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Landesprogramm Gute gesunde Schule

Seit 2006 gibt es in Berlin das Landesprogramm Gute gesunde Schule. Es hat sich aus dem Modellprojekt Anschub.de entwickelt. Anschub.de ist ein Projekt, das die Senatsverwaltung gemeinsam mit der Bertelsmann-Stiftung und der AOK Berlin bereits seit 2004 an 13 Schulen in Berlin-Mitte etabliert hat. Die Allianz für nachhaltige Schulgesundheit und Bildung will deutlich machen, dass Gesundheit und Bildung viel miteinander zu tun haben.
Das Motto "Wer Leistung fordert muss Gesundheit fördern" kann als Leitmotiv für die gemeinsame Arbeit verstanden werden.
Die Ergebnisse der Gesundheitsberichterstattung der Senatsverwaltung für Gesundheit belegen den Zusammenhang eindrücklich. In Bezirken mit großer Anzahl sozial benachteiligter Bevölkerung ist nicht nur der Bildungsstand der Menschen geringer, auch der Gesundheitsstatus der Erwachsenen und der Kinder und Jugendlichen ist dort niedriger.
Wer dies verändern will, muss so früh wie möglich damit anfangen, deshalb ist Umdenken gefordert: Der Aufbruch in ein gesundes Leben muss bereits in Kitas und Schulen beginnen. Das Landesprogramm setzt hier an. Es wird neben der AOK Berlin und der Bertelsmann-Stiftung von neun weiteren Krankenkassen und der Unfallkasse Berlin unterstützt.
Seit 2006 nehmen 23 Neuköllner Schulen daran teil. Im kommenden Schuljahr werden zahlreiche Schulen aus Lichtenberg, weitere aus Mitte und einige aus Pankow im Sinne einer gesundheitsförderlichen Schulentwicklung beraten. In den Bezirken wird sich ein unterstützendes Netzwerk bilden und die Schulen werden eigene Vorhaben zur Gesundheitsförderung in den Bereichen Ernährung, Bewegung, Stressbewältigung, Suchtprophylaxe oder auch Sexualpädagogik planen und durchführen.
Damit diese Maßnahmen Wirkung zeigen können, sind auch die Eltern gefordert. Ihre Mithilfe sichert, dass Gesundheit auch in der Familie gelebt und gelernt wird. Im Projekt Anschub.de ist dazu ein Material erarbeitet worden, das unter dem Motto "Prima Klima - miteinander die gute gesunde Schule gestalten" Hilfestellung im manchmal gar nicht einfachen Zusammenspiel von Schule und Elternhaus geben will. Eins haben beide Gruppen nämlich gemeinsam:

Eltern und Schule tragen gemeinsam die Sorge und die Verantwortung für ein gesundes Aufwachsen und erfolgreiches Lernen der Kinder.
  • Wie es gelingen kann
    Der erste wichtige Schritt dazu ist, miteinander ins Gespräch zu kommen.
    Das kann bei Elternabenden im persönlichen Kontakt, bei Klassenveranstaltungen oder auf Schulfesten sein. Viele Schulen richten inzwischen Elterncafes ein: Orte, an denen sich Eltern treffen und austauschen können. mehr
  • Warum es oft nicht gelingt
    Eigene schlechte Erfahrungen mit der Schule, Sprachbarrieren, ein kulturell bedingtes anderes Verständnis von Schule, zu wenig Zeit, bestimmte Lebensbedingungen, die Lehrer- und die Elternrolle und noch manches mehr können zu Irritationen zwischen Elternhaus und Schule führen. mehr
  • Initiativen der Schulen zur Einbindung der Eltern
    Die Schulen haben unterschiedliche Wege zur stärkeren Einbindung der Eltern in das Schulgeschehen eingeschlagen. mehr
Tipps für die Elternarbeit
Im Sinne der Zusammenarbeit möchten wir hier noch auf einige Einrichtungen, die Experten für "Elternarbeit" sind, hinweisen
- Arbeitskreis Neue Erziehung e. V.(Externer Link)
- Aktiv für Kinder(Externer Link) - Portal für eine kinderfreundliche Zukunft
- Türkischer Elternverein
- Caritas Erziehungsberatung

sowie auf die am Landesprogramm beteiligte Krankenkassen
Techniker Krankenkasse(Externer Link), BARMER Ersatzkasse(Externer Link), Deutsche Angestellten Krankenkasse DAK(Externer Link), BKK - Landesverband Ost(Externer Link), IKK - Berlin/Brandenburg(Externer Link), Gmünder Ersatzkasse GEK(Externer Link), Knappschaft(Externer Link), Landesverband der LKK Berlin(Externer Link), HZK - Die Profikrankenkasse(Externer Link)

Das Thema, das bisher alle Schulen beschäftigt hat, ist die Frage:

Wie soll eine gesunde, schmackhafte Ernährung in der Schule aussehen?

