Wettbewerb zur Digitalisierung entschieden

Pressemitteilung vom 09.10.2012

EFRE-Förderung für neun ausgewählte Modellprojekte

Im Juni haben die Wirtschafts- und die Kulturverwaltung gemeinsam den Wettbewerb „Digitalisierung und IT-Anwendungen von Einrichtungen der Informationsversorgung“ gestartet. Bibliotheken, Archive, Museen und andere Einrichtungen des kulturellen Erbes waren aufgerufen, Projektskizzen zu den Themen Digitalisierung, Automatisierung und IT-Serviceleistungen einzureichen. Eine unabhängige Experten-Jury hat jetzt die neun überzeugendsten Modellprojekte ausgewählt. Sie sollen mit Mitteln des Europäischen Fonds für Regionalentwicklung (EFRE) gefördert werden. Grundlage ist die Berliner Richtlinie „Innovative Maßnahmen“. Sie ermöglicht die Förderung von Pilotprojekten im Rahmen von Wettbewerben, die sich mit der Erprobung von Innovationen beschäftigen.

Die Jury hat die folgenden Projekte für eine Förderung vorgeschlagen:

Projekttitel Antragsteller
3D-Technologien für Berliner Museen Technische Universität Berlin; Institut für Mathematik, 3D Labor
Pilotprojekt KOBV – Portal 2.0 (K2) Kooperativer Bibliotheksverbund Berlin-Brandenburg (KOBV)
Einführung eMuseumPlus – Digitalisierung fünf repräsentativer Sammlungsbereiche – Online-Zugänglichkeit von 36.400 Werken Berlinische Galerie – Museum für Moderne Kunst
Digitalisierung des Kernbestandes des Bauhaus-Archives Bauhaus-Archiv e.V. -Museum für Gestaltung
Digitalisierung historischer Berliner Tageszeitungen Staatsbibliothek zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz
Effiziente Arbeitsabläufe und innovative Methoden zur Erschließung und dauerhaften Verfügbarmachung objektreicher Spezialsammlungen Museum für Naturkunde, Leibniz-Institut für Evolutions- u. Biodiversitätsforschung
IT-gestützte Erschließung und Online-Darstellung des in der Dt. Kinemathek bewahrten Film- und Schriftgutarchivs der Deutschen Film- und Fernsehakademie Berlin Deutsche Kinemathek – Museum für Film und Fernsehen
MOSYSY 3D – Modulares mobiles System zur hochpräzisen 3D-Dokumentation von Kulturgut Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin, Arbeitsgruppe Virtuelle Archäologie
Digitalisierung und Erschließung der Stoffmusterbücher des historischen Archivs der HTW Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin, Fachbereich Gestaltung und Museumskunde

Die Förderung für die ausgewählten Modellprojekte beträgt zwischen 100.000 und maximal 750.000 Euro. Der EFRE beteiligt sich mit bis zu 50 Prozent an den förderfähigen Gesamtkosten der Projekte. Die weitere Kofinanzierung wird von den Antragstellern erbracht. Insgesamt werden für den aktuellen Wettbewerb rund 3 Millionen Euro aus EFRE-Mitteln zur Verfügung gestellt.

Die neun ausgewählten Projekte werden nun aufgefordert, ihre Projektskizzen zu konkretisieren und einen formalen Förderantrag zu stellen. Die entsprechenden Zuwendungsbescheide sollen schnellstmöglich erlassen werden, damit die Projektarbeit zügig beginnen kann. Die Modellprojekte werden jeweils eine Laufzeit von zwei bis drei Jahren haben.

Die ausgewählten Vorhaben orientieren sich an der Leitinitiative „Digitale Agenda“ zur neuen Strategie „Europa 2020“ der Europäischen Union. Diese sieht verstärkte Anstrengungen der Mitgliedstaaten zur Digitalisierung des kulturellen Erbes vor. Investitionen in diesen Bereich und in die Modernisierung der Technologie in den Einrichtungen der Informationsversorgung haben – vor allem wegen deren Querschnittsfunktion für Bildung, Wirtschaft und Gesellschaft – große Bedeutung für die Stärkung des Innovationsgeschehens in Europa.

Zudem werden die Projekte zum regionalen Erwerb weiterer Expertise im Bereich Digitalisierung beitragen. Die von der Kulturverwaltung geförderte neue Servicestelle Digitalisierung beim Konrad-Zuse-Zentrum für Informationstechnik Berlin wird dieses Wissen zusammenführen und nutzbar machen.

Ansprechpartner in der Senatsverwaltung für Wirtschaft, Technologie und Forschung:
Frank Kluge, E-Mail: frank.kluge@senwtf.berlin.de , Telefon: 9013-8365

Ansprechpartner in der Kulturverwaltung:
Reiner Schmock-Bathe, E-Mail: Reiner.Schmock-Bathe@Kultur.berlin.de , Telefon 90228-558