Europäische Berufsbildungspolitik

Im Jahr 2002 vereinbarten die Europäischen Bildungsminister auf einer Konferenz in Kopenhagen eine verstärkte europäische Zusammenarbeit auf dem Gebiet der beruflichen Bildung. Ziel des Kopenhagen-Prozesses ist es, die Mobilität der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer innerhalb der EU zu erhöhen und zu diesem Zweck europaweite Transparenz im Hinblick auf berufsqualifizierende Abschlüsse zu erreichen. So wurde seither z. B. ein Europäischer Qualifikationsrahmen erstellt, der die Funktion eines „Übersetzungsinstruments“ zwischen den verschiedenen Qualifikationssystemen der EU übernehmen soll. In Deutschland wurde entsprechend ein nationaler Qualifikationsrahmen entwickelt, der mit den Niveaus des Europäischen Qualifikationsrahmens verknüpft ist, um eine Vergleichbarkeit der Abschlüsse zu ermöglichen. Hier finden Sie den gemeinsamen Beschluss zum Deutschen Qualifikationsrahmen für lebenslanges Lernen vom 16. Mai 2013.

Mit der neuen Wachstums- und Beschäftigungsstrategie Europa 2020 wird Bildung und Ausbildung ein besonderer Stellenwert eingeräumt. Ziel ist die Senkung der Schulabbruchquote auf 10 % bei gleichzeitiger Erhöhung des Anteils der 30 – 34jährigen mit Hochschulabschluss oder gleichwertigem Bildungsabschluss auf mindestens 40 %. Um die Ziele zu erreichen, hat die EU zwei Leitinitiativen ins Leben gerufen, die den Bereich Bildung betreffen. „Jugend in Bewegung“ plant Maßnahmen, um die Bildungssysteme leistungsfähiger und das Hochschulwesen attraktiver zu machen und die Mobilität von jungen Menschen zu fördern. Die Agenda für neue Kompetenzen und Beschäftigungsmöglichkeiten umfasst die Schaffung eines europäischen Rahmens für die Anerkennung und den Erwerb von Qualifikationen, Kompetenzen und Berufsabschlüssen sowie den Bereich des lebenslangen Lernens.

Weitere Informationen finden Sie auf der Seite des Bundesministeriums für Bildung und Forschung.

Hier erhalten Sie Informationen über Programme der Europäischen Kommission im Bereich der beruflichen Bildung.

Das Land Berlin unterstützt die Realisierung der berufsbildungspolitischen Ziele des Kopenhagen-Prozesses und der Strategie Europa 2020 und nutzt insbesondere die Mittel der Europäischen Strukturfonds für die Förderung der Aus- und Weiterbildung von Menschen, die keinen Ausbildungs- oder Arbeitsplatz finden.

Arbeitslose Menschen in Berlin erhalten zum Beispiel die Möglichkeit, über die im Auftrag des Landes Berlin handelnden Dienstleister eine internationale Weiterbildung in verschiedenen Branchen mit Sprachkursen und Praktika, verbunden mit einem Auslandsaufenthalt, zu absolvieren. Die Absolventinnen und Absolventen dieser Qualifizierung können ihr Wissen und Können in international ausgerichteten Tätigkeitsfeldern erweitern und sich damit neue Berufschancen erarbeiten.

Detaillierte Information zum Europäischen Sozialfonds (ESF) in der Förderperiode 2014 – 2020 finden Sie hier.