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Gesamtschule

In der Grundschule waren die Kinder zusammen. Gesamtschulen führen die Idee "Eine Schule für alle" fort und folgen nicht der Trennung in Haupt-, Realschule und Gymnasium. Weil alle Schüler zwar unterschiedlich sind, aber von ihren Unterschieden gemeinsam lernen können und gleich guten Unterricht verdienen, gibt es Gesamtschulen. In ihr werden die Bildungsgänge und das Unterrichtsangebot der Hauptschule, Realschule und Gymnasium integriert.

Alle Gesamtschulen sind seit dem 01.08.2006 Ganztagsschulen
Wohin nach der Grundschule ?

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Wegweiser durch Hauptschule, Realschule, Gymnasium und Gesamtschule. Schulsystem, Schulen im Überblick, einzelne Schulzwige, berufliche Bildung.  mehr »

Welche Abschlüsse vergibt die Gesamtschule?


In der Gesamtschule können alle Abschlüsse der Hauptschule, der Realschule und des Gymnasiums erreicht werden
  • Hauptschulabschluss nach Klasse 9
  • Erweiterter Hauptschulabschluss nach Klasse 10
  • Mittlerer Schulabschluss nach Klasse 10
  • Berechtigung zum Übergang in die gymnasiale Oberstufe nach Klasse 10

Die Abschlusszeugnisse der Gesamtschulen sind in allen Bundesländern anerkannt.

An vielen Gesamtschulen ist eine gymnasiale Oberstufe angeschlossen, so dass auch das Abitur erreicht werden kann. Von Gesamtschulen ohne eigene gymnasiale Oberstufe können die Schülerinnen und Schüler, die eine Berechtigung zum Übergang in die gymnasiale Oberstufe erworben haben, selbstverständlich in andere Schulen wechseln, die eine gymnasiale Oberstufe anbieten.
Voraussetzungen für Abschlüsse an der Gesamtschule (bis 2009)
Hauptschulabschluss,
erweiterter Hauptschulabschluss
Mittlerer Schulabschluss (MSA) Übergang in die gymnasiale Oberstufe
Grundvoraussetzung verpflichtende Teilnahme: mindestens 2 Kurse des oberen Anspruchsniveaus aus Deutsch, Mathematik oder 1. Fremdsprache
freiwillige Teilnahme: höchstens 4 Fächer schlechter als ausreichend
MSA bestanden,
mindestens 3 Kurse des oberen Anspruchsniveaus, davon 2 aus Deutsch, Mathematik oder 1. Fremdsprache
Prüfung Alle Prüfungsnoten mindestens ausreichend, höchstens eine 5 kann durch mindestens eine 3 ausgeglichen werden
Punktsumme in allen Fächern (mindestens) 60 Punkte 84 Punkte 112 Punkte
Punktsumme in den nicht leistungsdifferenzierten Fächern (mindestens) 30 Punkte 42 Punkte 56 Punkte
Verringerung der Punktsummen bei weniger als 13 Fächer
je leistungsdifferenziertes Fach / nicht leistungsdifferenziertes Fach
5 Punkte / 4 Punkte 7 Punkte / 6 Punkte 9 Punkte / 8 Punkte
Punkte in leistungsdifferenzierten Fächern (mindestens) 5 Punkte 7 Punkte 9 Punkte
Punkte in den übrigen Fächern (mindestens) 4 Punkte zweimal 7 Punkte, sonst 4 Punkte 4 Punkte
Unterschreitung der Anforderungen (Ausfälle), höchstens 3 Ausfälle, höchstens einer in Deutsch oder Mathematik 2 Ausfälle, höchstens einer in Deutsch, Mathematik oder 1. Fremdsprache 2 Ausfälle, höchstens einer in Deutsch, Mathematik oder 1. Fremdsprache
Jahrgangsnote 6 (ungenügend), höchstens einmal einmal, aber nicht in Deutsch, Mathematik oder 1. Fremdsprache


Ab 2010 gilt:
Die Punktsumme für den Hauptschulabschluss muss in allen Fächern 64 und in den nicht leistungsdifferenzierten Fächern 34 betragen. Die Punktsummen verringern sich, wenn Noten in weniger als 14 Fächern vorliegen.
Beim Übergang in die gymnasiale Oberstufe entscheidet die Jahrgangskonferenz auf Antrag, ob der Übergang in die dreijährige oder zweijährige Form erfolgt.

Abitur nach 12 oder nach 13 Jahren?


Manche Schülerinnen und Schüler benötigen etwas mehr Unterstützung und mehr Zeit, Leistungsstärke schaffen das Pensum etwas schneller. An Gesamtschulen besteht daher die Möglichkeit, das Abitur nach 12 oder nach 13 Jahren zu erwerben.

Wer kann die Gesamtschule besuchen?


Alle Kinder, die aus der 6. Klasse der Grundschule in die 7. Klasse versetzt worden sind, können die Gesamtschule besuchen. Die Gesamtschule ist eine Schule für Kinder aller Begabungen und Interessen; daher führt sie zu allen Schulabschlüssen.

