Arbeit 4.0

Mehrere Kugeln aus Chrom (silber bzw. rot) mit Pfaden verzweigt angeordnet
Bild: Jürgen Priewe - Fotolia.com

Aktuelles - Expertise Crowdworking "„Faire Arbeit in der Crowd - Gestaltungsfelder guter Arbeitsbedingungen“

Die Digitalisierung hat große Auswirkungen auf die Gesellschaft und die Arbeitswelt. Durch das Internet verändert sich die Art und Weise des Arbeitens jenseits klassischer Formen des Arbeitgeber- und Arbeitnehmerverhältnisses. Es entstehen neue Erwerbsformen und Muster zum Beispiel das sogenannte Crowdsourcing und Crowdworking.

Auf Grund dieser Entwicklungen ist es umso wichtiger, einen umfassende Dialog zu führen, der auf Bundesebene mit der Verabschiedung des Grünbuchs Arbeiten 4.0 sowie auf Landesebene Arbeit 4.0 – made in Berlin initiiert wurde und auf eine aktive Gestaltung der Rahmenbedingungen der zukünftigen Arbeitswelt hinwirkt.

Am Beispiel des Crowdworking zeigt sich, wie Digitalisierung die Arbeitswelt maßgeblich verändern kann. Mit Crowdworking eröffnen sich einerseits neue Chancen für eine bessere Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben, andererseits ist die Arbeitsbeziehung noch weitgehend ungeregelt. Die Senatsverwaltung hat diese Entwicklung zum Anlass genommen, diese neue Arbeitsform näher zu beleuchten. Ziel war es, faire Arbeit in der Crowd zu definieren und Gestaltungsfelder aufzuzeigen.

Die Expertise „Faire Arbeit in der Crowd – Gestaltungsfelder guter Arbeitsbedingungen“ wurde im Rahmen des von der Senatsverwaltung für Integration, Arbeit und Soziales geförderten Projektes Joboption Berlin erarbeitet.

Arbeit 4.0

Bei Arbeit 4.0 geht es um die verantwortliche Gestaltung einer zunehmend automatisierten und digitalisierten Arbeitswelt. Sie ist heute schon Realität, wird sich aber in der Zukunft rasant weiter entwickeln. Die technologischen Innovationen müssen mit sozialen Innovationen und fairen Arbeitsbedingungen einhergehen. Es geht um den Gestaltungsauftrag der Politik und der Sozialpartner. Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales hat mit dem Grünbuch Arbeit 4.0 einen richtungsweisenden Beitrag zu dieser Diskussion vorgelegt.

Zentrale Herausforderungen:

  • Was bedeutet Arbeit 4.0 für die Menschen, was für die Beschäftigten, die Auszubildenden, die Arbeitssuchenden?
  • Was bedeutet Arbeit 4.0 für die Metropolregionen im Allgemeinen und für die Metropole Berlin im Besonderen? Gibt es in Metropolen und in Berlin neue Formen der Kooperation und der Wertschöpfung zwischen Industrie, Dienstleistung und Start-ups? Welche Rolle spielt die Digitalisierung im Spannungsfeld zwischen technischer Neuerung und sozialer Innovation, für neue Arbeits- und Lebensformen in der Metropole? Was kann man von Start-ups lernen? Was sind speziell die Chancen und Risiken für den Dienstleistungssektor, der in Berlin besonders dominiert?
  • Was bedeutet Arbeit 4.0 für die Qualifizierung? Wie ändern sich Aus- und Weiterbildung? Welche neuen Anforderungen für Berufsbilder und Lehrkräfte erfordert die Automatisierung und Digitalisierung? Welche Qualifikationen sind gefragt und was wird sich ändern?

Um diesen Fragen nachzugehen, wurden im Herbst 2015 Expertenworkshops und Gesprächsrunden zu Dienstleistung 4.0 und Qualifizierung 4.0 mit Start-ups, Forschern und der Industrie durchgeführt. Davon ausgehend, veranstaltete die Senatsverwaltung für Arbeit, Integration und Frauen unter dem Titel „Arbeit 4.0 – made in Berlin“ am 14. Dezember 2015 eine Konferenz mit hochrangigen Vertreterinnen und Vertretern der Politik, der Wissenschaft, der Wirtschafts- und Sozialpartner, der Industrie, der Dienstleistungsbranche und von Start-ups sowie mit weiteren Expertinnen und Experten, auch aus dem internationalen Bereich.

Im Ergebnis bestehen für Berlin große Chancen, eine Vorreiterrolle bei der Gestaltung von Arbeit 4.0 übernehmen zu können, zumal sich Start-ups als Innovationstreiber, High-Tech-Industrie und das gesamte Dienstleistungsspektrum in der Stadt konzentrieren.

Schwerpunkte:

  • Berlin wird Modellstadt zur Digitalisierung der Arbeitswelt. Für die duale Ausbildung und die Weiterbildung werden abgestimmte Bausteine für Zusatzqualifikationen entwickelt.
    Arbeit 4.0 wird auch wissenschaftlich begleitet. Hierzu wird ein Lehrstuhl zur Arbeitsforschung 4.0 eingerichtet.
  • Berlin – als Reallabor – wird modellhaft Begegnungsräume schaffen, wo Wissenschaft und betriebliche Praxis zusammenkommen. So geht technologische mit sozialer Innovation einher.

Bei allen Bestrebungen muss es das Ziel sein, stets den Menschen in den Mittelpunkt der Entwicklung zu stellen. Die Chancen der Digitalisierung sollen für die Menschen besser genutzt, erlebbar und anwendbar gemacht, die Risiken minimiert werden. In 2016 wird es darum gehen, auf dieser Grundlage Arbeitsstrukturen zu entwickeln.