Die Zahl der Arbeitslosen senken

Arbeitsamt
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Das erste Ziel von BerlinArbeit ist es, die Zahl der Erwerbslosen zu senken. Ausgangspunkt zu Beginn der Legislaturperiode war es, die Zahl der Arbeitslosen auf unter 200.000 zu senken. Dieses Ziel wurde unter anderem in Verbindung mit dem seit 2012 immer mehr an Fahrt gewinnenden Instrument „Berliner Jobcoaching“ verfolgt, ein Ansatz, mit dem Berlin mittlerweile eine Vorreiterrolle in Deutschland und Europa einnimmt.

Aber auch Landesprogramme, wie das auf den ersten Arbeitsmarkt zielende Programm „Qualifizierung für und vor Beschäftigung“, trugen mit ihrer Ausrichtung zur Arbeitsmarktintegration bei. Auch die Förderung von Bürgerarbeit und von Arbeitsverhältnissen (FAV) für Langzeitarbeitslose, die das Land in Kooperation mit den Jobcentern umsetzt und kofinanziert, unterstützten das oben genannte Ziel. JOBPOINTS als niedrigschwellige Angebote zur offenen Arbeitsvermittlung, für jede Frau und jeden Mann zugänglich, hatten ebenfalls ihren spürbaren Anteil an dem Erfolg, denn jedes Jahr wurden Tausende über diese Projekte nicht nur beraten, sondern direkt in Jobs vermittelt.

All diese von der Senatsverwaltung für Arbeit, Integration und Frauen geförderten Instrumente und Projekte erreichten eine große Anzahl von Berlinerinnen und Berlinern und waren wirksam. So wurde es möglich, dass im Zusammenspiel mit der positiven Wirtschaftsentwicklung und einer teilweise größeren Offenheit der Unternehmen, insbesondere der kleinen und mittleren Unternehmen, gegenüber sogenannten „Zielgruppen des Arbeitsmarktes“, die Zahl der Arbeitslosen ab 2015 nicht mehr nur sporadisch (wie in den Vorjahren), sondern mehrere Monate hintereinander die Zahl von 200.000 unterschritt.

Diesen Rückgang der Arbeitslosigkeit gilt es nun weiter zu verstetigen, trotz steigender Bevölkerungszahlen und damit mehr Angebot an Arbeitskräften. Auch die steigende Zahl an Flüchtlingen wird den Arbeitsmarkt beeinflussen.

Vom Abbau der Arbeitslosenzahl profitieren die Jugendlichen und jungen Erwachsenen im Alter von unter 25 Jahren besonders stark. Es bleibt eine herausragende Aufgabe, die Jugendarbeitslosigkeit weiter zu verringern.

Die Bekämpfung der Langzeitarbeitslosigkeit bleibt allerdings eine Herausforderung. Auf Initiative des Landes Berlin hat sich die Mehrheit der Bundesländer deshalb auf ein Positionspapier verständigt, in dem ein systematisches Prozessmodell zur Bekämpfung von Langzeitarbeitslosigkeit im Rahmen der Neuausrichtung der öffentlich geförderten Beschäftigung entwickelt wurde. Charakteristisch sind dabei das schrittweise Erreichen der Arbeitsmarktintegration und die regelmäßige Überprüfung der Beschäftigungsfähigkeit bzw. von Integrationsfortschritten. Das Prozessmodell umfasst folgende Kernpunkte:

  • Zu Beginn bzw. vor der Aktivierungsphase steht ein qualitativ hochwertiges Profiling.
  • Für diejenigen Arbeitslosen, die nicht unmittelbar in den Arbeitsmarkt integriert werden können, wird öffentlich geförderte Beschäftigung im Sinne eines „Übergangsarbeits-marktes“ organisiert.
  • Der „Übergangsarbeitsmarkt“ zeichnet sich durch eine umfassende Unterstützung und Begleitung der betreffenden Menschen aus. Im Mittelpunkt stehen die Elemente Coaching und Qualifizierung. Es herrscht Durchlässigkeit sowohl in Richtung des ersten Arbeitsmarktes als auch zwischen dem „Übergangsarbeitsmarkt“ und einem „Sozialen Arbeitsmarkt“.
  • Der „Soziale Arbeitsmarkt“ ist als Ultima Ratio im Sinne einer „sozialen Teilhabe am Arbeitsleben“ für Langzeitarbeitslose, die auf absehbare Zeit nicht in den ersten Arbeitsmarkt vermittelbar sind, zu verstehen. Auch für diesen Personenkreis muss die Integrationsmöglichkeit weiterhin bestehen und regelmäßig überprüft werden.
  • Das Prozessmodell lässt je nach individuellen Voraussetzungen der Arbeitslosen bzw. entsprechend den bisher bereits im Einzelfall erfolgten Förderungen und dem Stand des Profilings den Einstieg bzw. die Unterstützung in den jeweiligen Phasen zu.
  • Eine Neuausrichtung der öffentlich geförderten Beschäftigung braucht eine stabile finanzielle Basis und kann nur dann Wirkung entfalten, wenn der Bund ein auskömmliches Eingliederungsbudget zur Verfügung stellt. Dazu sollten die Möglichkeiten der Aktivierung passiver Leistungen (Passiv-Aktiv-Transfer) genutzt werden.
  • Für die Arbeitsmarktintegration ist es wichtig, dass die Instrumente der Beschäftigungsförderung nicht auf höchstens zwei Jahre begrenzt werden. Von entscheidender Bedeutung ist auch die Verbindung mit einer niedrigschwelligen, systematischen und anschlussfähigen Qualifizierung. Deshalb liegt der Fokus darauf, sowohl individuelle und intensive Begleitung in Form von Coaching als auch eine Maßnahmedauer von bis zu fünf Jahren mit integrierter Qualifizierung zu ermöglichen.