Einführung für Schuljahr 2017/18 geplant - Rahmenlehrplan: Mehr Zeit bis zur Einführung

Pressemitteilung vom 23.04.2015

Bildungssenatorin Sandra Scheeres und Bildungsminister Günter Baaske ziehen eine erste Zwischenbilanz aus den Anhörungsergebnissen zum Entwurf des gemeinsamen Rahmenlehrplans für die Klassen 1 – 10. Scheeres: „Sie sind überwiegend positiv.“ Für 23 Unterrichtsfächer wurde geringer Handlungsbedarf signalisiert, sieben Themenfelder sollen intensiver bearbeitet werden. Baaske: „Dazu werden die Verfasser des Entwurfs und Vertreter von Verbänden nochmals Gespräche führen. Und wir wollen den Schulen mehr Zeit zur Vorbereitung zu geben.“ Deshalb verständigten sich die beiden Bildungspolitiker darauf, dass der Plan zum Schuljahr 2017/18 unterrichtswirksam werden soll – ein Jahr später als bisher geplant. Scheeres: „Qualität muss hier eindeutig vor Zeitdruck stehen.“

1.763 Lehrkräfte, 1.313 Fachkonferenzen, 86 Schulleitungen, 308 Vertreterinnen und Vertreter eines Gremiums bzw. einer anderen Organisation und 17 Vertreterinnen und Vertreter eines pädagogischen Fachverbands beteiligten sich an der onlinegestützten Befragung. Auch 245 Eltern sowie viele Klassen, Schülerinnen und Schüler gaben eine Rückmeldung. Die fast 4.000 Personen und Gruppen, die den Online-Fragebogen ausgefüllt haben, äußerten in den meisten Bereichen eine überwiegende bis vollständige Zustimmung zu den Befragungsaspekten.

Auch die etwa 900 Rückmeldungen, die in schriftlicher Form in den beiden Bildungsverwaltungen und am Landesinstitut für Schule und Medien Berlin-Brandenburg (LISUM) eingegangen sind, werden nach Fächern und Themen zusammengestellt und analysiert.

Scheeres und Baaske: „Die Ergebnisse aus den anstehenden Beratungen der Fachgruppen mit den Verbänden sind für uns besonders wichtig, denn die Beurteilung der Rückmeldungen durch Fachleute und Praktiker ist für uns mitentscheidend. Es geht darum, sachgerechte Kompromisse zu finden.“

In den Facharbeitsgruppen sollen mit den Verbänden neben anderen Themen und Fächern noch folgende sieben Punkte vertieft besprochen werden:

- Geschichte in Klassen 7 und 8
- Geographie in Klassen 8 und 9 sowie
- Sexualerziehung
- Leistungsfeststellung und -bewertung
- Integration des Lehrplans Förderschwerpunkt „Lernen“
- Ausgestaltung des neuen Faches Gesellschaftswissenschaften in Klassen 5 und 6 (aus Geschichte, Geographie und Politische Bildung)
- Ausgestaltung des für Brandenburg neuen Faches Naturwissenschaften in Klassen 5 und 6

Das LISUM wird alle Stellungnahmen weiter auswerten, einarbeiten und in Verbindung mit den Anregungen aus den Gesprächen mit den Verbänden eine fertige Fassung des neuen Rahmenlehrplans im Herbst vorlegen. Anschließend soll er von den beiden Bildungsverwaltungen geprüft und freigegeben werden.

Viele Rückmeldungen machten deutlich, dass zu den Kerninhalten des Rahmenlehrplans Fort- und Weiterbildungsbedarf für die Lehrkräfte besteht und die Schulen mehr Zeit für die Erarbeitung der schulinternen Curricula benötigen.

Baaske: „Nachdem wir bereits die Anhörung um sechs Wochen bis Ende März verlängert hatten, wird jetzt mehr Zeit gegeben, um die Einführung systematisch vorzubereiten. Zugleich empfehle ich für manche Bereiche Übergangsregelungen. Mit dem neuen Zeitplan besteht ein ausreichender Zeitraum für die Schulen in Berlin und Brandenburg, sich auf den neuen Rahmenlehrplan vorzubereiten.“

Scheeres: „Die Lehrkräfte benötigen ausreichend Zeit zur Qualifizierung, die Schulen wiederum müssen ihre schuleigenen Curricula anpassen. Qualität geht vor Zeitdruck: Im Sinne des in der Anhörung formulierten hohen Fort- und Weiterbildungsbedarfs wird der Rahmenlehrplan erst im Schuljahr 2017/18 wirksam.“

Die beiden Bildungspolitiker betonen, dass der Rahmenlehrplan die notwendige Durchlässigkeit zwischen den Jahrgangsstufen 1 – 10 garantiert und die Anschlussfähigkeit in Bezug auf die Übergänge zwischen den Schulstufen gesichert sind. Statt 68 Einzelplänen gibt es künftig einen Gesamtplan. Zugleich sei der gemeinsame Rahmenlehrplan „auch ein Bekenntnis für die gemeinsame Bildungsregion Berlin-Brandenburg.“ Die Bildungsbehörden beabsichtigen, alle Anhörungsbeiträge in anonymisierter Form zu veröffentlichen.