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Rathaus Aktuell

USA übergaben Amerika Haus an Berlin

Nach fast 50 Jahren haben die Vereinigten Staaten am 25. September 2006 ihr Amerika Haus an Berlin übergeben. Dieser historische Moment wurde mit einer kleinen Zeremonie und einem Dankeschön an die Partner der vergangenen fünf Jahrzehnte begangen. Botschafter William R. Timken betonte bei der Übergabe an den Regierenden Bürgermeister von Berlin, Klaus Wowereit, das Informations- und Veranstaltungszentrum habe gezeigt, "was Amerika ausmacht, wie wir leben, wofür wir stehen". In Zeiten des Kalten Krieges sei es das "feierliche Zeichen für das amerikanische Versprechen" gewesen, "diese Stadt niemals aufzugeben, komme was da wolle". Wowereit würdigte das Amerika Haus als "Symbol im Kampf für Demokratie und gegen Diktatur".

Die Amerikaner haben den Mietvertrag zum 30. September 2006 im Zusammenhang mit dem Neubau ihrer Botschaft am Pariser Platz gekündigt. Bis zur Fertigstellung der US-Botschaft wird die kulturelle Arbeit von der US-Mission in der Clayallee aus wahrgenommen (dpa/PIA).


Das Amerika Haus
in der
Hardenbergstraße
22 - 24,
am Bahnhof Zoo.

Botschafter
William R. Timken
spricht anlässlich
der Übergabe
des Amerika Hauses
an Berlin.


Timken übergibt
symbolisch
das Amerika Haus
an Wowereit.

Timken übergab
einen Scheck
in Höhe von
10.000 Euro an
Claudia Lux,
Generaldirektorin
der Zentral- und
Landesbibliothek.
Mit dem Geld sollen
die Bestände aus dem
Amerika Haus
digitalisiert werden.
Das Amerika Haus Berlin war das Informations- und Kulturzentrum der USA in Berlin. Es besaß eine Bücherei (englischsprachige Bücher) und eine Videothek. Das Haus war zugleich Informationsquelle und Diskussionsforum für politische, wirtschaftliche, gesellschaftliche und kulturelle Themen des deutsch-amerikanischen Dialogs. Der Grundstock für das Berliner Amerika Haus wurde im Winter 1945/46 gelegt, als US-Soldaten ihre ausgelesenen Bücher und Zeitschriften in der damaligen provisorischen Pass-Stelle in der Kleiststr. 10-12 am Nollendorfplatz auslegten. Aus dieser Lesestube wurde eine kleine Bücherei, die am 26. Februar 1946 eingeweiht wurde. Es folgten Fotoausstellungen, Vorträge. Schallplatten, u.a. Jazzmusik, wurden in „Konzerten“ vorgestellt. Im Mai 1947 erhielt die Bücherei den Status eines „U.S. Information Center“ und führte seitdem den Namen Amerika Haus. Im Juni 1949 zog das Amerika Haus in die Einemstraße am Nollendorfplatz.

Am 5. Juni 1957 wurde das Amerika Haus in der Hardenbergstraße eröffnet. Bruno Grimmek errichtete das Haus mit Mitteln des Marshallplans im Rahmen der internationalen Bauausstellung. Das kulturelle, wissenschaftliche und Service-Angebot konnte noch stärker erweitert werden. Das Haus entwickelte sich zu einem beliebten Treffpunkt für Amerika-Interessierte aus dem Westen und Osten Berlins.

Nach dem Mauerbau am 13. August 1961 wurde das Amerika Haus zu einem der wichtigsten und sichtbarsten Zeichen amerikanischen Engagements in und für Berlin. Bereits drei Monate nach dem Mauerbau wurde im November 1961 eine Dauerausstellung über die Berliner Mauer im Amerika Haus gezeigt, die von Lucius D. Clay eingeweiht wurde.Später besuchten u.a. James Stewart (1962), Robert Kennedy (1962) und Richard Nixon (1963) die Ausstellung.

Bei der Gründung des Kultur- und Informationszentrums des United States Information Service (USIS) standen die kulturpolitischen Aufgaben im Vordergrund. Das nach NS-Zeit und Teilung Deutschlands entstandene Informationsdefizit der Berliner sollte mit Veranstaltungen, Lehrerfortbildungen etc. ausgeglichen werden. 1995 wurde das "Information Resource Center Headquarters Berlin" mit völlig neuem technischen Equipment eröffnet. Seit dem Umzug der US-Botschaft von Bonn nach Berlin war das Amerika Haus unmittelbarer Bestandteil der Botschaft und dem Außenministerium unterstellt. Es stand in den letzten Jahren unter strengem Polizeischutz, war nicht mehr frei zugänglich und bot Programme und Service seither ausschließlich für Multiplikatoren aus Politik, Wirtschaft, Kultur, Wissenschaft und Verwaltung an.

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