Berliner Programm vertiefte Berufsorientierung (BVBO)

Der Prozess der Berufsorientierung während der Schulzeit ist ein wichtiger Bestandteil einer erfolgreichen Bildungskette. Jugendliche können sich in verschiedenen Berufen ausprobieren und Erfahrungen vertiefen. Langfristig hilft dies, die berufliche Entscheidung sicherer zu machen.

Das Berliner Programm der vertieften Berufsorientierung (BVBO) knüpft in der 8. Klasse an die ersten Erfahrungen der Berufsorientierung an. Seit dem Schuljahr 2007/2008 bietet das Land Berlin mit diesem Programm eine umfassende Unterstützung im Prozess der Berufsorientierung an. Das Programm wurde mit der Verabschiedung des Landeskonzept Berufs- und Studienorientierung konzeptionell neu ausgerichtet. Basis ist die „qualifizierte Vierstufigkeit“. Die Angebote der Berufsorientierung in der Sekundarstufe I werden so systematisiert. Der Orientierungsprozess beginnt bereits im 7. Schuljahrgang, die Angebote bauen aufeinander auf und führen im 10. Jahrgang zu einer konkreten Anschlussperspektive für jeden Jugendlichen und jede Jugendliche.

Das Programm BVBO ist ein wichtiger Teil eines systematischen, verbindlichen und nachhaltigen Systems der Studien- und Berufsorientierung. Für eine gelungene Berufs- und Studienorientierung sind Angebote an verschiedenen Lernorten und mit diversen Partnerinnen und Partnern erforderlich, die systematisiert angeboten werden. Der Lernort Betrieb hat im Landeskonzept Berufs- und Studienorientierung ein besonderes Gewicht. Entlang der qualifizierten Vierstufigkeit finden in jedem Jahrgang der Sekundarstufe I Betriebskontakte und Betriebspraktika in abgestimmter und für die Schulen verbindlicher Form statt. Die Module von BVBO werden angepasst an diese Vierstufigkeit angeboten. Damit flankiert das Landesprogramm die Implementierung des Landeskonzeptes Berufs- und Studienorientierung.
Das Programm ist ein Angebot für alle Schülerinnen und Schüler an allen Schularten und wird immer besser angenommen. Durch aufeinander aufbauende Workshops, Betriebserkundungen, Schnupperpraktika und längere berufspraktische Phasen wird der Berufswunsch gefestigt. Seit dem Schuljahr 2015/16 wird das Programm als BVBO 2.0 umgesetzt und bietet praxisorientierte Angebote entlang des Prinzips der qualifizierten Vierstufigkeit des Landeskonzeptes Berufs- und Studienorientierung (BSO).

So werden die Praxisorientierung und die betrieblichen Elemente im Programm weiter gestärkt. Die aufeinander aufbauenden Angebote von der 8. Jahrgangsstufe bis zur Sekundarstufe II wurden systematisiert sowie die Umsetzung der Module standardisiert. Die neue Form der Umsetzung bietet auch mehr Planungssicherheit für die beteiligten Partnerinnen und verlässliche Strukturen für Schulen und Bildungsdienstleister. Sie reduziert den Koordinierungsaufwand der Beteiligten und verbindet das Programm noch stärker mit den bezirklichen Strukturen, so dass auch bezirkliche Besonderheiten berücksichtigt werden können.
Insgesamt fokussiert das Programm BVBO noch stärker auf Praxisbegegnungen und eine aktive Partizipation der Schülerinnen und Schüler am betrieblichen Geschehen. Die Module wurden so konzipiert, dass sie sinnvoll pädagogisch aufeinander aufbauen. Die BSO-Teams an den Schulen werden in die Umsetzung einbezogen.

Ziele im Programm BVBO

  • vertiefte berufskundliche Kenntnisse und Erfahrungen
  • vertiefte Kompetenzfeststellung
  • verbessertes berufliches Entscheidungsverhalten
  • Wissen über Beratungs- und Unterstützungsangebote
  • Wissen über Berufswegeplanung und Bewerbungsverfahren
  • klare Zielperspektive

Die Programmziele werden durch eine modulare Umsetzung verfolgt. Die insgesamt fünf Module der vertieften Berufsorientierung bauen aufeinander auf und richten sich an unterschiedliche Jahrgangsstufen.

Module im Programm BVBO

  • Modul I: Berufsfelderkundung / Berufspraktische Erprobung
  • Modul II: Kompetenzfeststellung
  • Modul III: Ergänzung und Vertiefung des Betriebspraktikums
  • Modul IV: Vertiefendes Betriebspraktikum und Vorbereitung auf den Übergang
  • Modul V: Berufs- und Studienorientierung in der Sekundarstufe II

Schulen, die die Angebote des Landesprogramms BVBO 2.0 zusätzlich zu den curricularen Angeboten der Berufsorientierung anbieten, erfüllen die Anforderungen des Landeskonzepts Studien- und Berufsorientierung in Hinblick auf die Umsetzung des Prinzips der qualifizierten Vierstufigkeit.