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Müller zum Ehrenbürgerinnen-Porträt von Margot Friedländer

Pressemitteilung vom 09.03.2020

Das Presse- und Informationsamt des Landes Berlin teilt mit:

Der Regierende Bürgermeister von Berlin, Michael Müller, hat heute an der Feierstunde zur Enthüllung des Ehrenbürgerinnen-Porträts von Margot Friedländer im Festsaal des Abgeordnetenhauses von Berlin teilgenommen. Die 1921 geborene Berlinerin, Überlebende des Holocaust und engagierte Zeitzeugin war anwesend. Nach Begrüßung und Ansprache durch den Präsidenten des Abgeordnetenhauses von Berlin, Ralf Wieland, hatte die Malerin Stephanie von Dallwitz gesprochen.

Müller: „Berlin würdigt mit großer Dankbarkeit seine Ehrenbürgerin Margot Friedländer, die Senat und Abgeordnetenhaus im Bewusstsein um ihre großen Verdienste um das Gedächtnis des Holocaust und des Schicksals jüdischer Menschen in unserer Stadt und in Deutschland auf diese Weise geehrt haben. Das künstlerische Porträt in der Ehrenbürger-Galerie unseres Parlaments gehört zu den mit der Ehrenbürgerschaft verbundenen Auszeichnungen. Wir alle sind gespannt, wie die Künstlerin das Porträtbildnis gestaltet hat.“

Der Regierende weiter: „Zuletzt hat Margot Friedländer ihre für uns Nachgeborene unverzichtbare DVD mit dem biografischen Film ‚Don’t call it Heimweh’ neu herausgebracht, auf der jetzt auch der einstündige Mitschnitt einer ihrer Lesungen enthalten ist. Künftige Generationen werden auf solche digitalen Dokumentationen angewiesen sein, um das Leben jüdischer Menschen in unserer Stadt, Ausgrenzung und Verfolgung unter der nationalsozialistischen Diktatur authentisch nacherleben zu können. Margot Friedländers Porträt wird uns in Zukunft immer an ihr Vermächtnis und an unsere Verpflichtung erinnern, gegen jeden Antisemitismus zu kämpfen, Freiheit, Demokratie und Rechtsstaat, Offenheit und Toleranz zu erhalten und zu verteidigen.“

Margot Friedländer wurde am 26. Juni 2018 Ehrenbürgerin unserer Stadt. Sie erfuhr im Berlin der nationalsozialistischen Zeit die wachsende Diskriminierung und tauchte mit 21 Jahren unter, um zu überleben. Nach 15 Monaten im Untergrund wurde sie verhaftet und nach Theresienstadt verschleppt. Ihre Familie, Freunde und Bekannten überlebten den Holocaust zumeist nicht. Ihre Mutter hatte ihr 1943 auf einem Zettel als letztes Zeugnis den Satz „Versuche, dein Leben zu machen“ hinterlassen. Friedländer emigrierte nach 1945 in die USA und zog 2010 zurück nach Berlin, um jungen Menschen von ihren Erfahrungen zu berichten.

Weitere Informationen finden Sie auf der Internetseite des Abgeordnetenhauses von Berlin.