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Jugendstrafanstalt Berlin: 18-jähriger Gefangener entwichen

Pressemitteilung vom 11.11.2015

Ein 18-jähriger Gefangener ist am Dienstagnachmittag aus der Jugendstrafanstalt Berlin am Friedrich-Olbricht-Damm entwichen. Die Flucht eines zweiten Jugendlichen (16) konnte ver-hindert werden. Beide Jugendlichen waren bei Sanierungsarbeiten in einem leer stehenden Gebäude als Hilfskräfte eingesetzt.

Mit Hilfe eines Winkelschleifers, der sich wegen der Bauarbeiten ebenfalls im Gebäude be-fand, schnitten sie ein Loch in die Haftraumgitter. Aufgrund der baulichen Gegebenheiten an dieser Stelle der Jugendstrafanstalt gelangten die Jugendlichen so direkt an die Außenmau-er. Mit Hilfe einer Leiter, die sich wegen der Bauarbeiten ebenfalls in dem renovierungsbedürftigen Gebäude befand, kletterten sie an der Grenze zur Gedenkstätte Plötzensee über die Mauer, die an dieser Stelle mit drei Metern niedriger ist, als die ansonsten üblichen fünf Meter.
Die Polizei wurde umgehend alarmiert und hat die Fahndung übernommen.
„Der Jugendliche hat eine Gelegenheit ausgenutzt, die sich ihm niemals hätte bieten dürfen. Wir haben klare Vorgaben, wie trotz Bauarbeiten die Sicherheit in einer Haftanstalt zu gewährleisten ist. Warum offenbar gegen diese Vorschriften in eklatanter Weise verstoßen wurde, wird gründlichst aufgeklärt werden“, erklärte dazu Justizsenator Thomas Heilmann.

Der Flüchtige ist seit dem 19. Mai 2015 inhaftiert, er verbüßt eine dreijährige Jugendstrafe wegen gefährlicher Körperverletzung, Beleidigung, Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte und Vergehen gegen das Betäubungsmittelgesetz. Ein weiteres Verfahren wegen schweren Raubes ist noch anhängig. Der zweite Gefangene befindet sich wegen des Verdachts des Totschlages seit dem 14. September 2015 in Untersuchungshaft. Beide Gefangen werden als Intensivtäter geführt.
In der Jugendstrafanstalt sind derzeit 306 Jugendliche untergebracht. In der Anstalt arbeiten 237 Mitarbeiter des Allgemeinen Vollzugsdienstes, 18 Sozialarbeiter, 13 Werksbedienstete, sieben Psychologen und sieben Lehrer.

Claudia Engfeld
Pressesprecherin der
Senatsverwaltung für Justiz
und Verbraucherschutz