Integrierte Sekundarschule
Mehr Förderung, mehr Chancengerechtigkeit, neue Kooperationen: Die Integrierte Sekundarschule (ISS) ist eine Schule für alle. Sie baut auf den Erfahrungen der Gesamtschule auf und jeder einzelne Schüler wird optimal gefördert und gefordert. Bereits in der Schulzeit kann sich mit dem Dualen Lernen auf die spätere Berufsausbildung vorbereitet werden: Hier verknüpft sich der Klassenraum mit außerschulischen, praxisnahen Lernorten. Gleichzeitig bietet die Sekundarschule alle Abschlüsse bis hin zum Abitur. Damit ist sie in den Bildungsstandards und Abschlüssen dem Gymnasium gleichwertig.
Eine Schule für alle - ganz individuell
Seit dem Schuljahr 2010/2011 gibt es in Berlin nach Klasse sechs nur noch zwei Schularten: die Integrierte Sekundarschule und das Gymnasium. Die Sekundarschule ersetzt die bisherigen Haupt-, Real-und Gesamtschulen, deren Bildungsgänge auslaufen.
In der Sekundarschule wird jeder Einzelne nach besten Kräften individuell gefördert: Im Vordergrund steht der Schüler. Im Lernteam und individuell wird an Stationen, in Kleingruppen, Projekten und Lernbereichen gearbeitet. Das bedeutet mehr Chanchengerechtigkeit und mehr Motivation für jeden Schüler. Niemand bleibt auf der Strecke. Das demotivierende Sitzenbleiben gibt es nicht mehr.
Alle Schulabschlüsse - vom Mittleren Schulabschluss bis zum Abitur - bietet die Sekundarschule: Entweder an der eigenen gymnasialen Oberstufe oder in einer verbindlichen Kooperation mit Oberstufen anderer Sekundarschulen oder den beruflichen Gymnasien an den Oberstufenzentren. Zusätzliches Plus: Verbindliche Ganztagsangebote an allen Integrierten Sekundarschulen mit der Möglichkeit zu sportlichen, musischen oder künstlerischen Aktivitäten bis hin zum Mittagessen.
Leistungsdifferenzierung
Da Schülerinnen und Schüler mit unterschiedlichen Stärken, Fähigkeiten und Neigungen eine Integrierte Sekundarschule besuchen, sind auch Angebote auf verschiedenen Niveaus für eine bestmögliche Förderung nötig. Dabei können die Schulen selbst entscheiden, wie der Unterricht nach Anforderung und Fördermöglichkeiten organisiert wird: Das sind beispielsweise Kurse mit verschiedenen Leistungsstufen oder gemeinsame Lerngruppen mit Aufgaben auf unterschiedlichem Niveau.
Klassenfrequenz
Die Klassengröße von 25 oder 26 Schülern garantiert beste Vorraussetzungen und gute schulische Erfolge. Durch zusätzliche Förderstunden zum Beispiel für Schüler nichtdeutscher Herkunftssprache oder mit Lernmittelbefreiung kann die Klassenfrequenz noch niedriger sein.
Stundenplan
Mit 31 Stunden in der Woche in den Klassen 7+8 und 32 Stunden in den Klassen 9+10 beinhaltet der Stundenplan an der Sekundarschule zwei Stunden weniger als am Gymnasium. Bis zum Abitur erhalten die Sekundarschüler allerdings sogar mehr Unterricht als die Gymnasiasten, da sie ein ganzes Schuljahr mehr Zeit bis zum Abitur haben.
Ganztagsschule
Alle Sekundarschulen sind Ganztagsschulen: Bis 16 Uhr gibt es für alle Schüler verbindliche Bildungs-und Betreuungsangebote. In der offenen Form stehen nach Unterrichtsschluss Angebote wie Sport, Theater, Kunst, Musik oder Schülerarbeitsstunden zur Verfügung. In der gebundenen Form werden diese Angebote in den gesamten Schulalltag integriert. Dafür kooperiert die Sekundarschule mit Trägern der Jugendarbeit und Jugendhilfe. Wie die Schule ihr Ganztagsangebot organisiert und wie sie Personal und finanzielle Mittel einsetzt, kann sie selbst entscheiden. mehr
Eine Schule mit Praxis - Duales Lernen
Das Duale Lernen ist die sinnvolle Verknüpfung von Unterricht und praxisbezogenem Lernen: Aktivitäten zur Berufs- und Studienorientierung und die Vermittlung von Praxisplätzen an geeigneten Lernorten werden in enger Zusammenarbeit mit der Berliner Wirtschaft angeboten.
Alle Sekundarschulen bieten ihren Schülerinnen und Schülern der Jahrgangsstufen sieben bis zehn das Duale Lernen an: Das Leitfach für das Duale Lernen ist das Unterrichtsfach "Wirtschaft, Arbeit, Technik" (WAT), das intensiv auf die Arbeits-und Berufswelt vorbereitet.