Wie wird die Gesamtschule den unterschiedlichen Begabungen und Interessen gerecht?


Dafür gibt es erprobte Wege

  • Binnendifferenzierung, damit niemand über- oder unterfordert wird.

    In allen Fächern versuchen die Lehrkräfte, durch die sogenannte Binnendifferenzierung den unterschiedlichen Begabungen innerhalb der KIasse gerecht zu werden. Schnell Lernende erhalten Zusatzaufgaben, während Schwächere besondere Gelegenheit zum Einüben des Erlernten bekommen.
    Wichtige Arbeitsformen der Binnendifferenzierung sind Partner- und Gruppenarbeit. Dabei arbeiten Gruppen von zwei, drei oder mehr Schülerinnen und Schülern an unterschiedlich schweren Aufgaben zusammen.

  • Fachleistungsdifferenzierung, weil die Leistungsfähigkeit in unterschiedlichen Fächern unterschiedlich ist:

    Wenn die Unterschiede im Lernfortschritt in einer KIasse größer werden, richtet die Schule Lerngruppen (Kurse) ein, in denen die Anforderungen verschieden sind. So haben die schwächeren Schülerinnen und Schüler in ihrer Gruppe mehr Zeit zum Wiederholen und Üben, und die leichter Lernenden benutzen diese Zeit, um sich intensiver und vertieft mit dem Lernstoff auseinander zu setzen. Es gibt zwei unterschiedliche Niveaus von Kursen: Grundanforderungen (GA-Niveau) und die Grund- und Zusatzanforderungen (FE-Niveau). An den meisten Gesamtschulen werden daher einige Fächer nach Leistungen differenziert angeboten.

    Fachleistungsdifferenzierung ist zwar ein umständliches Wort, aber man kann daran ablesen, dass die Zugehörigkeit zu einer solchen Lerngruppe immer nur von den Leistungen in diesem einen Fach bestimmt wird. Dies hat einen einfachen Grund: Schülerinnen und Schüler mit guten Leistungen in der Mathematik sollen auch dann im oberen Kurs lernen, wenn sie in den anderen Fächern nur durchschnittliche Leistungen zeigen. Umgekehrt soll jemand, der Schwierigkeiten in der Mathematik hat, nicht die Möglichkeit verlieren, besonders gut Englisch zu lernen, wenn ihm das leicht fällt. Die enge Zusammenarbeit der Lehrer, die diese unterschiedlichen Niveaukurse unterrichten, ermöglicht auch, dass Schülerinnen und Schüler das Kursniveau wechseln können.

  • Interessendifferenzierung im Wahlpflichtunterricht und Wahlunterricht, damit die Schülerinnen und Schüler das lernen können, was sie besonders interessiert.

    Je älter die Schülerinnen und Schüler werden, um so deutlicher zeigen sich ihre unterschiedlichen Interessen. In der Gesamtschule können sie mit ihren Eltern in besonderem Maße bestimmen, in welchen Unterrichtsbereichen sie Schwerpunkte setzen. Viele Fächer stehen daher zur Wahl, und jede Schülerin und jeder Schüler hat die Pflicht, ein oder zwei (je nach Angebot der Schule) davon zu wählen. Deshalb gibt es den Wahlpflichtbereich wie zum Beispiel Biologie, Sport, Kunst, Darstellendes Spiel, Musik, Wirtschaft u.a.m.
    Der Wahlunterricht ist für die Schülerinnen und Schüler freiwillig und wird in der Regel zusätzlich als Arbeitsgemeinschaft angeboten.

Gibt es ein Probehalbjahr an der Gesamtschule?


Weil die Gesamtschule alle Bildungsgänge umfasst und aufgrund der beschriebenen vielfältigen Unterrichtsformen und Angebote ist die Gesamtschule in der Lage, alle Kinder optimal zu fördern. Es gibt daher kein Probehalbjahr an der Gesamtschule.

Gibt es in der Gesamtschule Klassenverbände?


Neben den unterschiedlich zusammengesetzten Lerngruppen bleibt der Klassenverband über viele Jahre hinweg unverändert, in der Gesamtschule heißt er allerdings Kerngruppe. Der Kerngruppenleiter oder die Kerngruppenleiterin ist Berater und Helfer der Schülerinnen und Schüler und trifft sich mit ihnen in dafür angesetzten Stunden (Kerngruppenstunden). In diesen Stunden lernen sich die Schülerinnen und Schüler gegenseitig besser kennen, als das im Unterricht im allgemeinen möglich ist. Gemeinsame Spiele und Unternehmungen vertiefen das Verständnis für den anderen und helfen, Vorurteile abzubauen. Probleme, Ängste und Sorgen werden ohne Zeitdruck besprochen. In diesen Stunden geht es nicht um gute Leistungen und schon gar nicht um Noten und Zeugnisse. Die gibt es nämlich in diesem Bereich nicht.

Ist Gesamtschule gleich Gesamtschule?


