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Müller zum Terrorakt auf dem Breitscheidplatz: Tiefer Einschnitt für Berlin

Meldung vom 19.12.2020

Mit einer Andacht in der Gedächtniskirche ist in Berlin am Abend an den islamistischen Terroranschlag vor genau vier Jahren erinnert worden. Mehr als 100 Menschen, darunter auch der Regierende Bürgermeister von Berlin, Michael Müller, und der Opferbeauftragte der Bundesregierung, Edgar Franke, kamen zu dem stillen Gedenken. Müller twitterte im Tagesverlauf die Namen der Getöteten und betonte, sie seien nicht vergessen.
Müller vorab: „Berlin gedenkt der Opfer des brutalen Anschlags vom 19. Dezember 2016 mitten im Herzen unserer Stadt auch unter den besonderen Bedingungen dieses Jahres. Den Toten und Verletzten schulden wir einen Moment des Einhaltens, der Besinnung und der Erinnerung, und dieses Gedenken ist uns allen ein tiefempfundenes Bedürfnis. Allen Menschen, die in unmittelbarer Umgebung, auf dem Weihnachtsmarkt und in der ganzen Stadt diese unvorstellbare Tat, die Wirklichkeit wurde, miterlebt haben, hat sich dieses Geschehen in das Gedächtnis eingebrannt. Und wir müssen uns bewusst machen, dass es jede und jeden von uns hätte treffen können. Die terroristische Bedrohung richtet sich gegen uns alle.“

Müller weiter: „Für unser Berlin hat die Mordtat einen tiefen Einschnitt bedeutet. Der 19. Dezember 2016 hat gezeigt, dass es auch Berlin treffen kann. Berlinerinnen und Berliner, genauso wie Gäste unserer Stadt. Das war ein Schock auch jenseits der Brutalität des Terrorakts selber. Seitdem haben wir vielfältige Vorkehrungen getroffen und unser Bewusstsein geschärft. Aber wir müssen uns bewusst bleiben, dass die Gefahr weiter existiert. Die vergangenen Wochen und Monate haben das gezeigt, wenn wir beispielsweise zu unserem Nachbarn Frankreich schauen. Die Angreifer, die unsere freiheitliche Lebensweise und unsere Kultur der Toleranz zerstören wollen und die dabei mit menschenverachtender Rücksichtlosigkeit vorgehen, sind noch immer da.“

Gegen 20.02 Uhr – der Uhrzeit des Anschlages – läuteten die Kirchenglocken zwölf Mal. In Erinnerung an die zwölf Toten legten die Menschen Kränze und Blumen ab. Auf der Treppe vor der Gedächtniskirche wurde ein Herz aus Kerzen aufgebaut. Angehörige der Opfer und andere interessierte Besucher konnten sich vorab zu dem Gedenken anmelden. Der Gottesdienst war auch über das Internet zu verfolgen. Der Weihnachtsmarkt war in diesem Jahr wegen der Corona-Infektionsgefahr verboten worden.

Erzbischof Heiner Koch sagte bei der Andacht: „Nach dem 19. Dezember 2016 ist die Geschichte von Berlin nicht mehr dieselbe wie vorher. … Wir erinnern uns daran, zu welcher Gewalt ein Mensch in der Lage ist.“ Gedächtniskirchenpfarrer Martin Germer erinnerte an weitere Anschläge und Gewalttaten wie beispielsweise in Paris, Nizza, Hanau und Halle. „Auch da fühlen wir uns verbunden mit den Trauernden.“