Damit die Sekundarschüler gemäß Ihren Lernvorraussetzungen und Fähigkeiten individuell gefördert werden, gibt es eine Stundentafel, die Flexibilität garantiert: Angebote für Duales Lernen werden im Fachunterricht, wie zum Beispiel Wirtschaft, Arbeit, Technik, oder aber im Wahlpflichtfach vorbereitet und durchgeführt. Zur Steuerung des individuellen Berufsorientierungsprozesses wird der Berufswahlpass eingesetzt.
Weiterhin gibt es fächerübergreifende und fächerverbindende Angebote im Rahmen von Projekttagen und im Ganztagsbetrieb. Grundsätzlich steht allen Schülerinnen und Schülern das Duale Lernen für alle angestrebten Schulabschlüsse zur Verfügung. mehr
Eine Schule für alle Abschlüsse - vom MSA bis zum Abitur
Die Integrierte Sekundarschule ermöglicht ihren Schülerinnen und Schülern nach bestandenen Prüfungen folgende Abschlüsse: Berufsbildungsreife (BB), Erweiterte Berufsbildungsreife (eBB) und Mittlerer Schulabschluss (MSA). Der erste allgemeinbildende Schulabschluss, die Bildungsreife, wird am Ende der neunten oder zehnten Jahrgangsstufe erreicht.
Zudem bietet die Sekundarschule genauso wie das Gymnasium nach der zehnten Klasse den Übergang in die gymnasiale Oberstufe. Das heißt, entweder wird das Abitur an der eigenen gymnasialen Oberstufe oder in verbindlicher Kooperation mit einem beruflichen Gymnasium abgelegt.
Damit ein Schüler dorthin wechseln kann, müssen die Abschlussnoten nach dem zehnten Jahrgang stimmen und der Mittlere Schulabschluss bestanden sein. Die Sekundarschüler haben zwei oder drei Jahre Zeit, um die gymnasiale Oberstufe zu durchlaufen. Das ist der einzige Unterschied zum Gymnasium, dort dauert diese Phase immer zwei Jahre.
Die Integrierten Sekundarschulen im Überblick.
Jeder Abschluss mit Anschluss
Fit für Beruf oder Studium - Bildungswege und Kooperationen der Oberstufenzentren
Die Oberstufenzentren sind wichtige Kooperationspartner der Integrierten Sekundarschulen. Sie bieten neben den beruflich orientierten Ausbildungsgängen auch die Möglichkeit, das Abitur oder die Fachhochschulreife zu erlangen.
Die Broschüre Jeder Abschluss mit Anschluss gibt Ihnen auf anschaulich Weise und anhand einiger Praxisbeispiele Gelegenheit, sich einen Überblick über die Angebote und Bildungsziele der OSZ zu verschaffen.
Sekundarschule und Gymnasium im Vergleich
|
Sekundarschule |
Gymnasium |
| Beginn |
Klasse 7 |
Klasse 7 (in einigen Schulen ab Klasse 5 möglich) |
| Schülerzahl* |
26 |
29 |
| Probezeit |
nein |
Klasse 7 (Kl.5) |
| Mittlerer Schulabschluss |
Ende der 10.Klasse |
Ende der 10 Klasse |
Schuljahre bis
zum Abitur |
13 (möglich nach 12 ) |
12 |
Unterrichtsstunden
pro Woche |
7.+ 8. Klasse: 31 Stunden
9.+10 Klasse: 32 Stunden |
7.+ 8. Klasse: 33 Stunden
9.+10 Klasse: 34 Stunden |
Ganztagsbetrieb und
Nachmittagsangebote |
ja |
mindestens an einem Gymnasium im Bezirk |
| Mittagessen-Angebot |
ja |
ja |
| Duales Lernen |
ja (Schule legt Konzept im Schulprogramm fest) |
möglich (kann als Profil angeboten werden) |
Verpflichtenden Kooperationen mit
anderen Schulen |
mit Grundschulen und beruflichen Schulen/OSZ |
mit Grundschulen |
| Leistungsdifferenzierung |
innerhalb des Unterrichts oder in Kursen (die Schule entscheidet) |
innerhalb des Unterrichts |
| Versetzung in die nächsthöhere Klasse (7.bis 10.Klasse) |
immer (Ausnahmen bei Vereinbarungen mit den Eltern) |
bei entsprechenden Leistungen |
| Bildungsziel |
Abitur
Mittlerer Schulabschluss**
Berufsbildungsreife***
erweiterte Berufsbildungsreife |
Abitur |
| *=Klassenfrequenz (Basis: Zumessungsfrequenz) **Mittlerer Schulabschluss (MSA): früher Realschulabschluss ***Berufsbildungsreife (BB), erweiterte Berufsbildungsreife (eBB): früher Haupschulabschluss, erweiterter Hauptschulabschluss |
Weiterführende Informationen
Siehe auch
Verweise zu anderen Angeboten
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