Personalmanagement

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Das Land ist einer der größten Arbeitgeber in Berlin. Derzeit arbeiten allein im unmittelbaren Landesdienst in Hauptverwaltung und Bezirken etwa 114.800 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, dies entspricht rd. 108.000 Vollzeitäquivalenten (VZÄ).

Rückblickend hat das Land Berlin seit 1992 im Rahmen der erforderlichen Haushaltskonsolidierung einen umfangreichen Stellen- und Personalabbau vollzogen, in dessen Folge rd. 10.000 Beschäftigte dem Personalüberhang zugeordnet wurden. Zwischen 2004 und 2013 wurden diese Beschäftigten von einer eigens zu diesem Zweck eingerichteten, der Senatsverwaltung für Finanzen nachgeordneten Behörde, dem Zentralen Personalüberhangmanagement betreut. Die erfolgreiche Arbeit dieser inzwischen aufgelösten Behörde belegen die Vermittlungsergebnisse.

Der vom Senat im Jahr 2011 beschlossene Personalbestand für die Berliner Verwaltung von 100.000 Vollzeitäquivalenten (VZÄ) als Basiszahl beruhte auf einem einwohnerbezogenen Ausstattungsvergleich mit den anderen Stadtstaaten unter Berücksichtigung der hauptstadtbedingten Mehrbedarfe.

Die Festlegung auf das Ziel von 100.000 VZÄ erfolgte auf der Basis der damaligen Gegebenheiten, insbesondere der seinerzeitigen Einwohnerzahl und der dazu gehörenden Fallzahlen in verschiedenen Bereichen.

Seitdem hat sich die Stadt rasant weiterentwickelt. Insbesondere das Wachstum der Metropole Berlin hat zu neuen Aufgaben und in vielen Bereichen zu einem objektiv steigenden Aufgaben- und Fallzahlenvolumen geführt.

Um die Leistungsfähigkeit des öffentlichen Dienstes zu erhalten, haben Senat und Abgeordnetenhaus daher für 2016/2017 allein in den Senatsverwaltungen insgesamt rd. 4.100 Stellen für Personalmehrbedarfe anerkannt. Besonders berücksichtigt sind dabei die Bereiche des Flüchtlingsmanagements, Bildung, Sicherheit und Justiz. In den Bezirken wurde seit 2013 ein Personalmehrbedarf von rd. 1.300 VZÄ anerkannt. Die ursprünglich angestrebte Zielzahl wurde in Bewertung der neuen Sachlage aufgegeben. Es wird davon ausgegangen, dass der Personalbestand zum Ende des Jahres 2018 ungefähr eine Größenordnung von rd. 109.000 VZÄ haben wird, bei einer voraussichtlichen Zahl von rd. 3,6 Mio. Einwohnern.

Damit beim Wechsel von alten zu neuen Beschäftigten der Wissenstransfer in der Verwaltung sichergestellt werden kann, wurden von der Senatsverwaltung für Finanzen im Doppelhaushalt 2014/15 erstmalig finanzielle Mittel in Höhe von 10 Mio. Euro zur Verfügung gestellt. Daraus können temporäre Stellendoppelbesetzungen, aber auch die Begleitung von Wissenstransferprozessen oder der Einsatz von ehemaligen Dienstkräften als „Seniorexperten“ finanziert werden. Auch mit dem Haushaltsplan 2016/2017 wurden erneut Mittel für den Wissenstransfer zur Verfügung gestellt. In den einzelnen Behörden wurden Wissensmanager/innen eingestellt, die den komplexen Prozess steuern und begleiten und damit den Wissenserhalt sichern. Hierbei werden sie von der Senatsverwaltung für Finanzen unterstützt.

Zusammengefasst lässt sich sagen: Die Zeit des flächendeckenden Personalabbaus in der Berliner Verwaltung ist zu Ende. Der zukunftsorientierte Personalumbau der Verwaltung bleibt auf der Tagesordnung.

Ausbildung stärken

Bildvergrößerung: Tarifliche Auszubildende
Tarifliche Auszubildende im Oktober 2015 nach Fachrichtungen Bild: Senfin

Schon heute nimmt das Land Berlin nicht nur die demografische Herausforderung sondern auch seine gesellschaftliche Verantwortung an und bildet teilweise sogar über seinen eigenen Personalbedarf hinaus aus. Dabei werden Ausbildungsplätze in den unterschiedlichsten Berufen angeboten. Neben den Ausbildungszweigen, die klassischerweise mit dem öffentlichen Dienst verbunden werden – Polizei, Feuerwehr, Justiz, Steuer und tarifliche Ausbildung für Verwaltungsfachberufe – wird, insbesondere in den Bezirksämtern von Berlin, auch für den Bereich der öffentlichen Bibliotheken, im Bereich medizinischer Fachangestellte/r sowie in technischen oder handwerklichen Berufen ausgebildet.

Bildvergrößerung: BeamtenanwärterInnen
Beamtenanwärter/-innen im Oktober 2015 nach Fachrichtungen Bild: Senfin

Insgesamt befanden sich im Oktober 2015 rund 9.100 Frauen und Männer in einer Ausbildung beim Land Berlin. Der Anteil von Frauen an den Auszubildenden des Landes liegt bei 47,8 Prozent.

