Scheeres zum Internationalen Frauentag: 84 Prozent der Alleinerziehenden sind Frauen

Pressemitteilung vom 08.03.2018

Sandra Scheeres, Senatorin für Bildung, Jugend und Familie, hat zum Weltfrauentag am
8. März die Leistung von alleinerziehenden Frauen gewürdigt. „Nach wie vor ist der Anteil der Männer an den Alleinerziehenden gering: Von den 146 900 alleinerziehenden Eltern in Berlin sind 84 Prozent weiblich“, so die Senatorin.

„Alleinerziehende sind besonders belastet und haben ein deutlich erhöhtes Armutsrisiko“, sagt Scheeres. „Auch für die Kinder kann das nachhaltig negative Folgen haben.“ Die Landeskommission zur Prävention von Kinder- und Familienarmut, die in der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie angesiedelt ist, beschäftigt sich daher intensiv mit der Frage, wie die Rahmenbedingungen für Alleinerziehende verbessert werden können.

„Unser Ziel muss sein, dass Alleinerziehende für sich und ihre Familien selbst ausreichend sorgen können“, so Scheeres. „Deshalb sind die Themen berufliche Qualifizierung, der Zugang zum Arbeitsmarkt für Alleinerziehende und die Vereinbarkeit von Familie und Beruf entscheidend. Bewährt haben sich zum Beispiel Teilzeit-Ausbildungen, individuelles Jobcoaching und die Arbeit der Netzwerke für Alleinerziehende in den Bezirken, die bei der Integration in Arbeit beraten und unterstützen.“

„Für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf bietet Berlin bereits gute Rahmenbedingungen“, betont Scheeres. „Berliner Kitas haben lange Öffnungszeiten und alle Grund- und Sekundarschulen sowie zahlreiche Gymnasien sind Ganztagsschulen. Gerade für Alleinerziehende, die zum Beispiel im Schichtdienst arbeiten, sind aber auch flexible Angebote erforderlich. Deshalb habe ich MoKis gestartet, einen Mobilen Kinderbetreuungsservice, der über das normale Kita-System finanziert wird. Allein im ersten Jahr des Modellprojekts sind 50 Betreuungsverhältnisse zustande gekommen. Dieses Projekt wird jetzt weiter ausgebaut.“

Auch auf Bundesebene sieht Scheeres Handlungsbedarf. „Die derzeitige Anrechnung von Unterhalt, Unterhaltsvorschuss und Kindergeld auf SGB-II-Leistungen erhöht die Armutsgefährdung“, so die Senatorin.