11. Girls' Day Preisverleihung in der IHK Berlin: Vier Schulen gewinnen!

Pressemitteilung vom 17.11.2015

Der diesjährige Girls’ Day Wettbewerb ist entschieden. Die Grundschule an der Pulvermühle in Spandau, die Toulouse-Lautrec-Schule, ein Förderzentrum in Reinickendorf, die Hugo-Gaudig-Schule, eine Integrierte Sekundarschule in Tempelhof-Schöneberg und das Lilienthal-Gymnasium in Steglitz-Zehlendorf freuen sich auf ihre heutige Auszeichnung im Ludwig-Ehrhard-Haus und das damit verbundene Preisgeld in Höhe von je 300 Euro.

Barbara Loth, Staatssekretärin in der Senatsverwaltung für Arbeit, Integration und Frauen nimmt die diesjährige Würdigung der Schulen in ihrer Funktion als Vorsitzende des Aktionsbündnis Girls’ Day und als Schirmfrau des Wettbewerbs gemeinsam mit Dr. Thilo Pahl, Geschäftsführer der IHK Berlin im Rahmen einer Feierstunde in den Räumen der IHK Berlin vor.

Barbara Loth: „Der Girls’ Day fordert uns über den Tag hinaus dazu auf, Geschlechterstereotypen bei der Berufs- und Studienwahl zu überwinden und Talente, Interessen und Fähigkeiten der jungen Frauen in den Mittelpunkt zu stellen und zu stärken. Die Preisträgerschulen erhalten heute ihre Auszeichnung, weil sie ihre besondere Verantwortung in diesem auf Gleichstellung ausgerichteten Prozess engagiert wahrnehmen. Sie eröffnen jungen Frauen Perspektiven, und befördern damit auf sehr unterschiedliche Art und Weise weitergehende und notwendige gesellschaftliche Entwicklungen. Dafür wollen wir ihnen danken und sie ermutigen diesen Weg konsequent weiterzuentwickeln.”

Dr. Thilo Pahl, IHK-Bildungsgeschäftsführer, ist immer wieder erfreut, mit welchem Engagement die Schülerinnen der Klassen fünf bis zehn und die Schulen sich am Girls’ Day beteiligen. Er unterstützt den Aktionstag, der ohne die vielen Veranstaltungsangebote der Unternehmen nicht möglich wäre, weil die Unternehmen vom Girls’ Day profitieren. Nach den neusten Evaluationsergebnissen haben 21 Prozent der befragten Unternehmen ehemalige Girls’ Day Teilnehmerinnen eingestellt. Dr. Thilo Pahl ist sicher: „Berufsorientierung bleibt ein Dauerbrenner. Davon zeugen in diesem Jahr wieder hunderte unbesetzte Ausbildungsplätze. Der Girls’ Day ist ein bewährtes Format für den ersten Kontakt junger Mädchen und Frauen mit technischen Berufen. Wenn ein solcher Kontakt Neugier weckt und Teil einer systematischen und nachhaltigen Berufsorientierung ist, sollten veraltete Geschlechterrollen bei der Berufswahl zukünftig in den Hintergrund treten. Von der Einführung des Landeskonzepts für Berufs- und Studienorientierung versprechen wir uns, dass diese Nachhaltigkeit nun in allen Schulen sichergestellt wird.”

Preisträgerschulen:
Die Toulouse-Lautrec-Schule, ein Förderzentrum in Reinickendorf, nutzt den Girls’ Day auf der einen Seite, um den Schülerinnen durch den Besuch von Betrieben einen Einblick in die reale Arbeitswelt zu ermöglichen, und auf der anderen Seite, um die Aufteilung der Berufe in Frauen- und Männerberufe kritisch zu hinterfragen. Im Rahmen einer Kooperation mit dem Annedore-Leber-Berufsbildungswerk können die Schülerinnen darüber hinaus Arbeitsbereiche in der Elektronik und der Metall- und Holzverarbeitung in Form von Schnuppertagen und Praktika kennenlernen. Für die Zukunft plant die Schule die stärkere Einbeziehung des Girls’ Day und des Boys’ Day in die Elternarbeit.

