Qualifizierung vor und für Beschäftigung

Aktenordner mit der Beschriftung Seminare und Weiterbildung
Aktenordner mit der Beschriftung Seminare und Weiterbildung Bild: Zerbor - Fotolia.com

Qualifizierung vor Beschäftigung

Die Senatsverwaltung für Integration, Arbeit und Soziales fördert mit dem Programm „Qualifizierung vor Beschäftigung (QvB)“ Maßnahmen zur beruflichen Orientierung und Weiterbildung. Diese Maßnahmen ermöglichen den Erwerb von Teilqualifikationen aus anerkannten Ausbildungsberufen und werden vorwiegend im Bereich Handel, im kaufmännischen Bereich, im sozialen Bereich (Pflege, Erziehung, Gesundheitswesen) oder im Sicherheitsgewerbe genutzt. Eine berufsbezogene Sprachförderung ist ebenfalls Bestandteil der Qualifizierung vor Beschäftigung.

Weiterhin haben Jugendliche die Möglichkeit, den Mittleren Schulabschluss nachzuholen. Die QvB-Maßnahmen schließen zu mehr als zwei Dritteln mit einem lizenzierten oder einem externen Zertifikat ab, welches die Vermittlungschancen der Teilnehmenden in ein ungefördertes Arbeitsverhältnis oder in eine Anschlussqualifizierung verbessert.

Zur Zielgruppe gehören arbeitslos gemeldete Berlinerinnen und Berliner, insbesondere am Arbeitsmarkt benachteiligte:

  • Arbeitslose mit Migrationshintergrund
  • Menschen mit besonderem Bedarf an Grundbildungskompetenzen
  • Jugendliche
  • Berufsrückkehrerinnen und Berufsrückkehrer
  • Studienabbrecherinnen und Studienabbrecher
  • Alleinerziehende

Neu zur Zielgruppe zählen auch geflüchtete Menschen, soweit diese arbeitslos gemeldet sind.

In den vergangenen Jahren ist es gelungen, circa 25 Prozent der Teilnehmenden in den ersten Arbeitsmarkt, in eine Ausbildung oder eine weiterführende Fach- bzw. Hochschule zu integrieren. Zusätzlich werden noch circa 20 Prozent der Teilnehmenden in weiterführende Qualifizierung vermittelt und damit Integrationsketten installiert, da besonders für langzeitarbeitslose Teilnehmende eine sechsmonatige QvB-Maßnahme nicht immer ausreicht, um die Integration in den Arbeitsmarkt erfolgreich abzuschließen.

2015 wurden in 17 QvB-Projekten Beratungsveranstaltungen zur Nachqualifizierung durchgeführt, um den Teilnehmenden aufzuzeigen, dass die Praxiszeiten der QvB als anrechenbare Handlungskompetenzen für die berufliche Nachqualifizierung genutzt werden können. Damit wird die Anschlussfähigkeit für eine Qualifizierung in Bausteinen sogar bis zum Abschluss einer anerkannten Berufsausbildung ermöglicht.

Auch bei den QvB-Maßnahmen zur Erreichung des mittleren Schulabschluss (MSA) ist die Vorbereitung auf eine berufliche Vollausbildung vorrangiges Ziel. Die monatsdurchschnittlich etwa 150 Bildungsmaßnahmen des Programms „Qualifizierung vor Beschäftigung“ erreichen jeweils rund 2.500 Teilnehmende. Davon sind etwa die Hälfte Langzeitarbeitslose, etwa drei Viertel haben einen Migrationshintergrund.

Qualifizierung für Beschäftigung

Ein weiteres Förderinstrument ist „Qualifizierung für Beschäftigung (QfB)“. Flankierend zu den Beschäftigungsmaßnahmen der Jobcenter bietet dieses Instrument bedarfsorientierte berufliche Qualifizierungen an, um die Beschäftigungsfähigkeit der Teilnehmenden auf dem ersten Arbeitsmarkt zu erhöhen oder abzusichern.

Beide Instrumente werden aus Mitteln der Europäischen Union (Europäischer Sozialfonds) finanziert.