Herausforderungen

Eine am Tisch sitzende Frau beugt sich über Rechnungen
Bild: Gina Sanders / Fotolia.com

Das Programm BerlinArbeit ist ein Vorhaben für die gesamte Legislaturperiode. 2016 wird deshalb eine Schlussbilanz der Ergebnisse von BerlinArbeit gezogen werden. Bis dahin werden alle bestehenden Projekte zur Verbesserung der arbeitsmarktpolitischen Situation in Berlin fortgeführt, verbessert und gegebenenfalls mit weiteren sinnvollen Programmen ergänzt. Die Herausforderungen der Bekämpfung der Langzeit- und Jugendarbeitslosigkeit in einer wachsenden Stadt stehen dabei besonders im Fokus.

Ein Schwerpunkt im Jahr 2016 wird die Integration der geflüchteten Menschen in den Berliner Arbeits- und Ausbildungsmarkt sein. Hierzu hat die Senatorin für Arbeit, Integration und Frauen am 2. November 2015 ein 10-Punkte-Programm vorgelegt.

Zur Integration der Flüchtlinge sollen alle vorhandenen Arbeitsmarktinstrumente geöffnet werden, unter Berücksichtigung der Spezifika, wie Spracherwerb und Anerkennung der bereits vorhandenen Abschlüsse und Kompetenzen.

Die zehn Punkte umfassen:

  • Sprachförderung vom ersten Tag an

Deutschkenntnisse sind die Grundvoraussetzung für die gesellschaftliche Integration und die Aufnahme einer Ausbildung oder Erwerbstätigkeit. Deshalb ist es unabdingbar, die Kapazitäten der Angebote für den Spracherwerb auszubauen und den Zugang vom ersten Tag an zu ermöglichen.

  • Schnelles Profiling

Geflüchtete Menschen müssen frühzeitig – idealerweise bereits bei der Registrierung – ein Erstprofiling bekommen, mit dem die mitgebrachten Qualifikationen, die vorhandenen Kompetenzen und Potenziale festgestellt werden. So können Qualifikationsbedarfe besser und schnell einschätzt werden.

  • Junge Geflüchtete im Fokus der Berufsorientierung und Berufsvorbereitung

Bei den jungen Geflüchteten bestehen besondere Potentiale für die Fachkräfteentwicklung, aber auch Risiken, wenn der Übergang von Schule zu Beruf nicht optimal gelingt. Wir setzten bei der Förderung junger Geflüchteter auf ein Erreichen von Berufsabschlüssen. Dabei spielt die Jugendberufsagentur eine zentrale Rolle.

  • Erprobung in der Praxis am Beispiel ARRIVO Berlin

Die beste Arbeitsmarktintegration gelingt im direkten Praxisbezug. Deshalb ist das hohe Engagement der Berliner Betriebe und Unternehmen von großer Bedeutung. ARRIVO Berlin ist eine Initiative der Berliner Wirtschaft und der Senatsverwaltung für Arbeit, Integration und Frauen, die geflüchteten Menschen mit Erprobungs- und Qualifizierungsangeboten, Berufsorientierung und Sprachangeboten die Integration in den Ausbildungs- und Arbeitsmarkt erleichtert. Als stetig wachsende Plattform wird ARRIVO Berlin das vielfältige Engagement der Unternehmen und die Chancen und Möglichkeiten für eine erfolgreiche Arbeitsmarktintegration von geflüchteten Menschen sichtbar machen.

  • Erfolgreich zum Berufsabschluss

Alle Förderprogramme und Instrumente, die Jugendliche mit schwierigen Startbedingungen unterstützen, werden gezielt auch für geflüchtete Jugendliche eingesetzt. Das Ziel ist es, mit den Initiativen, Projekten und Angeboten der Senatsverwaltung für Arbeit, Integration und Frauen und ihrer Partner, den Einstieg in den Berliner Ausbildungs- und Arbeitsmarkt auch für geflüchtete Menschen zu erleichtern.

  • Wirksame Unterstützung – von Anfang an

Wir verlieren in Berlin keine Zeit. Den arbeitslosen Geflüchteten wird ein breites Spektrum an Unterstützungs- und Qualifizierungsangeboten bereitgestellt, so dass individuell jeder Bildungsweg möglich ist. Von Alphabetisierung, Deutschkursen und Qualifizierung bis hin zur Anerkennung der im Herkunftsland erworbenen Berufsqualifikationen. Eine Broschüre fasst die zentralen Angebote und Ansprechpartner zusammen.

  • Mehr Ausstattung für mehr Kunden bei Jobcentern und Arbeitsagenturen

Die Jobcenter und Agenturen für Arbeit sind Nahtstellen für die Arbeitsmarktintegration. Hier erhalten Geflüchtete den konkreten Zugang zum Arbeitsmarkt. Die Zahl der Geflüchteten, die regulär Kundinnen und Kunden mit Leistungsansprüchen sind, steigt. Der Mehrbedarf an Beratung und Vermittlung darf nicht zu Engpässen führen und zu Lasten der vorhandenen Arbeitslosen gehen. Daher ist die bedarfsgerechte Ausstattung durch mehr Personal und Budget unabdingbar.

  • Interkulturelle Öffnung in den Jobcentern

Für eine gute Beratung in dienstleistungsorientierten Einrichtungen wie den Jobcentern, ist ein interkulturelles Verständnis in der Belegschaft unverzichtbar. Dabei legen wir besonderen Wert auf vorhandene Kompetenzen in fluchtspezifischen Themen. Die Senatsverwaltung für Arbeit, Integration und Frauen hat deshalb in Abstimmung mit der Agentur für Arbeit eine interkulturelle Organisationsentwicklung initiiert.

  • Zugang zum Arbeitsmarkt über ehrenamtliche Tätigkeit

Der Bundesfreiwilligendienst (BFD) ist eine gute Chance auch für Geflüchtete, die Sprache zu erlernen und einen Weg in Berufsausbildung oder Arbeit zu ebnen. Der BFD eröffnet auch die Möglichkeit des Einsatzes für Menschen mit Aufenthaltsgestattung und Geduldete. Das ist ein wichtiges Signal, denn die Beschäftigungsverordnung bietet Geflüchteten schon während des Asylverfahrens oder als Geduldete die Chance, über dieses Programm eine Tätigkeit zu finden.

  • Öffentlich geförderte Beschäftigung nutzen

Arbeitsgelegenheiten und öffentlich geförderte Beschäftigung können Brücken zum regulären Arbeitsmarkt sein. Sie helfen, Tätigkeitsfelder kennenzulernen, in einen Arbeitsprozess reinzukommen und die Sprache in der Praxis zu erlernen. Sie können ein Mittel sein, die Perspektiven für Geflüchtete auf dem Arbeitsmarkt zu entwickeln.

Integration durch Beschäftigung - 10 Punkte zur Arbeitsmarktintegration von geflüchteten Menschen

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