Die Grundschule an der Pulvermühle in Spandau möchte mit ihrer Beteiligung am Girls’ Day der noch immer verbreiteten Meinung „MINT ist nichts für Mädchen“ frühzeitig und nachhaltig entgegenwirken. Die Idee zur Beteiligung am Girls’ Day ist im Rahmen einer Mädchen AG entstanden. In diesem Jahr haben über die Hälfte der Schülerinnen aus den fünften und sechsten Jahrgangstufen Veranstaltungsangebote am Girls’ Day besucht. Die dort gemachten Erfahrungen werden im naturwissenschaftlichen Unterricht vorgestellt und ausgewertet. Die Grundschule kooperiert mit dem OSZ für Technische Informatik, Industrie Elektronik und Energie Management. Die Grundschülerinnen erhalten dadurch die Möglichkeit in Workshops des OSZ ihr Interesse an informationstechnischen und naturwissenschaftlichen Inhalten zu vertiefen. Das Thema „Rollenbilder“ wird gezielt im Sach- und Deutschunterricht behandelt. Für die Zukunft plant die Schule ein Angebot für Jungen am Girls’ Day.

In der Hugo-Gaudig-Schule, einer Integrierten Sekundarschule in Tempelhof-Schöneberg, nehmen ebenfalls über fünfzig Prozent der Schülerinnen in den relevanten Jahrgangsstufen am Girls’ Day teil. Jeder Mädchen-Zukunftstag wird im WAT (Wirtschaft, Arbeit, Technik)-Unterricht gut vorbereitet und im Anschluss werden die Erfahrungen der Schülerinnen in Form von Präsentationen ausgewertet. Der Girls’ Day ist mittlerweile im Schulprogramm verankert. Das Profil der Schule enthält weiterführende Angebote in Form von Notebook-Klassen, einem verstärkten Unterrichtsangebot in den Naturwissenschaften im Wahlpflichtbereich und verstärkte Berufsorientierungsangebote.

Im Lilienthal-Gymnasium in Steglitz-Zehlendorf ist der Girls’ Day im Terminplan der Schule fest verankert. Dem Gymnasium ist die Erhöhung der Berufs- und Studienwahlkompetenz ihrer Schülerinnen und Schüler ein wichtiges Anliegen. Dabei sollen sie insbesondere im Rahmen der Teilnahme am Girls’ Day (und am Boys’ Day) Gelegenheit erhalten, geschlechteruntypische Berufe kennenzulernen und ihr Berufswahlspektrum zu erweitern. Die Eltern werden in diesen Prozess einbezogen und um Unterstützung gebeten. Die Teilnahme am Girls’ Day wird an diesem Gymnasium intensiv vor- und nachbereitet und die Ergebnisse und Bewertungen sind im Rahmen einer Wechselausstellung in der Schule ganzjährig zu sehen. Weiterführende berufs-und studienorientierende Angebote in den unterschiedlichen Jahrgangsstufen sind: besondere Trainingseinheiten zur Vorbereitung auf persönliche Laufbahnentscheidungen, die Teilnahme am Betriebspraktikum und in der Oberstufe ein gemeinsamer Tag im November zur Berufs- und Studienorientierung mit Lehrkräften, Eltern und ehemaligen Schülerinnen und Schülern.

Vor mittlerweile elf Jahren wurde der Wettbewerb vom landesweiten Aktionsbündnis Girls’ Day initiiert. Das Preisgeld wird seit dem von der IHK Berlin, der Handwerkskammer Berlin, dem DGB Berlin-Brandenburg und dem Verband der deutschen Unternehmerinnen Berlin/Brandenburg e.V. zur Verfügung gestellt.
In diesem Jahr haben 7.477 Schülerinnen und 1.216 Schüler den Aktionstag Girls’ Day / Boys’ Day für ein geschlechterdifferenziertes Berufsorientierungsangebot genutzt. In rund 700 Veranstaltungen konnten Schülerinnen in die Welt der MINT-Berufe und Studiengänge schnuppern und Schüler Berufe und Studiengänge im sozialen, erzieherischen und pflegerischen Bereich erkunden. Das Interesse an dem Angebot wächst bei Schülerinnen und Schülern von Jahr zu Jahr. Von daher ruft das landesweite Aktionsbündnis Girls’ Day schon heute zu einer Beteiligung am 28.04.2016 auf. Es werden dringend weitere Veranstalterinnen und Veranstalter sowohl für den Girls’ Day als auch den Boys’ Day 2016 gesucht. Angebote können eingestellt werden auf: www.girls-day.de/Girls_Day-Radar und www.boys-day.de/Boys_Day-Radar. Weitere Informationen erhalten Sie unter www.berlin.de/sen/frauen/bildung/girls-day/.