Science4Life – naturwissenschaftliche Talentförderung von Flüchtlingskindern

Pressemitteilung vom 07.07.2015

Heute gibt Bildungssenatorin Sandra Scheeres zusammen mit den Kooperationspartnern der Bayer Science & Education Foundation, der iMINT-Akademie, dem Kinderforscherzentrum HELLEUM und dem Schülerforschungszentrum Berlin den Startschuss für die naturwissenschaftliche Talentförderung von Flüchtlingskindern. Es handelt sich um ein einmaliges Förderprojekt von Kindern, die ohne Deutschkenntnisse an Berliner Schulen kommen.

Ziel des Projekts ist es, Materialien speziell für diese Lerngruppen zu entwickeln und besonders talentierte Schülerinnen und Schüler im MINT-Bereich zu fördern. Die iMINT-Akademie erschließt und verknüpft mit den Projektpartnern HELLEUM und dem Schülerforschungszentrum an der Lise-Meitner-Schule einen wichtigen Berliner MINT-Bildungsbereich für einen Kreis von Schülerinnen und Schülern, der bisher nicht im Fokus der MINT-Förderung von Schule, Hochschule, Wirtschaft, Stiftungen, Schülerlaboren und Schülerforschungszentren gestanden hat.

Senatorin Sandra Scheeres: „Wir müssen die Freude der Schülerinnen und Schüler am forschenden Lernen nutzen, um Neigungen zu fördern und die MINT-Kompetenzentwicklung nachhaltig zu verbessern. Die Forscher-Akademie ermöglicht erstmals eine gezielte Förderung von MINT-Talenten aus Lerngruppen für Neuzugänge ohne Deutschkenntnisse. Die frühe Identifikation erlaubt eine nachhaltige und intensive Förderung der Talente und damit eine positive Auswirkung auf ihre Schullaufbahn.“

Bayer-Stiftungsvorstand Schmitt-Lord: „Die Bayer Science & Education Foundation wird das Partnerschaftsprojekt nicht nur mit insgesamt 400.000 Euro finanziell unterstützen, sondern beispielsweise über Praktika und Mentoring gezielt individuelle Talente fördern, um den jungen Menschen über Bildungserfolg eine erfolgreiche Integration in unsere Gesellschaft zu ermöglichen. Mit der Science4Life Academy ergänzen wir unser vielfältiges Förderprogramm im naturwissenschaftlichen Bildungsbereich um ein Angebot speziell für Flüchtlingskinder.“

Über eine Online-Plattform für Lehrkräfte, Schülerinnen und Schüler sowie die beteiligten Institutionen aus Kultur, Bildung und Wissenschaft gewährleistet die iMINT-Akademie einen zentralen und offenen Zugang von MINT-Bildungsressourcen des Landes. Die Nachhaltigkeit dieser Maßnahme wird durch Qualifizierungsangebote für Akteure der verschiedenen Schularten gesichert. Somit erschließt das Projekt neue Angebote für die regionale (Lehrer-) Fortbildung in Berlin und richtet sich an Lehrkräfte, Multiplikatoren, Fachcoaches und Fachseminarleiter/innen, aber durch den freien Zugriff auch an Eltern, Schülerinnen und Schüler und andere interessierte Personengruppen.
An der direkten Materialentwicklung werden zwei Teams aus Lehrkräften der Grundschule und der Sekundarschule arbeiten. Die Entwickler-Teams arbeiten an Schulen, in denen Lerngruppen für Kinder ohne Deutschkenntnisse eingerichtet wurden.

Das Projekt hat eine Laufzeit von fünf Jahren.

An den Berliner Schulen nimmt die Zahl der Kinder, die in speziellen Lerngruppen für Neuzugänge ohne Deutschkenntnisse lernen, stetig zu: Rund 4.700 Kinder lernen in den sogenannten Willkommensklassen.