Auch die in Hauptverwaltung und Bezirken eingesetzten Ausbildungsmittel sind von 2009 bis 2015 von 92,8 Millionen Euro auf rd. 120 Millionen Euro gestiegen. Das ist ein Zuwachs um 29 Prozent in sechs Jahren.

Bildvergrößerung: Übernahme Nachwuchskräfte
Übernahme von Nachwuchskräften (ohne Lehrer) im Jahr 2015 Bild: Senfin

Die Auszubildenden des unmittelbaren Landesdienstes in Berlin haben nach ihrer Abschlussprüfung eine gute Perspektive unbefristet oder befristet übernommen zu werden. Im Jahr 2015 wurden insgesamt 212 tarifliche Auszubildende in verschiedenen Berufen zunächst befristet sowie 444 (davon 264 nach vorherigem Fristvertrag) weitere unbefristet in ein Beschäftigungsverhältnis übernommen. Seit dem Jahr 2015 ermöglicht der Senat für Ausbildungsabsolventinnen und Ausbildungsabsolventen bis zur Abschlussnote 3,49 und persönlicher Eignung in verstärktem Maße eine sofortige unbefristete Übernahme.

Darüber hinaus wurden 853 Beamtenanwärterinnen und Beamtenanwärter verschiedener Fachrichtungen nach Bestehen der Laufbahnprüfung übernommen; zudem wurden 163 Nachwuchskräfte mit entsprechendem Hochschulstudium im Bereich des nichttechnischen Verwaltungsdienstes als Beamte auf Probe oder Trainees eingestellt. Insgesamt haben somit im Jahr 2015 fast 1.700 Personen nach ihrer Ausbildung eine dauerhafte Perspektive beim Land Berlin erhalten.

Neue Spielräume durch gute Personalplanung

Die Berliner Bezirke haben bereits bewiesen, dass mit einer guten Personalplanung auch heute schon wieder neue Einstellungsmöglichkeiten entstehen können.

Alle Bezirke haben mit der Senatsverwaltung für Finanzen Zielvereinbarungen über ihre jeweils zu erreichende Personalzielzahl und den eventuell noch erforderlichen Personalabbau geschlossen. In diesem Rahmen können die Bezirke damit selbständig und eigenverantwortlich neues Personal einstellen und Auszubildende übernehmen. Die Bezirke Tempelhof-Schöneberg und Neukölln brauchten keine Zielvereinbarung abschließen, da sie kein Personal abbauen müssen. Die Bezirke Mitte, Friedrichshain-Kreuzberg, Charlottenburg-Wilmersdorf, Steglitz-Zehlendorf und Reinickendorf haben ihre Personalzielzahl bereits erreicht. Die anderen Bezirke sind auf einem guten Weg, ihre Personalzielzahlen bis Ende 2016 bzw. bis Ende 2020 (Treptow-Köpenick, Marzahn-Hellersdorf und Lichtenberg) zu erreichen.

Unabhängig von der vereinbarten Personalzielzahl bzw. Personalabbau erhalten die Bezirke für neue Aufgaben (z.B. für die Einrichtung der Jugendberufsagenturen, neue Überwachungstätigkeiten im Rahmen der Trinkwasserverordnung, der Zweckentfremdungsverbotsverordnung oder des Hundegesetzes) oder politische gesamtstädtische Schwerpunktsetzungen (Beschleunigung der Bearbeitung von Baugenehmigungsverfahren im Wohnungsbau) immer eine zusätzliche bedarfsgerechte Personalausstattung. Im Laufe des Jahres 2016 haben die Bezirke bereits insgesamt rd. 550 zusätzliche neue Vollzeitstellen erhalten.

Dabei wird auch der Aspekt „wachsende Stadt“ bei der Personalausstattung der Bezirke berücksichtigt, dazu ist die Senatsverwaltung für Finanzen mit den Bezirksbürgermeisterinnen und Bezirksbürgermeistern im Rahmen einer Arbeitsgruppe permanent im Gespräch.

Zielgerichtete Kontrolle der Personalausgaben

Bildvergrößerung: Entwicklung der Ausbildungsmittel
Entwicklung der Ausbildungsmittel des öffentlichen Dienstes von 2009-2015 Bild: Senfin

Derzeit gibt das Land Berlin rd. 7,2 Milliarden Euro (Ist 2014) im Jahr für Personalkosten aus. Um die Entwicklung der Personalausgaben im öffentlichen Dienst auch mit Blick auf künftige Neueinstellungen besser planen und kontrollieren zu können, hat der Senat im März 2013 für alle Bezirks- und Senatsverwaltungen die Einführung eines einheitlichen IT-Verfahrens zur Hochrechnung und Kontrolle von Personalausgaben beschlossen.

Das standardisierte Verfahren „Personalausgabenbudgetierung” (PAB.HR) befindet sich seit Oktober 2014 im Einsatz und verfolgt das Ziel, Personalausgabencontrolling effizienter zu gestalten und die Vergleichbarkeit sowie die Qualität der Daten des Landes Berlin wesentlich zu verbessern. So kann beispielsweise errechnet werden, wie sich eine generelle Veränderung der Lebensarbeitszeit künftig auf die Personalausgaben auswirken würde, oder auch welche zusätzlichen Kosten z.B. durch Tarif- und/oder Besoldungserhöhungen entstehen.