„Vermieten Sie Wohnraum – helfen Sie Flüchtlingen!“ - Gemeinsamer Aufruf der Integrationsbeauftragten und des Evangelischen Jugend- und Fürsorgewerkes, EJF

Pressemitteilung
Berlin, den 13.11.2014

Anlässlich der aktuellen Unterbringungssituation von Flüchtlingen in Berlin wirbt die Beauftragte für Integration und Migration, Dr. Monika Lüke, gemeinsam mit dem Evangelischen Jugend- und Fürsorgewerk, EJFgAG, für eine verstärkte Vermietung von Wohnungen an Flüchtlinge durch Privatpersonen.
Auf U-Bahnhöfen, in der U-Bahn und in Behörden sind in den kommenden Wochen Plakate mit dem gemeinsamen Aufruf zu sehen.

„Ziel ist und bleibt, dass so viele Menschen wie möglich in eigenen Wohnungen unterkommen können“, so Monika Lüke. „In Anbetracht der steigenden Flüchtlingszahlen ist dieser Grundsatz in weite Ferne gerückt. Mit der Kampagne möchte ich alle Berlinerinnen und Berliner, die Wohnraum vermieten, dazu ermutigen, an Flüchtlinge zu vermieten. Die Beratungsstelle des EJF unterstützt Sie dabei!“

Dr. Andreas Eckhoff, Vorstandssprecher des Evangelischen Jugend- und Fürsorgewerks: „Wir wollen Flüchtlingen und Asylbewerbern helfen, eine eigene Wohnung zu beziehen. Aufgrund der angespannten Wohnungssituation in Berlin aber auch aufgrund ihrer besonderen individuellen Lage, fällt es gerade Flüchtlingen nicht leicht, Wohnraum selbstständig anzumieten. Daher freuen wir uns, diese gemeinsame Plakataktion mit der Integrationsbeauftragten durchzuführen und somit unserem Auftrag des Landesamtes für Gesundheit und Soziales, Wohnraum für Flüchtlinge zu akquirieren, noch besser gerecht zu werden. Wir hoffen darauf, dass viele Privatpersonen uns Wohnungen zur Verfügung stellen werden.“

Hintergrund:
Aufgrund der zunehmenden Zahlen von Asylsuchenden haben sich in Berlin erhebliche Engpässe bei der Unterbringung ergeben. Die für die Unterbringung zuständige Senatsverwaltung für Soziales ist darum bemüht, bis Ende des Jahres 2200 zusätzliche Plätze zu schaffen. Zu diesem Zweck werden kurzfristig Wohncontainerdörfer an sechs Standorten errichtet. Parallel dazu hat der Bundesrat einen Gesetzentwurf eingebracht, der den Bau von Unterkünften für Flüchtlinge in Gewerbegebieten oder Außenbereichen erleichtert.

Der Aufruf möchte einen anderen Weg aufzeigen. Denn für die Flüchtlinge ist es erstrebenswert, möglichst frühzeitig in einer eigenen Wohnung zu leben. Dies gilt für besonders schutzbedürftige Flüchtlinge erst recht. Eine eigene Wohnung ist von grundlegender Bedeutung für ein menschenwürdiges Leben. Sie ermöglicht Privatsphäre und Rückzug und vermeidet Stigmatisierung. Auch ist sie wesentlich, um in Berlin anzukommen, sich heimisch zu fühlen und sich zu entfalten.

Bezahlbarer Wohnraum ist knapp in Berlin. Viele Bevölkerungsgruppen haben Schwierigkeiten, geeigneten Wohnraum zu finden. Dies trifft Flüchtlinge in besonderem Maße. Sie sind auf dem Wohnungsmarkt benachteiligt und erfahren nicht selten Diskriminierung. Bereits seit 2011 stellen städtische Wohnungsbaugesellschaften ein festes Kontingent von Wohnungen für Flüchtlinge bereit, die Wohnungen reichen aber nicht aus. Aus diesem Grund ist privates Engagement hilfreich. Der Aufruf appelliert an Privatpersonen, die Wohnraum vermieten. Die Beratungsstelle des EJF unterstützt bei der Vermittlung von Mietparteien wie auch bei der Mietkostenübernahme und dem Vertragsabschluss.

Privatpersonen können Wohnraum für Flüchtlinge unter folgenden Kontaktadressen melden:

Tel.: (0800) 96 46 78 243
oder: 0800Wohnsuche
E-Mail: wohnraum-fuer-fluechtlinge@ejf.de


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