Brüssel: Schmitz weihte Mauersegment ein
Der Chef der Senatskanzlei, Staatssekretär André Schmitz, hat am 22. April 2004 im Park Leopold an der rue Wiertz in Brüssel ein vom Potsdamer Platz stammendes Segment der Berliner Mauer enthüllt. An der Einweihung nahmen das für Haushalt zuständige Mitglied der Europäischen Kommission und ehemalige Berliner Senatorin, Michaele Schreyer, und der Ministerpräsident der Region Brüssel-Hauptstadt, Jacques Simonet, teil. Das Mauerteil ist ein Geschenk an das deutsche Kommissionsmitglied, das Michaele Schreyer der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt hat.
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Gruppenbild zur Einweihung des Mauersegments in Brüssel (v.l.): Senatskanzlei-Chef André Schmitz, EU-Kommissarin Michaele Schreyer und als Vertreter der Stadt Brüssel Jos Chabert.
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Das Mauerteil ist an seinem Standort im Park Leopold aus dem Gebäude des Europäischen Parlaments und auch aus dem künftigen Gebäude des Ausschusses der Regionen gut sichtbar. Es ist mit einer Inschrift versehen, die in den drei belgischen Amtssprachen Deutsch, Französisch und Niederländisch seine Herkunft erläutert. Der Text lautet:
“BERLINER MAUER
Originalteil vom Potsdamer Platz
Von 1961 bis 1989 Symbol der Teilung Berlins, Deutschlands und Europas.
Mit ihrem Fall am 9.11.1989 wurde die Vereinigung Ost- und Westeuropas in der Europäischen Union am 1. Mai 2004 möglich.”
André Schmitz sagte laut deutschem Manuskript in seiner Rede zur Enthüllung: ”Die Berliner Mauer war von 1961 bis 1989 eine weltweit wahrgenommene Anklage gegen die Verletzung der Menschenrechte. Die Freiheit wurde unterdrückt. Ihren Wunsch nach Freizügigkeit mussten viele Menschen mit dem Leben bezahlen. Der Fall der Mauer am 9. November 1989 war deshalb ein Tag großen Jubels in der Stadt. Die Berlinerinnen und Berliner drängten sich durch die Öffnungen von Ost nach West und von West nach Ost. Sie feierten zusammen. Die auf diesem Mauerteil sichtbare Bemalung auf der ursprünglich grauen und abstoßenden Mauer ist Ausdruck dieser Freude.”
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EU-Kommissarin Schreyer bei ihrer Einweihungsrede. Ihr Kernsatz vor dem Hintergrund der Ost-Erweiterung der Union: "Die Teilung ist überwunden." Das Mauer-Stück zeige, wie absurd die Teilung Europas gewesen sei.
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Weiter sagte Schmitz: “Die Mauer verschwand durch die Freiheitsliebe der Ostdeutschen. Dieser Erfolg wäre jedoch nicht denkbar gewesen ohne die politischen Entwicklungen in Polen, Ungarn und Tschechien. Wir sind und bleiben dankbar für die Unterstützung dieser Völker. Nach der Beseitigung der Mauer konnten sich die kommunistischen Systeme in Mittel- und Osteuropa nicht mehr halten. Die neuen Demokratien strebten zur Vereinigung mit Westeuropa. Für acht mittel- und osteuropäische Staaten ist am 1. Mai 2004 das Ziel erreicht. Wir begrüßen sie zusammen mit Zypern und Malta ganz herzlich im gemeinsamen europäischen Haus.
Gemeinsam werden wir künftig für die Werte und Ziele der Europäischen Union kämpfen:
Wir wollen gemeinsam den Frieden bewahren mit Hilfe dieser erfolgreichsten Friedensinitiative aller Zeiten, als die die Europäische Union bezeichnet werden kann.
Wir wollen gemeinsam die Freiheit sichern und deshalb gemeinsam gegen den internationalen Terrorismus kämpfen.
Wir wollen gemeinsam die Lebensverhältnisse der europäischen Bürgerinnen und Bürger verbessern, indem wir einen wettbewerbsfähigen und wissensbasierten Kontinent mit immer mehr und immer besseren Arbeitsplätzen schaffen.
Wir wollen gemeinsam Solidarität üben, denn diese EU ist unsere Schicksalsgemeinschaft, in der niemand auf Kosten des anderen, sondern jeder nur gemeinsam mit den anderen Erfolg haben kann.
Dieses Mauerstück soll die Europäerinnen und Europäer mahnen und insbesondere die täglich daran vorbeigehenden Europaabgeordneten immer wieder von neuem daran erinnern: Frieden, Freiheit und Wohlstand sind nicht selbstverständlich. Sie müssen immer wieder neu erarbeitet werden. Dies gelingt um so besser, als wir uns nicht in nationalen Grenzen abschotten, sondern solidarisch in der Europäischen Union zusammenarbeiten.”
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Das Berliner Mauersegment vor der Einweihungszeremonie - links die Tafel mit der Inschrift. Das Segment ist 3,85 Meter hoch und 1,20 Meter breit.
Das Berliner Mauersegment vor der Einweihungszeremonie - links die Tafel mit der Inschrift. Das Segment ist 3,85 Meter hoch und 1,20 Meter breit.
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Rückblende: Am 30. März 2004 wurde auf dem Potsdamer Platz das für Brüssel bestimmte Segment der Berliner Mauer auf der Ladefläche eines Tiefladers befestigt.