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Rathaus Aktuell

Ernst Reuter - die Ausstellung im Rathaus

Der Regierende Bürgermeister von Berlin, Klaus Wowereit, hat am Abend des 22. September 2003 im Berliner Rathaus die Ernst-Reuter-Ausstellung aus Anlass des 50. Todestags des früheren Regierenden Bürgermeisters eröffnet. Die Ausstellung ist bis zum 30. Oktober zu besichtigen. Sie ist montags bis freitags von 9 bis 18 Uhr geöffnet. Zur Ausstellung gibt es eine Begleitbroschüre sowie ein Plakat. Die Ausstellung wurde vom Landesarchiv Berlin(Externer Link) in Zusammenarbeit mit der Senatskanzlei konzipiert.



Klaus Wowereit bei der Eröffnung der Reuter-Ausstellung im Berliner Rathaus.


In seinem Grußwort sagte Wowereit laut Manuskript u.a.: "Jedes Foto zeigt den ganzen Ernst Reuter. Er besaß ein Charisma, das heute selten geworden ist. Ich würde es 'sehr preußisch' nennen, eine Schlichtheit, die majestätisch wirkt. Große Posen waren ihm zuwider. Baskenmütze und Stock, manchmal eine Zigarre - sonst nichts. Ernst Reuter wirkte immer wie einer aus dem Volk. So war er auch und doch auch wieder nicht.

So kurz nach dem Krieg stand Ernst Reuter nicht für den ganz normalen Deutschen, für den Mitläufer oder Täter. Ernst Reuter verkörperte ein besseres Deutschland."

 Berliner Ehrenbürger und Sohn des legendären © Landesarchiv


Berliner Ehrenbürger und Sohn des legendären "Regierenden": Edzard Reuter(r.),
Dr. Jürgen Wetzel, Direktor des Landesarchivs Berlin (m.) und Klaus Wowereit (l.) bei der Eröffnung Reuter-Ausstellung.
Wowereit weiter: "Wenn man auf Ernst Reuters Biographie zurückschaut, dann beeindruckt vor allem sein bedingungsloses Festhalten am Ideal einer friedlichen und humanen Gesellschaft - das schloss in den bewegten Zeiten zwischen den Weltkriegen wechselnde Parteizugehörigkeiten durchaus ein.

Ernst Reuter war unabhängig im besten Sinne des Wortes. Stets blieb er sich und seinen
Überzeugungen treu. Er sah sich selbst als ersten Diener seiner Ideale. Und diese Ideale mussten gelebt werden. Ernst Reuter versah den Beruf des Politikers mit außergewöhnlicher Leidenschaft. Das war seine Berufung."


Das Ernst-Reuter-Porträt von Felix Ebel aus dem Nachlass.
Wowereit weiter: "Bei großen Politikern ist es oft ein einziger Satz, eine Geste, die besonders in Erinnerung blieb. Man denke nur an Willy Brandts Kniefall vor dem Denkmal für die Gefallenen des Warschauer Ghettos. Oder an John F. Kennedys Worte: 'Ich bin ein Berliner!' Auch bei Ernst Reuter gab es diesen Satz, an den man sich auch Jahrzehnte danach noch erinnert: 'Völker der Welt, schaut auf diese Stadt'. Aber fast mehr noch in Erinnerung blieb der Klang seiner Stimme. In ihr lag die große Sorge, aber auch äußerste Entschlossenheit. Die Völker der Welt, an die sich Reuter wandte, schauten auf diese Stadt. Sie erkannten, dass Berlin ein Vorposten der freien westlichen Welt war, den es entschlossen zu verteidigen galt.

Und heute wissen wir, dass ohne diese Entschlossenheit, die Ernst Reuter vorlebte, so wie sie später von Willy Brandt und John F. Kennedy vorgelebt wurden, die Einheit in Frieden und Freiheit nicht zu erreichen gewesen wären.
Darin liegt Ernst Reuters historischer Verdienst.

Und wenn wir heute im Roten Rathaus im ehemaligen Oststeil der Stadt mit einer Ausstellung an diesen großen Mann erinnern, der vor 50 Jahren gestorben ist, dann hat sich ein Vermächtnis erfüllt."



Klaus Wowereit und Edzard Reuter betrachten Ausstellungsstücke: Ernst Reuters berühmte Mütze, sein Gehstock und das Ernst-Reuter-Porträt von Felix Ebel.


Kalter Krieg: Zeitgenössische Plakate aus der Regierungszeit Ernst Reuters.

Ernst Reuters berühmte Rede vom 9. September 1948 auf der großen Kundgebung auf dem Platz der Republik vor dem Reichstag, wie Berlin Reuter ehrt:

Ernst Reuter: So ehrt ihn Berlin.

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