Personalbedarfskonzept und neue Stellen für einen leistungsfähigen öffentlichen Dienst

04.08.2015 14:57

Der Senat hat dem Abgeordnetenhaus jetzt die Fortschreibung seines Personalbedarfskonzeptes zugeleitet. Damit begegnet der Senat den Herausforderungen, die sich aus dem Wachstum der Stadt Berlin und dem demografischen Wandel beim Landespersonal ergeben. Das ausführliche Konzept, beschlossen im Senat am 14. Juli 2015, steht am Ende der Seite zum Download bereit.

Gleichzeitig sieht der Entwurf für den Doppelhaushalt 2016/2017 rund 3400 zusätzliche Stellen vor, die für die Erfüllung neuer oder wachsender Aufgaben benötigt werden.

Bis 2021 werden rund 27.000 Beschäftigte altersbedingt ausscheiden. Darüber hinaus wachsen die Aufgaben der Verwaltung qualitativ und quantitativ u.a. durch die demografische Entwicklung. Berlin muss bis 2021 den sich daraus ergebenden hohen Personalbedarf decken, um einen nachhaltigen, leistungs- und qualitätsorientierten öffentlichen Dienst sicherzustellen. Der Senat geht davon aus, dass der Personalbestand im Jahr 2018 ungefähr die Größenordnung von 109.000 Vollzeitstellen haben wird. Durch altersbedingtes Ausscheiden frei werdende Stellen sowie die im Haushalt 2016/2017 beschlossenen neuen Stellen sollen unter Berücksichtigung aufgabenkritischer Gesichtspunkte dauerhaft nachbesetzt werden.

Der demografische Wandel stellt insbesondere in den fachspezifischen Bereichen wie im öffentlichen Gesundheitsdienst und im Bereich Bauen, Planen und Vermessen mit Ausscheidensquoten von jeweils über 30 Prozent bis zum Ende des Jahres 2021 das Land Berlin vor besondere Herausforderungen. Außerdem ist vor allem im Schulbereich, der Sicherheit, des Justizvollzugs und der Finanzämter, aber auch bei bürgernahen Diensten der Berliner Bezirke mit einem Mehrbedarf aufgrund der “Wachsenden Stadt” zu rechnen. Der Mehrbedarf für die Hauptverwaltungen beträgt rund 3.400 und für die Bezirke rund 300 Vollzeitstellen.

Zusätzliche Stellen für die wachsende Stadt (Hauptverwaltung, nach politischen Schwerpunkten)

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Bild: SenFin

Neben der Einrichtung zusätzlicher Stellen für neue und zusätzliche Aufgaben vor allem im Zusammenhang mit der wachsenden Stadt unternimmt das Land Berlin erhebliche Anstrengungen, um nach dem Ausscheiden von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern frei gewordene Stellen nachzubesetzen.

Die Hauptverwaltung hat im Jahr 2013 1199 befristete und 2909 unbefristete Außeneinstellungen vorgenommen (Gesamt: 4108). Die Bezirke haben im Jahr 2013 674 befristete und 505 unbefristete Außeneinstellungen vorgenommen (Gesamt: 1179). Im Jahr 2014 hat die Hauptverwaltung 1247 befristete und 4343 unbefristete Außeneinstellungen vorgenommen (Gesamt: 5590). Im selben Jahr haben die Bezirke 609 befristete und 536 unbefristete Außeneinstellungen vorgenommen (Gesamt: 1145). In den beiden vergangenen Jahren waren das insgesamt 1873 befristete und 3414 unbefristete Außeneinstellungen im Jahr 2013 (zusammen: 5287 Außeneinstellungen) sowie 1856 befristete und 4879 (zusammen: 6735 Außeneinstellungen) im Jahr 2014. Innerhalb von zwei Jahren waren damit im öffentlichen Dienst des Landes 12.022 Außeneinstellungen (gerechnet in sogenannten Vollzeitäquivalenten) zu verzeichnen.

Infolge der Nachbesetzungen ist der Personalbestand des Landes im Jahr 2014 erstmals seit Jahren wieder gestiegen, und zwar von 104.358 auf 105.535 Vollzeitäquivalenten (Daten jeweils vom Januar). Im selben Zeitraum ist das Durchschnittsalter der Beschäftigten erstmals leicht gesunken – und zwar vom bisherigen Höchststand von 49,3 Jahren in den Jahren 2012 bis 2014 auf 49,0 Jahre im Januar 2015.

Fortschreibung des Personalbedarfskonzepts des Senats vom 14. Juli 2015

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