Scheeres eröffnet Fachtag zur Kinder- und Familienarmut

Pressemitteilung vom 12.11.2018

Berlins Senatorin für Bildung, Jugend und Familie, Sandra Scheeres, hat heute den ersten Fachtag der Landeskommission zur Prävention von Kinder- und Familienarmut eröffnet. Vor rund 150 Teilnehmenden aus Wissenschaft, Politik und Medizin betonte Scheeres: „Ein reiches Land wie die Bundesrepublik darf es niemals akzeptieren, dass Kinder in Armut aufwachsen. Betroffene Kinder haben weniger Chancen, am sozialen und kulturellen Leben teilhaben zu können. Armut hat ne-gative Folgen für ihre Gesundheit. Diese Kinder und Jugendlichen erreichen aufgrund der schlechteren Startchancen oftmals nur niedrigere Bildungsabschlüsse.“ In Berlin lebt fast jedes dritte Kind in einer Familie, die Arbeitslosengeld II bezieht, so die Senatorin.

Der Fachtag in der Botschaft der Kinder im SOS-Kinderdorf Berlin widmet sich dem Thema „Meine Familie ist arm – Wie Kinder und Jugendliche Armut erleben“. Betroffene Jugendliche schildern ihre Erfahrungen. Prof. Dr. Sabine Andresen und ein Team der Goethe-Universität Frankfurt am Main stellen erste Ergebnisse einer Studie im Auftrag der Landeskommission zur Frage „Wie Berliner Jugendliche Armut erleben“ vor. Im Lauf des Tages stehen unter anderem Vorträge und Diskussionen zur Situation von Alleinerziehenden, zu den Auswirkungen von Armut auf Gesundheit und mögliche Lösungsansätze auf dem Programm.

Scheeres betonte, dass der Berliner Senat einen Schwerpunkt seiner Politik auf die Bekämpfung von Kinder- und Familienarmut setzt. Als Beispiele nannte sie die Beitragsbefreiung für den Kita-Besuch und die ersten zwei Jahre im Hort sowie das Bonusprogramm für Schulen mit einem hohen Anteil benachteiligter Kinder. Auch die Neuregelung von Kita-Zuzahlungen, das kostenfreie Schülerticket, der Ausbau der Familienzentren und die Erhöhung der Finanzmittel für Programme der Familienerholung zählten zu diesen Maßnahmen. Scheeres unterstrich, dass Strategien zur Armutsprävention nur erfolgreich sein können, wenn betroffene Kinder, Jugendliche und Familien bei der Entwicklung beteiligt werden. „Nur dann kommt Hilfe auch an.“

In der Landeskommission sind unter dem Vorsitz der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie sechs weitere Senatsverwaltungen, die Bezirke und zivilgesellschaftliche Organisationen vertreten. Die Kommission wurde 2017 vom Senat einberufen, um eine gesamtstädtische Strategie zur Reduzierung von Kinder- und Familienarmut zu entwickeln.