  • Erhalt einer Rechnung (getrennter Ausweis von Arbeitslohn und Mehrwertsteuer) und
  • Zahlung auf das Konto des Leistungserbringers.

Grundsätzlich müssen die entsprechenden Nachweise (Rechnung und Beleg des Kreditinstituts, z.B. abgestempelte Überweisung oder Kontoauszug) lediglich vorhanden sein. Eine Vorlage beim Finanzamt ist nur auf gesondertes Verlangen erforderlich.

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Die maximale Steuerermäßigung beträgt 20 v. H. der Arbeitskosten, höchstens jedoch 1.200 EUR.

Beispiel:

Ein Tischler tauscht die Fensterbänke in der Wohnung aus. Die Rechnung beläuft sich auf 3.000 EUR zuzüglich 19 Prozent Mehrwertsteuer (570 EUR). Darin enthalten sind Arbeitskosten in Höhe von 1.000 EUR. Die Steuerermäßigung errechnet sich wie folgt:

1.000 EUR zzl. anteilige Mehrwertsteuer (190 EUR) = 1.190 EUR.

1.190 EUR x 20 v. H. Förderung = 238 EUR Steuerermäßigung.

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Die privaten Umzugskosten gehören zu den haushaltsnahen Dienstleistungen, für die eine Steuerermäßigung von bis zu 4.000 EUR gewährt werden kann. Beruflich veranlasste Umzugskosten sind Werbungskosten und können nur als solche berücksichtigt werden.

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Ja, begünstigt sind auch Aufwendungen, die in einem in der Europäischen Union oder dem Europäischen Wirtschaftsraum liegenden Haushalt des Steuerpflichtigen entstanden sind.

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Die Inanspruchnahme von Leistungen einer Reinigungsfirma/Gärtners zählen zu den haushaltsnahen Dienstleistungen, die neben den Handwerkerleistungen zusätzlich gefördert werden. Für die haushaltsnahen Dienstleistungen wird eine Förderung bis zu 4.000 EUR, für Handwerkerleistungen bis zu 1.200 EUR gewährt. Die maximal zu gewährende Steuerermäßigung beläuft sich in diesem Fall somit auf 5.200 EUR.

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