Sexueller Missbrauch in den 70er Jahren

Gutachten zum "Experiment" von Helmut Kentler

Das Göttinger Institut für Demokratieforschung hat nach Auftragsvergabe durch die Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Wissenschaft einen Bericht zur „Unterstützung pädosexueller bzw. päderastischer Interessen durch die Berliner Senatsverwaltung“ vorgelegt. Danach wurde Ende der 60er/Anfang der 70er Jahre ein „Experiment“ von Helmut Kentler durch die damals für Jugend zuständige Senatsverwaltung genehmigt, in dem Jugendliche auf Trebegang an pädophile Pflegeväter mit dem „Ziel der Resozialisierung“ vermittelt wurden.

„Was damals mit Wissen der Senatsverwaltung geschehen ist, ist ein Verbrechen an den Betroffenen. Die Aufgabe einer Jugendverwaltung ist es, Kinder und Jugendliche vor Übergriffen zu schützen, hier wurden sie diesen ausgesetzt. Als Senatsverwaltung stellen wir uns heute dieser Verantwortung“, so Sandra Scheeres.

In Verantwortung des Schicksals dieser jungen Menschen hat die Senatsverwaltung ein Hilfesystem Berlin ins Leben gerufen, das helfen soll, die Folgen des sexuellen Missbrauchs bei den Betroffenen zu lindern. Sie ruft die Betroffenen auf, diese Hilfe in Anspruch zu nehmen.

Die Ansprechpartnerin in der Senatsverwaltung ist
Frau Anne-Katrin Roth
Telefon (030) 90227-5540
anne-katrin.roth@senbjw.berlin.de

„Wir werden auf jeden Fall die Aufarbeitung fortführen. Nachdem wir die Untersuchung der Göttinger Universität finanziell unterstützt haben, wird es eine weitere Untersuchung geben, um die weiterhin offenen Fragen zu klären“, so Scheeres.

Kentler-Gutachten

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