Pfitzmann: Wowereit würdigte den verstorbenen Schauspieler
Am 13. Juni 2003 fand in der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche die Trauerfeier für den verstorbenen Berliner Schauspieler
Günter Pfitzmann
statt. Der Regierende Bürgermeister von Berlin, Klaus Wowereit, hielt dort eine Traueransprache. Die Beisetzung Pfitzmanns fand ebenfalls unter großer Anteilnahme der Bevölkerung auf dem Waldfriedhof in Berlin-Zehlendorf statt.
© Landesarchiv
Begräbnis Günter Pfitzmanns auf dem Waldfriedhof: Die Witwe Lilo zwischen den Söhnen Robert und Andreas.
Wowereit sagte auf der Trauerfeier u.a.: "Die Nachricht vom Tod Günter Pfitzmanns hat uns tief getroffen. Berlin verliert nicht nur einen beliebten Schauspieler; Berlin verliert auch einen großartigen Menschen. Günter Pfitzmann war ein Berliner mit Leib und Seele. Hier wolle er sein, bleiben und sterben, hat er einmal in einem Interview gesagt. Es gibt das oft gebrauchte Klischee, dass diese oder jene Persönlichkeit das Bild ihrer Stadt geprägt habe. Auf Günter Pfitzmann trifft das wohl zu wie auf kaum einen anderen. In unzähligen Fernsehfilmen und -serien gab er den Berliner, in dem wir uns – das müssen wir zugeben – wiedererkannten: ein wenig dickköpfig und schnoddrig, trocken im Witz, schlagfertig und dabei stets liebenswert und auf der Seite der kleinen Leute.
Wir Berlinerinnen und Berliner haben ihn dafür geliebt. Wenn sich Deutschland den typischen Berliner vorstellte als einen wie Günter Pfitzmann, so konnte uns das nur gefallen. Günter Pfitzmann selbst hat es nichts ausgemacht, in der deutschen Fernsehgemeinde als Prototyp des Berliners zu gelten. Im Gegenteil: ,Ich bin seit Jahrzehnten sozusagen ein Aushängeschild Berlins’, sagte er einmal schmunzelnd über sich. Günter Pfitzmann war Inbegriff der viel zitierten Berliner Schnauze mit Herz. Sein großes Herz zeigte sich zum Beispiel in seinem Engagement für herzkranke Kinder. Zu seinem 75. Geburtstag bat er deshalb lieber um Spenden statt um Geschenke.
,Schnauze’ bedeutete für Günter Pfitzmann, mit seiner Meinung nicht hinter dem Berg zu halten und auf seine unnachahmliche Art auszusprechen, was ihm gegen den Strich ging. Dabei stets ein wenig respektlos gegenüber jenen, die sich zu wichtig nahmen, und solidarisch mit anderen, die Unterstützung brauchten. Dennoch würde man Günter Pfitzmann nicht gerecht, ihn auf den Berufsberliner zu reduzieren. Er war ein begnadeter Schauspieler, seine Fernsehfilme und Serien wurden stets zu Quotenrennern."
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Abschied.
