Neue Praxisstelle Bildung und Beratung der Kreuzberger Initiative gegen Antisemitismus

Pressemitteilung vom 07.12.2018

Bildungssenatorin Sandra Scheeres und Justizsenator Dr. Dirk Behrendt stellten heute die neu gegründete Praxisstelle Bildung und Beratung der Kreuzberger Initiative gegen Antisemitismus (KIgA) vor, mit der eine zentrale Anlaufstelle für Schulen entstanden ist, die sich Antisemitismus entgegenstellen. In der Praxisstelle können Schulen sowohl eine Erstberatung und Begleitung bei akuten Fällen als auch eine längerfristige Betreuung und Kooperation in Anspruch nehmen.

Bildungssenatorin Sandra Scheeres: „Antisemitismus und religiöses Mobbing sind gesellschaftliche Probleme, die auch in die Berliner Schulen hineingetragen werden. Schulen müssen engagiert dagegen angehen. Es ist unsere Pflicht, Schülerinnen und Schüler vor Diskriminierung und Mobbing zu schützen. Das beginnt damit, dass in einem konkreten Fall schnell und konsequent gehandelt wird. Schule, Eltern, Schulaufsichten, die Präventionsbeauftragten der Polizei und unsere Antidiskriminierungsbeauftragte arbeiten eng zusammen. Denn Schulen werden das Problem nicht alleine lösen können. Dazu braucht es Partner wie zum Beispiel die neue Anlaufstelle von KIgA.“

Justizsenator Dr. Dirk Behrendt: „Im Kampf gegen Antisemitismus arbeiten wir ressortübergreifend gut zusammen. Mit der Praxisstelle bilden wir nun Lehrerinnen und Lehrer über aktuelle Erscheinungsformen des Antisemitismus weiter und beraten betroffene Schulen. Die KIgA ist ein erfahrener Projektpartner, den wir bereits lange mit dem Landesprogramm gegen Rechtsextremismus, Rassismus und Antisemitismus fördern.“

Die Praxisstelle Bildung und Beratung koordiniert und implementiert politische Bildungsangebote für Schülerinnen und Schüler sowie Lehrkräfte, um mit vielfältigen Methoden und Formaten nachhaltig und effektiv zu wirken. Sie macht Schulen eine breite Palette an Angeboten: Qualifizierung von Lehrkräften, Schulprojekttage, Seminarreihen oder die Entwicklung langfristiger Konzepte zur Antisemitismusprävention. Alle Angebote sind für Berliner Schulen kostenfrei. Geplant sind ca. 80 Schulveranstaltungen pro Jahr.

Der gemeinnützig tätige Verein KIgA e.V. ist seit Jahren bundesweit dadurch bekannt, auf der Basis fundierter fachlicher Expertise mit innovativen Methoden auch Jugendliche zu erreichen, die durch klassische Bildungsangebote nur schwer ansprechbar sind.

Dervis Hizarci, Vorsitzender KIgA: „Mit der Praxisstelle – Bildung und Beratung als zentrale Anlaufstelle für Schulen begibt sich Berlin in eine Vorreiterrolle und bietet hiermit die Möglichkeit, sowohl auf aktuelle Fälle zu reagieren als auch fundierte Handlungsstrategien zu implementieren. Die offizielle Eröffnung der Praxisstelle durch die beiden Senatsverwaltungen ist hierfür ein wichtiger Schritt.“

Aycan Demirel, Direktor KIgA: „Eine erhöhte Bewusstseinsbildung für die Relevanz von Bildungsangeboten für das Funktionieren eines wertschätzenden und diskriminierungsfreien Schulalltags ist immanent. Antisemitismuskritische politische Bildung ist hier wesentlich. Hierfür werden notwendige Maßnahmen ergriffen und Strukturen geschaffen.“