Rathaus aktuell stellt das Plakat zur Ernst-Reuter-Ausstellung vor, die aus Anlass des 50. Todestags des früheren Regierenden Bürgermeisters von Berlin vom 22. September bis zum 30. Oktober 2003 im Roten Rathaus zu sehen sein wird. Die Ausstellung über Ernst Reuter ist vom Landesarchiv Berlin konzipiert worden.
Der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit eröffnet die Ausstellung am 22. September 2003. Sie ist bis zum 30. Oktober werktags von 9 bis 18 Uhr zu besichtigen. Eine Begleitpublikation ist in Vorbereitung.
© Landesarchiv
Das Plakat zur Reuter-Ausstellung im Berliner Rathaus wurde vom Landesarchiv Berlin gestaltet und kann zur weiteren Verwendung zu Zwecken der Berichterstattung heruntergeladen werden.
(bitte Copyright-Vermerk Landesarchiv Berlin).
Im Geleitwort der Ausstellungsbroschüre schreibt der Regierende Bürgermeister u.a.: “Im Roten Rathaus hängen zwei Bilder des großen Berliner Fotografen Henry Ries. Sie zeigen ein gewaltiges Menschenmeer, das sich während der Berlin-Blockade still und schicksalsergeben vor der Ruine des Reichstags versammelt hat. Es ist der 9. September 1949, jener Tag, an dem Berlins Bürgermeister Ernst Reuter seine berühmte Rede an die leidgeprüfte Berliner Bevölkerung richtet. Man sieht den Redner auf diesen Bildern nicht, und doch scheint es, als habe der Fotograf Reuters berühmten Satz beim Wort genommen: ,Ihr Völker der Welt! Schaut auf diese Stadt!‘
Diese Stadt, wie Henry Ries sie zeigte und Ernst Reuter sie beschwor, das waren die Trümmer, welche die nationalsozialistische Barbarei hinterlassen hatte und die waffenstarrenden Machtsymbole einer neuen, wenig Vertrauen einflössenden Ordnung: Man erkennt den zerbombten Sitz des ehemaligen Generalstabs, die Ruine der Kroll-Oper, wo der Reichstag am 24. März 1933 gegen die Stimmen der sozialdemokratischen Fraktion Hitlers Ermächtigungsgesetz zugestimmt hatte, und das panzerbewehrte sowjetische Ehrenmal am Rande des Tiergarten.
Und doch scheint in diesem Augenblick die Menge davon keine Notiz zu nehmen, sondern gebannt der Stimme Ernst Reuters zu lauschen. Auf ihren Klang kam es ebenso an wie auf die Worte. Es war ein schartiger, krächzender Ton, als liege in ihr das ganze Leid von Millionen Berlinern.”
Wowereit weiter: “Mit Ernst Reuter verbindet sich für alle Berlinerinnen und Berliner der Wiederaufbau unserer Stadt unter schwierigsten Bedingungen. Entschlossenheit, Zähigkeit, Unbeugsamkeit und Großmut waren die geforderten Tugenden. Ernst Reuter hat sie im Übermaß besessen. Dieser große Berliner war die erste Stimme dieser Stadt. Sie hat den Berlinerinnen und Berlinern in schweren Zeiten Mut zugesprochen und die Herzen in aller Welt für Berlin geöffnet – so kurz nach dem Krieg und den in deutschem Namen begangenen Verbrechen eine einzigartige Leistung. Darin liegt Ernst Reuters bleibender Verdienst.
Dass er anlässlich seines 50. Todestages mit einer Ausstellung im ehemaligen Ostteil der wiedervereinten Hauptstadt Deutschlands geehrt wird, hätte er gewiss als Erfüllung seines politischen Traums verstanden. Ich wünsche mir, dass zahlreiche Besucher den Weg ins Rote Rathaus finden, um sich über Leben und Werk dieses bedeutenden Mannes zu informieren.”
Reuters berühmte Rede (“Ihr Völker der Welt, schaut auf diese Stadt!”), die
Ehrungen, die er nach dem Tod in Berlin erfahren hat – lesen Sie bitte dazu:
Ernst Reuter: So ehrt ihn Berlin.