Arbeit 4.0 – made in Berlin. Hochrangig besetzte Metropolenkonferenz zur Digitalisierung der Arbeitswelt

Pressemitteilung vom 14.12.2015

Berlin wird Modellstadt zur Digitalisierung der Arbeitswelt; TU erhält Lehrstuhl zur Arbeitsforschung 4.0; Begegnungsräume für interdisziplinären Austausch

„Industrie 4.0“, „Wirtschaft 4.0“ – die Digitalisierung verändert in den kommenden Jahren unsere Wirtschaft entscheidend. Doch der entscheidende Faktor dabei wird oft vernachlässigt: der arbeitende Mensch. Ihn stellt die Berliner Metropolenkonferenz „Arbeit 4.0 – made in Berlin“ in den Mittelpunkt. Auf Einladung der Bürgermeisterin und Senatorin für Arbeit, Integration und Frauen Dilek Kolat diskutieren dort rund 150 hochkarätige Experten unter anderem folgende Fragen:

  • Wachsen Erstausbildung und betriebliche Weiterbildung zusammen zum lebenslangen Lernen?
  • Wie können Unternehmen mit Weiterbildung dem Innovationsdruck und -tempo standhalten?
  • Reicht eine Berufsausbildung noch aus, wenn Digitalisierung und Globalisierung den Arbeitsplatz immer schneller verändern?
  • Welche Chancen haben Geringqualifizierte?
  • Werden neue Arbeitszeitmodelle entstehen?
  • Wie müssen die Sozialsysteme angepasst werden, wenn immer mehr Selbständige als Click- oder Cloudworker ihre Dienstleistung über Internetportale anbieten?

Dilek Kolat dazu: „Digitalisierung und Robotik verändern die Arbeitsbedingungen in Industrie, Handwerk und Dienstleistungen. Die Pflegekraft wird von Robotern unterstützt, der Installateur muss komplexe Smart-Home-Technik beherrschen, und der Arbeiter am Fließband könnte bald der Vergangenheit angehören.

In Berlin müssen wir nicht erst ein Labor bauen, um Arbeit 4.0 zu erforschen. Denn hier haben wir Startups als Innovationstreiber, High-Tech-Industrie und das gesamte Dienstleistungsspektrum auf engem Raum beieinander. Hier sehe ich große Chancen für Berlin als Real-Labor Vorreiter zu sein. Das ist Arbeit 4.0 – made in Berlin. Dabei setzen wir drei Schwerpunkte:

  1. Berlin wird Modellstadt zur Digitalisierung der Arbeitswelt. Wir werden modulare Qualifizierungen für die duale Ausbildung und die Weiterbildung entwickeln.
  2. Arbeit 4.0 wird auch wissenschaftlich begleitet. Wir richten einen Lehrstuhl zur Arbeitsforschung 4.0 ein.
  3. Berlin als Real-Labor: Wir werden modellhaft Begegnungsräume schaffen, wo Wissenschaft und betriebliche Praxis zusammenkommen. So geht technologische mit sozialer Innovation einher.“

An der Metropolenkonferenz „Arbeit 4.0 – made in Berlin“ nahmen unter anderem teil: Thorben Albrecht (Staatssekretär im Bundesministerium für Arbeit und Soziales), Dr. Reza Moussavian (Leiter Shareground/Deutsche Telekom), Stephan Schwarz (Präsident der Handwerkskammer Berlin), Doro Zinke (Vorsitzende DGB Berlin-Brandenburg), Professor Shahin Albayrak (TU Berlin), Markus Ochsner (Vorstand ABB Deutschland), Professor Torsten Oltmanns (Roland Berger Research & Communications), Walter Riester (Bundesminister a.D.) und Ari Huczkowski, (ESPOO Innovation Helsinki).