Lesung "Wir Strebermigranten"

Buchcover weiß-rote Streifen
Bild: Hanser Berlin

Am 9. November 2017 bietet die Senatsverwaltung für Kultur und Europa eine Lesung aus dem aktuellen Roman von Emilia Smechowski “Wir Strebermigranten” an. Im Anschluss findet ein Publikumsgespräch statt.

Emilia war noch Emilka, als ihre Eltern sie eines Abends ins Auto setzten – raus aus dem grauen Polen, nach Westberlin! Das war 1988. Kurz darauf hatte sie einen neuen Namen, eine neue Sprache, ein neues Land. Sie lernte zu vergessen, woher sie kam – doch heute spricht sie mit ihrer eigenen Tochter Polnisch. Mit fünf Jahren war Emilia Smechowski in einem polnischen Plattenbau zu Hause und ahnte nicht, dass ihre Eltern von einem besseren Leben träumten: im Westen. Nur zwei Jahre später waren sie Deutsche, und aus dem Traum war der tägliche Kampf geworden, bloß nicht aufzufallen, sich perfekt zu integrieren. Wenn die neuen Kollegen zum Essen kamen, gab es nicht etwa Piroggen, sondern Mozzarella und Tomate. Und als Emilia ein Deutschdiktat mit zwei Fehlern nach Hause brachte, war ihre Mutter entsetzt: Was war schiefgelaufen?
Aus keinem Land sind in den vergangenen Jahrzehnten mehr Menschen nach Deutschland gekommen als aus Polen. Und keine andere Einwanderergruppe war so sehr darauf bedacht, sich unsichtbar zu machen. Emilia Smechowski erzählt die persönliche Geschichte einer kollektiven Erfahrung: eine Geschichte von Scham und von verbissenem Aufstiegswillen, von Befreiung und Selbstbehauptung.

Veranstaltungsort, -zeit:
Club der polnischen Versager, Ackerstr. 168, 10115 Berlin
9. November 2017, 18 – 20 Uhr

Der Einlass ist ausschließlich nach Online-Anmeldung über die Senatsverwaltung für Kultur und Europa möglich. Es steht nur eine begrenzte Anzahl an Plätzen zur Verfügung.

Leider ist die Veranstaltung bereits ausgebucht. Eine Teilnahme ist nicht mehr möglich.

Emilia Smechowski
Bild: © Linda Rosa Saal

Emilia Smechowski, 1983 in Polen geboren, floh mit ihrer Familie 1988 nach Westberlin. Sie studierte Operngesang und Romanistik in Berlin und Rom, bis sie im Journalismus landete. Sie war Redakteurin der tageszeitung und arbeitet heute als freie Autorin und Reporterin, u.a. für Geo, Süddeutsche Zeitung und Die Zeit.

Ihr Essay über die unsichtbaren Polen wurde mit dem Deutschen Reporterpreis, dem Konrad-Duden-Journalistenpreis und dem Deutsch-Polnischen Tadeusz-Mazowiecki-Journalistenpreis ausgezeichnet.