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Pressemitteilung

vomThemaRedaktion
16.06.2010Bildung Jens Stiller
  
Flexibler, gezielter, plausibler: Eine neue Leitungsstruktur für Berliner Schulen



In den Berliner Schulen der Sekundarstufen I und II einschließlich der beruflichen Schulen wird die Arbeit des Leitungspersonals, der Funktionsträger (Funktionsträger bzw. Funktionsstellen sind beispielsweise Pädagogische Koordinatoren, Fachbereichsleiter, Fachleiter usw.) neu verteilt. Zukünftig wird es in diesem Zuge im Leitungsbereich eine vollständige Gleichstellung der Schularten geben, unabhängig davon, ob es sich z. B. um das Gymnasium oder die Integrierte Sekundarschule handelt. Mit der neuen Leitungsstruktur werden Schulleiterinnen und Schulleiter Lehrkräfte, die für Leitungsaufgaben eingesetzt werden, in weitaus größerem Maße als bisher mit Ermäßigungsstunden, zeitlichen Befristungen und flexiblen Aufgabenbereichen ausstatten bzw. beauftragen können. Das recht starre, allein an Funktionsstellen ausgerichtete System von Schulleitung wird auf die Anforderungen moderner, eigenverantwortlicher Schulen angepasst. Dabei wird zugleich mehr Gerechtigkeit und Transparenz durch die Berücksichtigung der Größe der Schulen erreicht.

Neue Funktionen, befristete Laufzeiten
Kernstück des Modells sind die neuen Funktionen. Alle Schulen der Sekundarstufe I und II einschließlich der beruflichen Schulen erhalten drei Funktionen; kleine Schulen ohne gymnasiale Oberstufe zwei. Die Funktionen ergänzen die Funktionsstellen und beinhalten einen konkreten Aufgabenbereich für Lehrkräfte. Beispielsweise können Funktionen für Qualitätssicherung, Schulentwicklung oder Schulprogrammarbeit eingesetzt werden. Die Übertragung erfolgt durch die Schulleitungen. Die mit einer Funktion betrauten Lehrkräfte erhalten dafür zwei Ermäßigungsstunden. Die Einrichtung von Funktionen entspricht einer langjährigen Forderung der Schulen und stärkt weiter ihre Selbstständigkeit.

Gezielte Verteilung nach den Bedürfnissen der Schule vor Ort
Schulleiterinnen und Schulleiter können auch Aufgaben ihrer Schule gezielter und nachdrücklicher angehen. So kann eine Schule Kolleginnen und Kollegen z. B. damit beauftragen, die Kooperation mit außerschulischen Partnern voranzubringen, während eine andere Schule spezielle Sprachförderkonzepte etablieren möchte. Eine dritte Schule könnte einen Schwerpunkt in die Schulprogrammarbeit oder die Ausgestaltung des Ganztagsbetriebes setzen.

Mehr Ermäßigung für stellvertretende Schulleitungen
Nachdem bereits seit dem Schuljahr 2006/2007 die Ermäßigungsstunden für Schulleiterinnen und Schulleiter erheblich erhöht wurden, werden im Zuge des neuen Funktionsstellenmodells auch die Ermäßigungsstunden für die stellvertretenden Schulleiterinnen und Schulleiter ab dem Schuljahr 2010/2011 um durchschnittlich zwei Unterrichtsstunden erhöht. Auch dadurch gibt es mehr Leitungszeit für die Schulleitungen (neu: 7 bis 11 Stunden Ermäßigung, statt 5 bis 10).

Mehr Schultern für die Aufgaben von Schulleitung, klarere Leitungspyramide
Mit der Veränderung entsteht eine neue, plausiblere Leitungspyramide, die die vielfältigen Aufgaben der Leitung in Schulen auf mehr Schultern verteilt. Über alle Schularten betrachtet werden künftig mehr Kolleginnen und Kollegen an der Arbeit der Schulleitung beteiligt werden (über alle Schularten: plus 1.070 Lehrerinnen und Lehrer, z. B. allein an Gymnasien plus 255). Diese Veränderung trägt auch der verstärkten Oberstufenarbeit und der Vierzügigkeit - als Richtwert - an den künftigen Integrierten Sekundarschulen (ISS) Rechnung. Größere Schulen erhalten wegen der erhöhten Leitungsaufgaben mehr Funktionsstellen als kleinere Schulen (Schulen ohne gymnasiale Oberstufe: Groß: = 450 Schüler/innen; Schulen mit gymnasialer Oberstufe: Groß: = 850 Schüler/innen).

Finanzierung und Umsetzung
Die Umstellung erfolgt kostenneutral und betrifft alle Schularten der Sekundarstufe I und II, also auch die Gemeinschaftsschulen einschließlich der beruflichen Schulen gleichermaßen. Die Neuverteilung der bisherigen Funktionsstellen ergibt sich aus der Tabelle in der Anlage. Veränderungen betreffen z. B. den Bereich der Fachbereichsleiterinnen und Fachbereichsleiter (A15).

Die Umstellung erfolgt parallel zu einer Anpassung des Profilbedarfs, der Rücksicht nimmt auf die veränderten Notwendigkeiten an früheren Haupt-, Real- und Gesamtschulen. Durch die sehr gute Ausstattung der Integrierten Sekundarschulen - beispielsweise durch die Klassengröße von 25 Schülerinnen und Schüler (Zumessungsfrequenz) und die deutlich erhöhte Ausstattung für Schulen mit hohem ndH- und LmB-Anteil (ndH: Nichtdeutscher Herkunftssprache, LmB: Befreiung von der Zuzahlungsverpflichtung für Lernmittel) - können einige der früheren profilbezogenen Sonderausstattungen, wie Profilstunden für Rückläufer oder Sonderzuweisungen für Modelle mit Praxisbezug, entsprechend dem Hochwachsen der ISS ab dem Schuljahr 2010/2011 nach und nach zurückgenommen werden. Dies kommt allen Schulen über die bessere Leitungsausstattung zugute.

Nach diesem Modell geht eine entsprechende Zuordnungsrichtlinie in die Beteiligung. Mit dem neuen Schuljahr kann dann die Umsetzung beginnen.

Bildungssenator Prof. Dr. E. Jürgen Zöllner (SPD): "Mit der Umstellung werden Berlins Schulen in ihrer Eigenverantwortlichkeit weiter gestärkt. Schulleitungen können flexibler und gezielter geeignete Kolleginnen und Kollegen zur Unterstützung bei Leitungsaufgaben motivieren. Die zeitliche Befristung sorgt dafür, dass Führungssysteme nicht erstarren. Sie spricht auch diejenigen Lehrerinnen und Lehrer an, die nur für eine begrenzte Zeit und für klar umrissene Projekte oder Werke an Schulleitung teilhaben wollen. Das System der Leitung an Berlins weiterführenden Schulen wird insgesamt plausibler."



Anlage: Information: Neues Funktionsstellenmodell




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