In allen Medien finden die Leserinnen und Leser, Hörer oder Zuschauer Tipps dazu, und trotzdem müssen wir feststellen, dass viele Kinder ohne zu Hause gefrühstückt zu haben in die Schule kommen. Manche Kinder haben noch nicht einmal ein Pausenbrot in ihrer Schultasche, einige nehmen auch nicht am Schulmittagessen teil. Wenn die Kinder unversorgt sind, können sie nicht die Leistungen erbringen, die von ihnen gefordert werden. Sie sind unkonzentriert, leicht ermüdet, kurz, es geht ihnen wie auch den Erwachsenen, wenn sie hungrig sind!
Deshalb und auch weil in der Kindheit Ernährungsgewohnheiten geprägt werden, die oft ein Leben lang anhalten, und weil in dieser Zeit die Grundlage für einen gesunden Lebensstil gebildet wird, sind die Themen Essen und natürlich Ernährung wichtig! Essen ist Genuss, Essen in der Gemeinschaft mit anderen macht Freude, aber: Es kommt darauf an, was und wie viel ein Mensch isst. Süßigkeiten oder frittierte Lebensmittel mit hohem Fettgehalt dürfen ab und zu sein, aber eben nur ab und zu. In der Schule sollte man darauf verzichten und eher zu gesunden Nahrungsmitteln greifen. Auch dabei sollten Eltern sich als Partner der Schule fühlen und am gleichen Strang ziehen, es geht schließlich um die Gesundheit der Kinder und Jugendlichen.
Aber: Was ist gesund? Hinweise dazu gibt das Ernährungskonzept des Dortmunder Forschungsinstituts für Kinderernährung. Es hat optimiX entwickelt – unter dem Motto: Ein gesunder Mix, der schmeckt! Diese Kost deckt den Bedarf an allen Nährstoffen, die Kinder und Jugendliche für Wachstum, Entwicklung und Leistungsfähigkeit benötigen, berücksichtigt aber auch das, was Kinder gern essen. Die folgenden Tipps für eine gesunde Pausenverpflegung der Vernetzungsstelle Schulverpflegung Berlin e. V. sind auf der Grundlage dieses Konzepts entwickelt worden.
Bewegung

Bewegung im Mittelpunkt des Interesses

Fast alle Kinder haben ein natürliches Bewegungsbedürfnis. Damit dies so bleibt und nicht verkümmert, sind auch wieder Eltern und Schule gemeinsam gefragt. Ein geflügeltes Wort heißt: „Wer sich nicht bewegt, bleibt sitzen“ - gemeint ist, dass unerlässliche Entwicklungen in vielen Bereichen nur durch Bewegung möglich werden:

  • Bewegung erschließt die Welt - Im Laufen und Springen, im Schwimmen und Radfahren, im Gleiten und Rollen erweitern Kinder ihren Lebensraum.
  • Bewegung ermöglicht eine intensive Auseinandersetzung mit der Umwelt, mit Materialien und Geräten - im Tasten und Greifen, im Werfen und Fangen, im Heben und Tragen entdecken Kinder die Eigenart von Geräten, von Schnee oder Sand, von Bällen oder Reifen, von Schlitten oder Rollschuhen.
  • Bewegung erschließt nachhaltige Körpererfahrungen - im Tiefspringen oder Schaukeln, im Schwimmen oder beim Rennen, beim Schwingen oder Springen erleben Kinder ihren Körper besonders intensiv.
  • Kinder drücken sich durch Bewegung aus - Freude oder Traurigkeit, Ärger oder Spannung, Zu- oder Abneigung finden ihren Ausdruck auch in der Bewegung, und häufig ist Bewegung die erste und spontanste Reaktion auf ein besonders intensives Gefühl.
  • Bewegung eröffnet den Zugang zu anderen Menschen - sie ermöglicht uns erst, Kontakt zu anderen Menschen aufzunehmen und uns andern mitzuteilen: Wir zeigen durch Gesten schon unsere Bedürfnisse, bevor wir sprechen können, wir erleben Gemeinsamkeit beim tanzen oder Geselligkeit beim Spiel.

In diesem ganzheitlichen Sinn wird Bewegung im Landesprogramm Gute gesunde Schule verstanden. Gesunde Schulen sind auch bewegungsfreudige Schulen. Diese Idee ist nicht neu, aber nach wie vor hoch aktuell. Immer mehr Schulleiterinnen und Schulleiter, Lehrerinnen und Lehrer und Eltern erkennen, dass Bewegung erhebliche Bedeutung für die motorische, kognitive, emotionale und soziale Entwicklung der Kinder und Jugendlichen hat, wie oben dargestellt.
Deshalb soll nicht nur der Sportunterricht regelmäßig erteilt werden, sondern Bewegung soll auch in anderen Lernbereichen und im gesamten Schulleben einen Platz haben.

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