Start ins Kita-Jahr: Mehr als 22 000 Kinder profitieren von der nächsten Stufe der Beitragsfreiheit. 18 500 Plätze können derzeit belegt werden. Besserer Personalschlüssel

Pressemitteilung vom 13.09.2017

Das Kita-Jahr hat für viele Eltern mit einer guten Nachricht begonnen: Mindestens 22 300 Kinder, die bereits in der Kita sind, profitieren davon, dass für einen weiteren Jahrgang die Kita-Beiträge abgeschafft wurden. Hinzu kommen mehrere Tausend Kinder im Alter zwischen einem und zwei Jahren, die nun neu in die Kitas kommen und von Anfang an von den Gebühren befreit sind.

Seit dem 1. August 2017 sind die letzten fünf Jahre vor dem regulären Einschulungstermin eines Kindes beitragsfrei, bisher waren es die letzten vier Jahre. Damit sind nun alle Kinder von Kita-Gebühren befreit, die vor dem 1. Oktober 2016 geboren sind. Die schrittweise Abschaffung der Gebühren bedeutet für das Jahr 2017 eine Beitragsentlastung von insgesamt 41 Millionen Euro. Im nächsten Jahr wird Berlin am Ziel sein: Ab dem 1. August 2018 sind alle Kinder beitragsfrei. Die Eltern müssen nur noch die Kosten für das Mittagessen tragen.

Jugendsenatorin Sandra Scheeres: „Wir entlasten Tausende Familien, für die es einen großen Unterschied macht, ob sie Kita-Beiträge zahlen müssen oder nicht. Im Schnitt macht das für die Eltern eine Entlastung um rund 100 Euro im Monat aus. Die Gebührenfreiheit ist gerecht, denn Kitas sind Bildungseinrichtungen und Bildung muss für alle Kinder kostenlos sein.

Aktuell gibt es 161 000 Kita-Plätze und fast 5 500 Plätze in der Kindertagespflege. Durch die Einschulung der älteren Kinder sind allein Ende Juli rund 37 500 Kita-Plätze freigeworden. Jüngere Kinder rücken nun nach. Im August kamen rund 20 000 Kinder neu in die Kitas. Zum Stichtag 31. August 2017 waren fast 18 500 Kita-Plätze nicht belegt.

Sandra Scheeres: „In Berlin werden insgesamt rund 166 500 Plätze in den Kitas und Tagespflegeinrichtungen angeboten. Das heißt, wir haben mehr Kita-Kinder als manche deutsche Großstadt Einwohner hat. Wir wissen aber: Wir dürfen weder beim Kita-Ausbau noch bei der Fachkräftegewinnung nachlassen. Berlin wächst und der Bedarf steigt weiter. Wir setzen hier auf einen Dreiklang: Kita-Ausbau, Verbesserung der Kita-Qualität und Beitragsfreiheit.“

Beim Kita-Ausbau liegt Berlin im Plan. Allein in der letzten Legislaturperiode wurden über 25 000 Plätze geschaffen. In dieser Legislaturperiode sollen es insgesamt rund 30 000 werden. Dafür wird so viel Geld zur Verfügung gestellt wie noch nie, allein in diesem Jahr über 100 Millionen Euro.

Beim Personalschlüssel gelten seit August Verbesserungen. So betreut nun eine Fachkraft bei den Kindern bis 2 Jahre rechnerisch nur noch 4,25 Kinder (Ganztagsförderung). Im vorigen Jahr lag der Schlüssel bei 1:4,5, im Jahr zuvor bei 1:5. In den Kitajahren 2018 und 2019 wird es wieder mehr Personal geben. Im August 2019 ist dann ein Betreuungsschlüssel von 1:3,75 erreicht. Auch bei den Zwei- bis Dreijährigen erfolgte eine Verbesserung des Personalschlüssels von ursprünglich 1:6 auf nunmehr 1:5,25. Ab August 2019 wird hier ein Personalschlüssel von 1:4,75 für die ganztags betreuten Kinder erreicht.

Die Arbeit der Kita-Leitungskräfte wird ebenfalls durch eine spürbare Verbesserung des Personalzuschlages unterstützt. Seit dem 1. August erfolgt ab einer Kitagröße von 100 Kindern die völlige Freistellung der Kita-Leitung für diese Tätigkeit. Bis August 2016 war dies ab einer Kitagröße von 120 Kindern vorgesehen. Geplant ist bereits, dass ab August 2019 die Freistellung ab 90 Kindern erfolgen soll. In Kitas mit weniger Kindern wird die Leitungstätigkeit anteilig berechnet.

Durch die seit Mai geltende Neuregelung für die Beschäftigung von Mitarbeitern in der berufsbegleitenden Ausbildung und von Quereinsteigern aus verwandten Berufen hat die Senatsverwaltungen den Kita-Trägern außerdem eine Möglichkeit eröffnet, kurzfristig auf den Fachkräftemangel zu reagieren. Für die Betreuung von Auszubildenden in der berufsbegleitenden Erzieherausbildung steht für das kommende Jahr ein weiterer Personalzuschlag auf der Agenda. Mit der Reform des Kita-Förderungsgesetzes (Kita-FöG) soll die Zahl der sogenannten Anleitungsstunden deutlich erhöht werden. Damit möchte der Senat erreichen, dass in der berufsbegleitenden Ausbildung über alle drei Jahre hinweg eine gute fachliche Unterstützung der Auszubildenden und eine Entlastung der anleitenden Fachkräfte gewährleistet ist.