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Rathaus Aktuell

BBI: Wowereit beim ersten Spatenstich

Nach fast 15-jähriger Planung und langwierigen Rechtsstreitigkeiten hat der Bau eines neuen Großflughafens für Berlin begonnen. Mit dem ersten Spatenstich gaben der Regierende Bürgermeister von Berlin, Klaus Wowereit, Brandenburgs Ministerpräsident Matthias Platzeck und Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee am 5. September 2006 das Startsignal für den künftigen Airport Berlin Brandenburg International (BBI). Für zwei Milliarden Euro wird der Flughafen Schönefeld südöstlich der Hauptstadt bis Herbst 2011 zum bundesweit drittgrößten Luftfahrtkreuz ausgebaut.

Erst im März hatte das Bundesverwaltungsgericht den Weg für eines der letzten großen Verkehrsprojekte der deutschen Einheit freigemacht. Tiefensee sprach von einem «großen Tag für den Ostteil unseres Landes». Der neue Flughafen werde die Hauptstadtregion in eine neue Liga katapultieren. Berlins Regierender Bürgermeister Wowereit sagte, der BBI sei ein Garant für zehntausende neue Arbeitsplätze. Brandenburgs Ministerpräsident Platzeck betonte, auch über den Flughafen hinaus eröffneten sich Perspektiven für zahlreiche Branchen wie Tourismus oder Wissenschaft.

Die Planungen für das Vorhaben dauerten fast 15 Jahre. Der BBI mit einer Startkapazität von 22 Millionen Reisenden im Jahr soll künftig als einziger Flughafen der Region das ineffiziente Luftverkehrssystem aus den Tagen der Teilung ersetzen. Bisher läuft der Flugbetrieb noch immer über die drei Standorte Tegel, Tempelhof sowie Schönefeld, den einstigen Zentralflughafen der DDR. Dank des Booms der Billigflieger peilen die drei Flughäfen in diesem Jahr zusammen bereits die Marke von 18 Millionen Passagiere an.

Wirtschaft und Fluggesellschaften fordern seit langem einen modernen Flughafen für die Region. Für Wirbel sorgte aber Kritik des Billigfliegers Easyjet, wegen der Terminalgestaltung drohten zu hohe Gebühren, die den Flughafen unattraktiv machen würden. Wowereit, der auch Aufsichtsratschef des Flughafens ist, betonte, die Bauherren ließen sich nicht von einer einzelnen Fluglinie unter Druck setzen. Der BBI werde kein überdimensionierter «Marmorpalast», aber auch «keine Wellblechhütte». Der Kostenrahmen müsse eingehalten werden.

Unterzeichnet wurden auch die Verträge für die Schienenanbindung des geplanten unterirdischen Flughafenbahnhofs. Dafür sind zusätzlich 636 Millionen Euro veranschlagt. Den Großteil trägt mit 576 Millionen Euro der Bund, der nach einem gescheiterten Privatisierungsversuch nun mit den beiden Ländern BBI-Bauherr ist. Bahnchef Hartmut Mehdorn sagte, das Luftkreuz werde mit dem Schienenknoten Berlin verbunden (PIA/dpa).

Weitere Fotos finden Sie in BBI: Wowereit beim ersten Spatenstich - Fotos.


Mit einem symbolischen Spatenstich nahe dem Flughafen Berlin-Schönefeld bei Berlin gaben (von links) der Sprecher der Geschäftsführung des BBI Rainer Schwarz, Bahn-Chef Hartmut Mehdorn, Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit, Brandenburgs Ministerpräsident Matthias Platzeck, Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee und der Geschäftsführer des BBI Thomas Weyer den Startschuss für den Bau des neuen Hauptstadtflughafen Berlin-Brandenburg International (BBI).