Scheeres stellt Gesamtstrategie zur Politischen Bildung vor

Pressemitteilung vom 12.12.2018

Bildungssenatorin Sandra Scheeres hat heute auf einem Fachtag zur Demokratiepädagogik ihre Gesamtstrategie Politische Bildung an Berliner Schulen vorgestellt. Sandra Scheeres: „Politische Bildung an Berliner Schulen schaut über den Tellerrand des eigenen Schulgebäudes hinaus: In Unterricht, Projektarbeit und Ganztag sucht sie den Austausch zwischen Schule und außerschulischen Bildungspartnern. Die Berliner Schule wird Demokratiepädagogik und Politikdidaktik gleichermaßen in den Blick nehmen. Dabei sind neue Partizipationsmöglichkeiten wie zum Beispiel der Schülerhaushalt der richtige Weg für eine demokratische Schulkultur. Zusätzlich wird der Fachunterricht Politische Bildung ausgeweitet.“

Die Gesamtstrategie wurde unter Federführung der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie gemeinsam mit einem Arbeitsbündnis aus Schulleitungen, externen Trägern, Schulaufsichten und dem Landesschülerausschuss erarbeitet. Schwerpunkte sind

  • die Demokratiebildung als Schulprinzip mit entsprechenden Aus- und Fortbildungsmaßnahmen,
  • die Zusammenarbeit mit außerschulischen Einrichtungen wie beispielsweise der Landeszentrale für politische Bildungsarbeit oder der Gedenkstätte des Hauses
    der Wannseekonferenz und
  • die politische Bildung im fächerübergreifenden Unterricht.

„Politische Bildung ist mehr als ein Unterrichtsfach. Sie ist wesentlich für die Entwicklung der Schülerinnen und Schüler zu mündigen Bürgerinnen und Bürgern. Politische Entscheidungsprozesse, demokratische Handlungsmöglichkeiten und aktuelle gesellschaftspolitische Themen tangieren sämtliche Unterrichtsfächer und das Schulklima über den Unterricht hinaus“, so Bildungssenatorin Sandra Scheeres.

Einige Grundsätze der Gesamtstrategie:

  • Politische Bildung besteht in der gegenseitigen Ergänzung von Politikdidaktik und Demokratiebildung. Fachwissen und Fachkompetenzen auf der einen und die Erfahrung demokratischen Handelns auf der anderen Seite bestärken einander.
  • Die gesellschaftswissenschaftlichen Fächer sollen unter Wahrung fachspezifischer Kompetenzen und Inhalte Schülerinnen und Schülern eine komplexe Betrachtung politischer Phänomene aus verschiedenen fachlichen Blickwinkeln ermöglichen.
  • Bei Vorfällen von Antisemitismus, Islamfeindlichkeit, Rassismus und Fremdenfeindlichkeit, Sexismus, Homophobie und anderen Formen gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit ist unmittelbar zu intervenieren. Langfristig muss ihnen mit politischer Bildung begegnet werden, die auch Eltern und das soziale Umfeld der Kinder und Jugendlichen in den Blick nimmt.
  • Auch digitale Bildung ist zu großen Teilen politische Bildung, weil es bei ihr im Kern um die Urteilsfähigkeit in Bezug auf öffentliche Kommunikation, um den Schutz von Menschenrechten und um Teilhabe an Diskursen geht.
  • Das Gelingen einer demokratischen Schulentwicklung hängt auch von der demokratischen Haltung der Schulleitung sowie dem Engagement und den Partizipationsmöglichkeiten aller an Schule Beteiligten ab.
  • In der Aus- Fort- und Weiterbildung von Lehrkräften kommt den Themen der politischen Bildung große Bedeutung zu, wobei auch die Expertise außerschulischer Bildungsträger verstärkt herangezogen wird.

„Kein anderes Bundesland verfügt über eine derartig exzellent ausgefächerte Breite von historisch-politischen und demokratiefördernden Lernorten sowie außerschulischen Angeboten von Nicht-Regierungs-Organisationen. Das ist eine einzigartige Chance der Demokratieförderung für die Bildung von Kindern und Jugendlichen in allen Schulen“, sagte Bildungssenatorin Scheeres.