Grundlagen zur Europäischen Beschäftigungspolitik

Juni 1997: Der Amsterdamer Vertrag legt die Grundlage für die Einführung einer Europäischen Beschäftigungsstrategie. Ein hohes Beschäftigungsniveau wird als neues Hauptziel der Gemeinschaft definiert. Die Zuständigkeit für Beschäftigungspolitik verbleibt zwar bei den Mitgliedsstaaten, aber durch die Einführung der ‘Offenen Methode der Koordinierung’ kann die Kommission faktisch Einfluss auf die nationalen Beschäftigungspolitiken nehmen.

März 2000: Die europäischen Staats- und Regierungschefs bringen mit der ‘Lissabon-Strategie’ ein ambitioniertes Programm zur wirtschaftlichen und sozialen Weiterentwicklung auf den Weg, um die Europäische Union bis 2010 zum “wettbewerbsfähigsten und dynamischsten wissensbasierten Wirtschaftsraum in der Welt” zu machen. Konkret beabsichtigt die EU, durch eine aktive Beschäftigungspolitik, stärkere Einbeziehung der Sozialpartner und Förderung der Chancengleichheit die allgemeine Beschäftigungsquote auf 70 %, die Frauenbeschäftigungsquote auf 60 % und die Beschäftigungsquote Älterer auf 50 % sowie die Ausgaben für Forschung und Entwicklung auf 3 % des Bruttoinlandsproduktes anzuheben.

Juni 2010: In der Folge der Finanzkrise beschließt der Europäische Rat die neue „Strategie der Europäischen Union für Beschäftigung und intelligentes, nachhaltiges und integratives Wachstum-Europa 2020“. Teil der Strategie sind die aktuellen Leitlinien für beschäftigungspolitische Maßnahmen der Mitgliedsstaaten.

Oktober 2015: Der Europäische Rat verabschiedet neue Leitlinien für beschäftigungspolitische Maßnahmen der Mitgliedstaaten. Sie bilden gemeinsam mit den im Juli 2015 verabschiedeten Grundzügen der Wirtschaftspolitik der Mitgliedstaaten und der Union die integrierten Leitlinien, die an die Stelle der Leitlinien von 2010 treten.