Klimapartnerschaft: Berlin - Buenos Aires

Laufzeit 2016 - 2019

Projekt „Energieeffizienz und Kraft-Wärme-Kopplung in öffentlichen Krankenhäusern im Rahmen der Klimapartnerschaft Berlin-Buenos Aires“

Die seit 1994 bestehende Städtepartnerschaft zwischen Berlin und Buenos Aires wurde im Jahr 2012 im Rahmen des Projektes von Engagement Global „50 kommunale Klimapartnerschaften bis 2015“ um eine Klimapartnerschaft erweitert. Ziel beider Städte ist es, sich über „Best Practices“ zur Förderung von nachhaltigem Energiemanagement, Energieeinsparungen, Energieeffizienz und zum Einsatz von Erneuerbaren Energien auszutauschen und damit einen gemeinsamen Beitrag zur Verringerung des Ausstoßes von klimaschädlichen Emissionen zu leisten. In diesem Zusammenhang wurde bereits in den Jahren 2012 bis 2015 ein erfolgreiches Projekt im Rahmen des Unterprogramms „Nachhaltige Kommunalentwicklung durch Partnerschaftsprojekte“ (NaKoPa) zum Thema „Unterstützung beim Aufbau eines nachhaltigen Energiemanagements in öffentlichen Bildungseinrichtungen in der Stadt Buenos Aires mit einer Bildungskomponente in beiden Partnerstädten“ durchgeführt. Schwerpunkt des Projekts war die Steigerung der Energieeffizienz in öffentlichen Gebäuden zum Zwecke der Kostenreduzierung und CO²–Einsparung. Darüber hinaus sollte die Sensibilität für Umweltschutz- und Energieeffizienzmaßnahmen in den Schulen beider Partnerstädte gefördert werden. Über ein Maßnahmenpaket aus Informationskampagnen, Energieeffizienz-Schulungen, Leitfäden u.Ä. konnten so mehr als 470 Lehrer und mehr als 33.900 Schüler in Buenos Aires erreicht werden.

Im Rahmen der bestehenden Städtepartnerschaft arbeiten Berlin und Buenos Aires seit 2016 an einem Folgeprojekt mit dem Titel „Energieeffizienz und Kraft-Wärme-Kopplung in öffentlichen Krankenhäusern im Rahmen der Klimapartnerschaft Berlin-Buenos Aires“ zusammen. Anlass für dieses Projekt war ein jüngst erstellter Energiereport, nach dessen Ergebnis zahlreiche Krankenhäuser der Stadt Buenos Aires einen relativ hohen spezifischen Energieverbrauch haben. Das neue Kooperationsprojekt knüpft dabei teilweise an das Vorgängerprojekt an, indem es sich die Weiterentwicklung und Optimierung des kommunalen Energiemanagements zur Aufgabe macht. Gleichzeitig wurde ein neues Pilotprojekt aufgesetzt, in dem ein ausgewähltes Krankenhaus in Buenos Aires, mit Unterstützung des Landes Berlin, mit einer modernen Kraft-Wärme-Kopplungs-Anlage (KWK-Anlage) ausgestattet werden soll.
Bei der Umsetzung dieses Pilotprojekts kann die Stadt Buenos Aires von der besonderen Erfahrung der deutschen Bundeshauptstadt profitieren. Denn mit über 1.000 KWK-Anlagen, ist Berlin die deutschlandweit führende Modellstadt für diese klimaschonende Technologie. Durch den Einsatz dieser Anlagen konnten die Treibhausgasemissionen im Hauptstadtgebiet maßgeblich reduziert werden. In Buenos Aires sind Energieeffiziente KWK-Anlagen in öffentlichen Krankenhäusern bisher nicht im Einsatz. Die Förderung des Baus von KWK-Anlagen soll somit zur Steigerung der Energieeffizienz und zum Klimaschutz beitragen. Gleichzeitig soll auf diese Weise auch die Stromversorgungssicherheit der Krankenhäuser garantiert werden.

Erste Projektmaßnahmen haben in beiden Städten bereits begonnen. Nach einer öffentlichen Ausschreibung hat die Senatskanzlei im September 2016 die Berliner Energieagentur (BEA) beauftragt, ein Umsetzungskonzept für eine Pilot-KWK-Anlage in einem öffentlichen Krankenhaus in Buenos Aires zu entwickeln. Im November 2016 wurde im Rahmen der ersten Expertenentsendung nach Buenos Aires ein Auftaktworkshop zu Rahmenbedingungen von KWK-Anlagen durchgeführt. Neben Mitarbeiter-/innen der Umweltschutzagentur der Stadt Buenos Aires (APrA) nahmen auch Mitarbeiter-/innen des Gesundheitsministeriums, des Ministeriums für Umwelt und Öffentlichen Raum der Stadt Buenos Aires sowie des Finanzministeriums teil. Nach einer allgemeinen Einführung in das Thema Kraft-Wärme-Koppelung, stellte ein Vertreter des Gesundheitsministeriums das Beispiel einer KWK-Anlage in einem Krankenhaus in Santiago de Chile vor. Die Auslegung und Planung einer KWK-Anlage in Buenos Aires stieß auf großes Interesse. Im Anschluss wurden mit dem argentinischen Energieministerium die Rahmenbedingungen in Argentinien für KWK-Anlagen erörtert.

Derzeit laufen im Krankenhaus die Vorbereitungen für die Implementierung der KWK-Anlage. Die Inbetriebnahme ist für das laufende Jahr 2019 geplant.

Nach Abschluss des Pilotprojekts werden die Ergebnisse veröffentlicht und ggf. auf andere Krankenhäuser oder andere öffentliche Gebäude in Buenos Aires übertragen. Als Demonstrationsprojekt soll es auch private Institutionen und Unternehmen anregen, diese Technologie bei passenden Rahmenbedingungen in Sektoren wie Produktion, Hotels oder Einkaufszentren einzusetzen und so die CO²-Emissionen der Stadt Buenos Aires zu reduzieren.

Gefördert wird das Projekt durch die Servicestelle Kommunen in der einen Welt / Engagement Global. Als zentrale Ansprechpartnerin in Deutschland für bürgerschaftliches und kommunales Engagement in der Entwicklungszusammenarbeit arbeitet Engagement Global im Auftrag der Bundesregierung und wird vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) finanziert. Die Mittel des Förderprogramms stammen aus dem Sondervermögen des Energie- und Klimafonds (EKF).

Die Projektbeschreibung können Sie auch als PDF herunterladen.

Projektbeschreibung Klimapartnerschaft Berlin_Buenos Aires

PDF-Dokument (128.0 kB)

Fotos zum ersten Projektdurchlauf

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