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Berliner Energieverbrauch und CO₂-Bilanz 2018

Ein nachhaltiges Wirtschaften und eine konsequente Fortführung der Energiewende beziehen die Folgen des Handelns für gegenwärtige und zukünftige öffentliche Güter und Ressourcen mit ein. Damit soll sich das Wirtschaftswachstum von der Ressourcennutzung weiter ab­koppeln. Ressourcen sollen dabei nicht nur durch andere substituiert werden – z.B. Kohle durch Biomasse -, sondern der Ressourcenverbrauch ist insgesamt zu reduzieren. Denn natürliche Ressourcen müssen geschützt, das Wohlergehen künftiger Generationen berück­sichtigt und die Lebensqualität der Berlinerinnen und Berliner kontinuierlich verbessert werden.
Die Datenlage weist in diesem Bereich einen deutlichen Timelag auf. Aus den bis 2019 vorliegenden Angaben wird aber ersichtlich: Trotz starken Wachstums ist Berlin mit einem langfristig positiven Trend zur ökologischen Nachhaltigkeit auf dem richtigen Weg. Die konsequente Ausrichtung auf Klimaschutz zahlt sich aus.

Der Primärenergieverbrauch (PEV), der den Energiegehalt aller im Inland eingesetzten Energieträger widergibt, ist 2019 im Vergleich zum Basisjahr 1990 um 26,5 % gesunken. Der Verbrauch von Steinkohle verringerte sich in diesem Zeitraum um 75,0 %; der Verbrauch von Braunkohle ging fast vollständig um 99,1 % zurück. In der aktuellen Bilanz decken diese beiden Energieträger nur noch 8,1 % des Gesamtprimärenergieverbrauchs ab (1990: 36,7 %). Daneben gewinnt das Angebot an erneuerbaren Energien in Berlin stetig an Bedeutung. Im Vergleich zum Jahr 2000 stieg der Anteil der erneuerbaren Energien am Primärenergie­verbrauch von 0,7 % im Jahr 2000 auf 5,3 % in 2019.

Der Endenergieverbrauch im Verhältnis zum Bruttoinlandsprodukt wiederum zeigt die tatsächlich verwendete Energie zur Erzeugung der Wirtschaftsleistung. Dabei ist der Endenergieverbrauch geringer als der Primärenergieverbrauch, da es durch die Umwandlung von Energie zu Verlusten kommt. Auch der Endenergieverbrauch ging in den letzten Jahren kontinuierlich zurück. Speziell im Jahr 2019 reduzierte sich der Endenergieverbrauch beim Einsatz von Strom (-1,9 %) und Gas (-2,4 %), während sich der Einsatz Erneuerbarer Energien um 0,9 % erhöhte. Seit 1990 ist der Endenergieverbrauch von 279 PJ auf 246 PJ in 2019 zurückgegangen, worin sich v.a. der gesunkene Verbrauch an Kohle und Mineralöl widerspiegelt.

Steigende Energieeffizienz und -produktivität der Wirtschaft führen dazu, dass Berlin trotz starken wirtschaftlichen Wachstums auch bei den Treibhausgasemissionen auf gutem Weg ist. Berlin hat sich zum Ziel gesetzt, diese von 1990 bis 2020 um 40 % und bis 2030 um 60 % zu senken. Gegenüber dem Basisjahr 1990 sind die CO 2 -Emissionen (Verursacher­bilanz) 2019 um 40,7 % zurückgegangen. Damit wurde 2019 – also noch vor der Coronakrise – das Klimaziel erreicht. Insbesondere durch den vom Senat eingeleiteten Kohleausstieg und das Berliner Energie- und Klimaprogramm ist es gelungen, die CO 2 -Emissionen weiter zu senken 2019 gegenüber 2016 gab es ein Rückgang um 14,1 %; verglichen mit 2018 gab es um 6,7 % verringerte CO 2 -Emissionen. Die konsequente Ausrichtung auf Klimaschutz zeigt sich auch an den CO 2 -Emissionen je Einwohnerin und Einwohner, die stark zurückge­gangen sind. Während pro Kopf im Jahr 1990 noch durchschnittlich 8,5 t CO 2 -Emissionen verursacht wurden, waren es gemäß Verursacherbilanz im Jahr 2019 noch 4,6 t und damit 54,1 % weniger.

Bildvergrößerung: Primär- und Endenergieverbrauch
Abbildung 1: Primär- und Endenergieverbrauch
Bild: Statistisches Landesamt B/BB

Bei der Energieintensität, also dem Primärenergieverbrauch (262 Petajoule in 2019) im Verhältnis zum Brutto­inlands­produkt, wir die für eine bestimmte Einheit an Wirtschafts­leistung benötigte Energie aufgezeigt. Waren in Berlin im Jahr 2000 3,9 Gigajoule zur Erzeugung von 1.000 € des Bruttoinlandsprodukts notwendig, ging dieser Wert bis 2019 auf nur noch 1,7 Gigajoule zurück. Damit ist die Energie­intensität im Zeitverlauf deutlich gesunken. Für Deutschland lag die Energieintensität 2019 bei 3,9 Gigajoule je 1.000 €. Sie war aber auch hier in den letzten Jahren rückläufig.