Viele Gesamtschulen haben ein besonderes Profil entwickelt und bieten ein großes Spektrum an Auswahlmöglichkeiten:

Im sprachlichen Bereich zum Beispiel:

  • Einige Gesamtschulen mit gymnasialer Oberstufe haben Züge mit bilingualem Unterricht in bestimmten Fächern eingerichtet oder Züge, in denen je zur Hälfte in deutscher Sprache und zur Hälfte in der jeweiligen Partnersprache unterrichtet wird: Diese werden als Staatliche Europa-Schule Berlin (SESB) bezeichnet. Folgende Sprachkombinationen gibt es:
    - Deutsch-Russisch (Mildred-Hartnack-Schule in Lichtenberg),
    - Deutsch-Französisch (Sophie-Scholl-Schule in Tempelhof-Schöneberg),
    - Deutsch-Spanisch (Friedensburg-Schule in Charlottenburg-Wilmersdorf),
    - Deutsch-Türkisch (Carl-von-Ossietzky-Schule in Friedrichshain-Kreuzberg),
    - Deutsch-Polnisch (Robert-Jungk-Schule in Charlottenburg-Wilmersdorf)
  • Die Nelson-Mandela-Schule (Staatliche Internationale Gesamtschule mit Grundstufe und gymnasialer Oberstufe) und die John-F.-Kennedy-Schule haben ein Schulprofil, in dem die Unterrichtsfächer etwa je zur Hälfte bilingual in Deutsch und Englisch erteilt werden.
  • An der Gustav-Heinemann-Schule in Tempelhof-Schöneberg kann Japanisch ab der 5. Jahrgangsstufe gewählt werden.

Im sportlichen Bereich zum Beispiel:

  • Die Werner-Seelenbinder-Schule in Lichtenberg und die Poelchau-Schule in Charlottenburg-Wilmersdorf sind Gesamtschulen mit sportlichen Schwerpunkten (Leistungssportzüge). Die Wilma-Rudolph-Schule in Steglitz-Zehlendorf und die Heinrich-Böll-Schule in Spandau haben sportbetonte Züge.

Im musischen Bereich zum Beispiel:

  • Die Clay-Schule in Neukölln bietet im Rahmen eines musikbetonten Schulprogramms Musikleistungszüge und musikbetonte Züge an; ebenso die Gotthold-Ephraim-Lessing-Schule in Lichtenberg.

Im Bereich Übergang Schule - Beruf zum Beispiel

  • Einige Gesamtschulen haben der Berufsorientierung in ihrem Schulprogramm einen besonderen Platz eingeräumt und bieten ihren Schülerinnen und Schülern den Berufswahlpass an. Diese Schulen haben das Zertifikat "Schule mit Berufswahlpass" erhalten.

Darüber hinaus haben viele Gesamtschulen Profile im Bereich der Mathematik, Naturwissenschaften, Informatik, Arbeitslehre, im Bereich der zieldifferenten Integration von Schülerinnen und Schülern mit sonderpädagogischem Förderbedarf sowie der besonderen Förderung von Schülerinnen und Schülern nichtdeutscher Herkunftssprache entwickelt.
Wochenstundentafel für Gesamtschulen
Unterrichtsfach
Jahrgangsstufen
Erläuterungen
7
8
9
10
Deutsch
4
4
4
4
 
1. Fremdsprache
3
3
3
3
 
Geschichte/Sozialkunde
2
2
2
2
ggf. epochal
Erdkunde
1
1
1
1
Ethik
2
2
2
2
 
Mathematik
4
4
4
4
 
Physik
4
4
2
2

mindestens 4 Std.Lernbereich Naturwissenschaft oder je 2-stündig Bi/Ch/Ph

(Jahrgangsstufe 7 und 8)

Chemie
2
2
Biologie
(Natur-wissenschafen)
2
2
Arbeitslehre/Informationstechnik
1
(1)
1
(1)
Jahrgangsstufe 7:Informationstechnische Grundbildung oder Profil
Musik
1
1
2
2

Jahrgang 7 und 8 epochal

Jahrgang 9 und 10 alternativ

Bildende Kunst
1
1
Sport
3
3
3
3
 
Wahlpflichtfach 1
4
4
3
3
 

Früher einsetzendes Wahlpflichtfach oder Fachverstärkung/(AL) alternativ

3
3
3
3

Jahrgangsstufe 7

Informationstechnische Grundbildung/Profil

Profil
1
(1)
(1)
 
Unterrichtsstunden gesamt
33
33
34
34
 
Zur Grundstruktur gehört das bereits im Jahrgang 7 beginnende 2. Wahlpflichtfach. Alternativ kann die verbleibende Profilstunde mit den Stunden von Wahlpflichtfach 2 zur Verstärkung anderer Fächer eingesetzt werden. Arbeitslehre ist nur im Jahrgang 9 verpflichtend. Für die Informationstechnische Grundbildung ist die Profilstunde im Jahrgang 7 einsetzbar.

Siehe auch...

Verweise zu anderen Angeboten

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    Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Wissenschaft
    Bernhard-Weiß-Str. 6
    D-10178 Berlin-Mitte

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