Rund um die Geburt gesund - Basisbericht zum Gesundheitszustand und der sozialen Lage von Berliner Familien, Schwangeren und Säuglingen

Pressemitteilung vom 07.12.2016

Der Basisbericht 2014/2015 liegt jetzt vor. Im Mittelpunkt des Berichts stehen dieses Mal das Geschehen rund um Schwangerschaft, Geburt sowie das erste Lebensjahr. Er enthält wichtige Daten zum Gesundheitszustand und der sozialen Lage von Berliner Müttern und Vätern, Schwangeren und Säuglingen. Anhand von Kennziffern, wie Mortalitätsraten, Geburtenziffern und Inanspruchnahmeraten von Vorsorgeuntersuchungen und Gesundheitsförderung wird die gesundheitliche Situation dargestellt. Die Bevölkerungsdaten auf Bezirksebene standen auf Grund der Neuregelungen im Bevölkerungsstatistikgesetz letztmalig für das Jahr 2013 zur Verfügung. Nun sind sie als Service für die Berliner Bezirke in ausführlichen Sonderauswertungen im Anhang des Basisberichtes ausgewiesen. Viel Raum nehmen auch Textbeiträge externer Autorinnen und Autoren ein – wie dem Berliner Hebammenverband, der Kassenärztlichen und Kassenzahnärztlichen Vereinigung sowie der bezirklichen Kinder- und Jugendgesundheitsdienste und der Zahnärztlichen Dienste. Darin werden die Versorgungssituation sowie die Inanspruchnahme von Angeboten aus dem Blickwinkel der eingebundenen Akteure beschrieben.

Gesundheits- und Sozialsenator Mario Czaja: „Die hohe Geburtenrate ist ein Zeichen für sich weiter verbessernde Lebensverhältnisse in Berlin. Der Schutz der Lebensphase „Schwangerschaft – Geburt – Familiengründung“ ist Bestandteil des bundesweiten Gesundheitsziels „Gesund aufwachsen“ und hat auch in unserer Stadt höchste Priorität. Die Konzentration des aktuellen Basisberichts auf dieses Thema unterstützt daher die Umsetzung der Gesundheitsziele für Berliner Kinder. Wir sind hier bei der Gesundheitsförderung und Prävention gut vorangekommen. Gut angenommen wurde die Baby-Berlin-App mit Informationen zu gesundheitlichen, finanziellen und behördentechnischen Unterstützungsmöglichkeiten in der Zeit der Schwangerschaft und nach der Geburt des Kindes. Außerdem haben wir mit Ersthausbesuchen nach der Geburt des Kindes durch den Kinder- und Jugendgesundheitsdienst den richtigen präventiven Ansatz etabliert.”

Einige ausgewählte Fakten aus dem Basisbericht:

Die Anzahl der Geburten in Berlin steigt seit 2011 kontinuierlich an. Im Jahr 2014 wurden über 37.000 Kinder lebend geboren, 2015 waren es bereits über 38.000. Es wurden 2014 rund 5.000 Kinder mehr geboren als Personen im gleichen Jahr gestorben sind (2015: ca. 3.800). Somit ist Berlin neben Hamburg das einzige Bundesland, das seit Jahren einen Geburtenüberschuss zu verzeichnen hat. Diese positiven Tendenzen gilt es langfristig zu unterstützen, um die im Zusammenhang mit dem demografischen Wandel vielbeschriebene Alterung der Berliner Bevölkerung auszugleichen. Die allgemeine Geburtenziffer erreichte im Jahr 2014 in Berlin mit 45,6 Lebendgeborenen je 1.000 Frauen (Alter: 15 bis unter 50 Jahren) einen Rekordwert seit der Wiedervereinigung. Diese Entwicklung setzte sich im Jahr 2015 weiter fort mit 46,2 Lebendgeborenen je 1.000 Frauen der Altersgruppe. Das durchschnittliche Alter der Mütter bei Geburt des ersten Kindes lag im Jahr 2014 in Berlin mit 29,8 Jahren knapp über dem Bundesdurchschnitt (29,3 Jahre).

Das gängige Familienmodell in Berlin ist die Kleinfamilie. Mehr als die Hälfte (249.500 bzw. 57 %) aller Familien sind Ein-Kind-Familien. Zunehmend ist der Anteil großer Familien: In rund 50.400 (12 %) Familienhaushalten wachsen 3 und mehr Kinder auf. Jedes dritte Berliner Kind unter 18 Jahren wächst bei einem alleinerziehenden Elternteil auf. Im Bundesvergleich sind die Berliner Alleinerziehenden finanziell etwas besser gestellt: Lediglich 30 % mussten mit einem Haushaltsnettoeinkommen von unter 1.300 Euro auskommen, in Deutschland waren es hingegen 36 %.

Die Anzahl der Kaiserschnittentbindungen hat in Berlin sowie auch bundesweit in den letzten Jahren deutlich zugenommen. Im Zeitraum 2012/2014 lag der Anteil in Berlin bei 28 % der Geburten und damit unter dem Bundesniveau (31 %). In der ambulanten Versorgung der Frauen standen 2014 in Berlin 600 Fachärztinnen und Fachärzte der Frauenheilkunde und Geburtshilfe zur Verfügung. Rund 700 Hebammen betreuten die Frauen im Rahmen der Vor- und Nachsorge.