School Turnaround: Bilanz zum Projektabschluss nach vier Jahren

Pressemitteilung vom 13.07.2017

Bildungssenatorin Sandra Scheeres und Uta-Micaela Dürig, Geschäftsführerin der Robert Bosch Stiftung, zogen heute nach vierjähriger Projektlaufzeit von „School Turnaround – Berliner Schulen starten durch“ Bilanz. An dem Gemeinschaftsprojekt nahmen zehn Schulen teil, die angesichts der großen Herausforderungen in sozialen Brennpunkten an die Grenzen ihrer Handlungsfähigkeit gelangt waren. Ziel war es, für diese Schulen passgenaue Unterstützungsmaßnahmen zu entwickeln, die es ihnen ermöglichen, positive Veränderungen anzustoßen, die unter anderem für bessere Abschlüsse und weniger Unterrichtsausfälle sorgen.

Die Bilanz fällt aus Sicht aller beteiligten Schulen, der Senatsverwaltung und der Robert Bosch Stiftung deutlich positiv aus. Alle Schulen haben sich in relevanten Bereichen verbessern können, z.B. in der Senkung des Unterrichtsausfalls und der unentschuldigten Fehltage der Schülerinnen und Schüler. Den meisten Integrierten Sekundarschulen ist bereits eine deutliche Senkung der Schulabbrecherquote gelungen. Darüber hinaus haben die beiden Projektpartner wichtige Erkenntnisse gesammelt im Hinblick auf die Kompetenzen und Steuerungsmechanismen, die notwendig sind, um eine erfolgreiche und systematische Schulwende durchzuführen.

Bildungssenatorin Sandra Scheeres: „Der Ansatz, für jede Schule spezifische Unterstützungsangebote bereit zu stellen, mit denen sie ihre jeweils selbst gesetzten Entwicklungsziele erreichen kann, war richtig. An allen Schulen ging und geht es im Kern um die Verbesserung der Unterrichtsqualität, aber jede Schule hat dafür ihre spezifischen Ziele definiert, die für sie wirksam sind. So hat die Herangehensweise des Projektes und die Beteiligung von Prozessberatungen eine Stärkung der Eigenverantwortlichkeit der Schulen bewirkt. Heute sind alle Projektschulen handlungsfähig und in der Lage, diese Eigenverantwortung im Interesse ihrer Schülerinnen und Schüler auch wahrzunehmen.“

Uta-Micaela Dürig, Geschäftsführerin der Robert Bosch Stiftung: „Mit dem Berliner Projekt haben wir von Beginn an zwei Ziele verfolgt. Wir wollten die zehn Schulen unterstützen, aber auch die Komplexität des Problems besser verstehen und lernen, wie Schulentwicklungsarbeit unter schwierigen Bedingungen gelingen kann. Das war keine leichte Aufgabe, aber es hat sich gelohnt. Die Erfahrungen, die wir mit unserem Projektpartner gesammelt haben, werden wir jetzt auswerten und anschließend Schulverwaltungen und Schulleitungen in anderen Bundesländern zur Verfügung stellen.“

An dem Projekt nahmen sieben Integrierte Sekundarschulen und drei Grundschulen teil, die in sozialen Brennpunkten in fünf Berliner Bezirken liegen. Zu den Auswahlkriterien gehörten u.a. geringe Anmeldezahlen, geringe Lernbereitschaft und hohe Fehlquoten der Schülerinnen und Schüler, hohe Schulabbruchquote, schwache Leistungsergebnisse und Schulabschlüsse und hoher Unterrichtsausfall. Dabei waren die Ernst-Reuter-Schule und die Hedwig-Dohm-Schule in Mitte, die Refik-Veseli-Schule, die Albrecht-von-Graefe-Schule und die Hector-Peterson-Schule in Friedrichs-hain-Kreuzberg, die Gustav-Langenscheidt-Schule in Tempelhof-Schöneberg, die Kepler-Schule und Silberstein-Schule in Neukölln sowie die Peter-Pan-Grundschule und die Bücherwurm-Schule am Weiher in Marzahn-Hellersdorf.

Über vier Jahre haben die Schulen gemeinsam mit der regionalen Schulaufsicht, dem Bezirk und den Projektpartnern daran gearbeitet, die Ziele zu erreichen, die sie sich zu Beginn selbst gesetzt hatten. Im Fokus standen dabei die vier Bereiche Unterrichtsentwicklung, Schulmanagement, Schulkultur und Leistungsergebnisse. Gemessen an ihren individuellen Zielen haben alle Schulen eine Schulwende erreicht. Eine der wirksamsten Unterstützungsmaßnahmen war der Einsatz von Prozessbegleiterinnen und -begleitern an jeder Schule. Sie haben dabei geholfen, geeignete Team- und Steuerstrukturen aufzubauen und damit die Grundlage für eine nachhaltige Schulentwicklungsarbeit geschaffen. Ein weiterer Baustein waren Qualifizierungsmaßnahmen für die Schulleitungs- und Fachteams der Schulen und Hospitationsreisen zu erfolgreich arbeitenden Schulen, die mit vergleichbaren Herausforderungen konfrontiert sind. Alle Schulen hatten zudem Gelder zur Verfügung, die sie eigenverantwortlich einsetzen konnten, um ihre definierten Entwicklungsziele zu erreichen. Die Schulaufsicht hat sich prioritär um die Besetzung vakanter Leitungsstellen an diesen Schulen bemüht. Auch die laufende Kommunikation zwischen Schulleitungen, Schulaufsicht und bezirklichen Schulträgern wurde verbessert, um die Schulen koordiniert zu unterstützen.

Insgesamt standen im Projektverlauf über 1,9 Millionen Euro zur Verfügung, um die Schulen in ihrer Schulentwicklung zu unterstützen. Auf Grundlage der erworbenen Kompetenzen, der erarbeiteten Konzepte und der neu aufgebauten Teamstrukturen werden die Schulen in den kommenden Jahren weiter an ihren Zielen arbeiten.

Das Projekt wurde von Beginn an durch Prof. Dr. Stephan Huber und sein Team von der Pädagogischen Hochschule Zug (Schweiz) wissenschaftlich begleitet und evaluiert. Die Ergebnisse werden bis Anfang 2018 ausgewertet.