Ansprechpartner für Betroffene des sogenannten „Kentler-Experiments“

Pressemitteilung vom 16.10.2018

Berlins Senatorin für Bildung, Jugend und Familie, Sandra Scheeres, hat gemeinsam mit Professor Dr. Wolfgang Schröer und Dr. Julia Schröder von der Universität Hildesheim die nächsten Schritte zur weiteren wissenschaftlichen Aufarbeitung des sogenannten „Kentler-Experiments“ vorgestellt. Im Auftrag der Senatsverwaltung erstellt ein Forschungsteam der Universität Hildesheim derzeit das Aufarbeitungskonzept zu „Kentlers Wirken in der Berliner Kinder- und Jugendhilfe“.

Ziel ist es, umfassend aufzuklären, wie es möglich war, dass im Rahmen des sogenannten „Kentler-Experiments“ ab Ende der 1960er Jahre Jugendliche an pädophile Pflegeväter vermittelt wurden und welche Konsequenzen sich daraus für die heutige Jugendhilfe ableiten lassen. Der sexuelle Missbrauch von Kindern und Jugendlichen blieb von amtlicher Seite entweder unbemerkt oder wurde womöglich ignoriert, beschönigt oder sogar bewusst gefördert. Schlüsselfigur bei diesen Vorgängen ist der 2008 verstorbene Sexualwissenschaftler Helmut Kentler. Die wissenschaftliche Aufarbeitung geht auch der Frage nach, wie die Betroffenen in ihren Rechten gestärkt und ihre Anliegen in das Aufarbeitungskonzept und die Aufarbeitung einbezogen werden können.

Die Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie stellt Hilfen für Betroffene des sexuellen Missbrauchs zur Verfügung und bietet Unterstützung bei der Inanspruchnahme an. Betroffene können sich an folgenden Ansprechpartner in der Senatsverwaltung wenden: Stefan Henn, Telefon (030) 90227-5321, Stefan.Henn@senbjf.berlin.de