Pressegespräch zur weiteren wissenschaftlichen Aufarbeitung des sogenannten „Kentler-Experiments“

Pressemitteilung vom 11.10.2018

Sehr geehrte Damen und Herren,

Sandra Scheeres, Senatorin für Bildung, Jugend und Familie, sowie Professor Dr. Wolfgang Schröer und Dr. Julia Schröder vom beauftragten Forschungsteam der Universität Hildesheim werden am Montag bei einem Pressegespräch darüber berichten, wie gegenwärtig ein Aufarbeitungskonzept zu „Kentlers Wirken in der Berliner Kinder- und Jugendhilfe“ erstellt wird.

Ziel der wissenschaftlichen Aufarbeitung ist es, umfassend aufzuklären, wie es möglich war, dass im Rahmen des sogenannten „Kentler-Experiments“ ab Ende der 1960er Jahre Jugendliche bewusst an pädophile Pflegeväter vermittelt wurden. Der sexuelle Missbrauch von Kindern und Jugendlichen blieb von amtlicher Seite entweder unbemerkt oder wurde womöglich ignoriert, beschönigt oder sogar bewusst gefördert. Im Zentrum dieser Vorgänge steht der 2008 verstorbene Sexualwissenschaftler Helmut Kentler, der u.a. am Pädagogischen Zentrum Berlin tätig war.

Die wissenschaftliche Aufarbeitung geht auch der Frage nach, wie die Betroffenen in ihren Rechten gestärkt und ihre Anliegen in das Aufarbeitungskonzept und die Aufarbeitung einbezogen werden können. Zugleich muss erörtert werden, welche Konsequenzen sich aus all dem für die heutige Kinder- und Jugendhilfe ergeben. Ergebnisse einer ersten wissenschaftlichen Aufarbeitung durch das Göttinger Institut für Demokratieforschung werden mit aufgenommen.

Das Pressegespräch findet statt am

Montag, 15. Oktober 2018, um 16:00 Uhr,
Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie,
Bernhard-Weiß-Straße 6, Raum 3 C 47, 10178 Berlin-Mitte

Wir freuen uns über Ihre Teilnahme und bitten um vorherige Anmeldung per mail an pressestelle@senbjf.berlin.de

Mit freundlichen Grüßen

Iris Brennberger