Berliner Weg der Bildungsberatung

Eine wesentliche Rahmenbedingung für selbst gesteuertes lebenslanges Lernen ist die Gewährleistung eines chancengleichen Zugangs zum Lernen, der durch individuelle Beratung und Information sowie durch einen für alle transparenten Weiterbildungsmarkt geprägt ist.

Der Berliner Weg der Bildungsberatung richtet sein Interesse vor allem auf Menschen, die älter als 25 Jahre sind. Damit widmet sich Berlin einer Altersgruppe, die – in Bezug auf Bildung – eher selten im Fokus steht. Die Berliner Bildungsberatung ist eng verknüpft mit der wirtschaftlichen Entwicklung und kann unterstützend wirken, um fehlende Fachkräfte zu generieren. Die Fachkräftestudie Berlin-Brandenburg hat herauskristallisiert, dass, sollten keine weiteren Maßnahmen ergriffen werden, bis 2030 im Wirtschaftsraum Berlin-Brandenburg ein Defizit in Höhe von bis zu 460.000 Fachkräften zu erwarten ist. Auch um diesem drohenden Fachkräftemangel zu begegnen, sind wir in den vergangenen Jahren erfolgreich tätig geworden und müssen weiterhin vorhandene Kompetenzen in unserer Region bestmöglich nutzen und fördern.

Das Ziel einer umfassenden, niedrigschwelligen und trägerneutralen Beratung ist ein wesentliches Element für die Berliner Arbeitsmarkt- und Berufsbildungspolitik. Die Berliner Bildungsberatung ist für alle zugänglich, niedrigschwellig und aufgrund der öffentlichen Finanzierung für die Ratsuchenden kostenfrei. Ein wichtiges Merkmal der Berliner Bildungsberatung ist zudem die Trägerneutralität, das heißt, die Unabhängigkeit der Beratung von den Anbietern der Weiterbildung.

Ein für alle Interessierten gut erreichbares Angebot von Bildungsberatung ist gerade für diejenigen wichtig, die bei der Vielfalt von Weiterbildungsalternativen in die Lage versetzt werden müssen, die für sie richtige Entscheidung treffen zu können.

Die Angebote basieren auf genauer Kenntnis des regionalen Arbeitsmarktes, bieten Unterstützungsmöglichkeiten für erforderliche Bildungsschritte und werden von einem Beratungsverständnis geleitet, das jede und jeden bei ihren und seinen eigenen Entscheidungen begleitet und die Übernahme der Verantwortung ermöglicht.

Die Angebote müssen verlässlich erreichbar sein, aber auch zu denen kommen, die mit Beratung unterstützt werden können.

Das wird in Berlin mit

gewährleistet. Die Beratungsstellen können im Netzwerk auch neue Funktionen schnell übernehmen und als Teil ihrer Beratungsangebote bereitstellen. Sei es bei der Beratung im Infopunkt der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Wissenschaft zu Wegen in den Beruf des Erziehers bzw. der Erzieherin, bei der Beratung vor Ort von Ratsuchenden, deren Fragen nicht vom bundesweiten Servicetelefon beantwortet werden konnten, oder im Rahmen der mobilen Beratung für geflüchtete Menschen zur Integration in Arbeit und Ausbildung.

Öffentlich finanzierte Bildungsberatung muss dokumentiert werden und einer Qualität entsprechen: Die verschiedenen Bildungsberatungsstellen in Berlin werden – nach einem entsprechenden Beschluss des Landesausschuss für Berufsbildung – durch die KES (Koordinierungsstelle für öffentlich geförderte Weiterbildungsberatungsstellen im Land Berlin) begleitet, die eine gemeinsame Dokumentation aller Bildungsberatungsstellen sicherstellt. Die Qualitätsentwicklung der Berliner Bildungsberatung wird auch durch die Begleitung eines Fachbeirats sowie durch ein jährliches Managementreview sichergestellt, das durch die k.o.s. GmbH als Berliner Koordinierungsstelle für Qualität begleitet wird. Es gibt einen Qualitätsrahmen Berliner Modell – QBM nach dem Motiv „Gute und qualitätsvolle Bildungsberatung“. Die Beratungsstellen sind in der Regel nach der „Lernorientierten Qualitätstestierung in der Weiterbildung“ (LQW) und/oder nach AZAV (Akkreditierungs- und Zulassungsverordnung Arbeitsförderung) sowie nach ISO 9001:2008 zertifiziert.

Für die Berliner Bildungsberatung gelten drei grundsätzliche Prinzipien:

  • Es wird für alle Menschen kostenfreie und zugängliche Bildungsberatung angeboten, was der Chancengerechtigkeit dient.
  • Die Bildungsberatung setzt an den Interessen und Voraussetzungen der Ratsuchenden an.
  • Alle Beraterinnen und Berater haben ein gemeinsames Verständnis von Beratung.