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Müller in seiner Neujahrsansprache: Bedrohung durch Corona weiter ernst nehmen – Dank für Solidarität – Berlin rückt zusammen

Pressemitteilung vom 31.12.2020

Achtung, Sperrfristen:
Zeitungen, Hörfunk O-Ton und Zitate bis 1 Minute sowie online: frei ab 31. Dezember 2020
Ansprache in voller Länge für Hörfunk frei ab 1. Januar 2020, 12.00 Uhr
Ansprache in voller Länge für Fernsehen frei ab 1. Januar 2020, 19.55 Uhr

Das Presse- und Informationsamt des Landes Berlin teilt mit:

Der Regierende Bürgermeister von Berlin, Michael Müller, hat sich in seiner Neujahrsansprache auf die Corona-Krise konzentriert und dringlich an die Berlinerinnen und Berliner appelliert, die andauernde Gefahr durch die Pandemie weiterhin ernst zu nehmen. Angesichts der akuten Situation in den Krankenhäusern der Stadt forderte Müller dazu auf, alles zu tun, um das Gesundheitssystem und vor allem das am Limit arbeitende Personal zu entlasten und sich an die Regeln zu halten. Der Regierende Bürgermeister verwies auf die nach wie vor hohen Infektionszahlen und die Zahl der auch jüngeren Schwersterkrankten.

Müller dankte den vor Ort Tätigen für ihre Arbeit, und er dankte den Berlinerinnen und Berliner für die von ihnen geübte Solidarität. Das vorige Frühjahr habe gezeigt, dass es möglich sei, so die Zahlen zu drücken. Der Regierende brachte die Zuversicht zum Ausdruck, dass die Menschen in der Stadt miteinander die Pandemie überwinden könnten, insbesondere durch die angelaufenen Impfungen.

Im Folgenden dokumentiert das Presse- und Informationsamt des Landes Berlin die Neujahrsansprache, die das Fernsehen des Rundfunks Berlin-Brandenburg am 1. Januar 2021 um 19.55 Uhr in voller Länge ausstrahlt, im Wortlaut:

„Liebe Berlinerinnen und Berliner, ich habe heute keine vorbereitete Rede für Sie, keine Rede, in der ich wieder alle Errungenschaften und positiven Entwicklungen des letzten Jahres aufzähle, die es ohne Zweifel wieder in Berlin gegeben hat. Nein, ich habe eine große Bitte: Ich bitte Sie, uns weiterhin zu unterstützen auf unserem Wege, die Pandemie zu bekämpfen. Ich weiß, wir haben schon gemeinsam so viele Einschränkungen hinnehmen müssen in den letzten Monaten. Wir konnten das Weihnachtsfest nicht so feiern wie wir wollten und auch nicht den Jahreswechsel. Wir konnten nicht reisen im vergangenen Jahr, und es gab viele Einschränkungen in der Kultur, im Sport, wir alle haben es jeden Tag erlebt und sehnen uns nach ein Stück Normalität. Aber ich bitte Sie ganz dringend, unterstützen Sie uns weiter auf unserem Weg. Die Infektionszahlen sind nach wie vor zu hoch. Wir haben zu hohe Infektionszahlen mit Schwersterkrankten. Auch junge Menschen erkranken schwer und landen auf unseren Intensivstationen. Wir erleben, dass die Beschäftigten in den Pflegeeinrichtungen und insbesondere in den Krankenhäusern an ihre Grenzen kommen. Sie sind in einer Dauerbelastung, physisch und psychisch. Wir müssen gemeinsam alle miteinander weiter solidarisch sein und etwas tun, um unser Gesundheitssystem leistungsfähig zu erhalten. Denn wir brauchen dieses Gesundheitssystem, um den Erkrankten auch weiterhin gut helfen zu können. Viel konnte in den letzten Wochen gut organisiert werden. Unsere Impfzentren arbeiten, wir haben mobile Impfteams, die vor allem auch die Pflegeeinrichtungen anfahren und dort Schwersterkrankte oder ältere Menschen als erstes versorgen. Ich bitte Sie aber auch an dieser Stelle, nehmen Sie weiterhin die Bedrohung durch Corona ernst. Impfungen sind wichtig und sie werden uns helfen, aber sie werden uns allen erst in einigen Wochen oder Monaten helfen. Deswegen müssen wir weiter achtsam sein. Deswegen müssen wir weiter uns um unsere Nächsten, um unsere Verwandten und Freunde kümmern.

Meine Damen und Herren, ich will mich an dieser Stelle auch ganz herzlich bedanken, bei Ihnen allen, Sie alle haben in den letzten Monaten verantwortungsvoll unseren Weg mitgetragen und so viele haben Unglaubliches geleistet, eben in den Pflegeheimen, in den Krankenhäusern, den Arztpraxen, den Apotheken. Es gab so viel Engagement, auch von Polizei und Feuerwehr, in den Schulen und Kitas und auch in unserer Verwaltung. Wir haben es alle miteinander gemerkt, wir rücken in Berlin zusammen. Wir können etwas gemeinsam erreichen, wir haben im Sommer gezeigt, wie wir durch solidarisches Handeln unsere Infektionszahlen in Grenzen halten.

Liebe Berlinerinnen und Berliner, ja 2021 wird uns Corona auch noch weiter beschäftigen. Aber ich glaube, wir miteinander können es richten, wir miteinander haben es in der Hand, diese Pandemie in diesem Jahr gut zu bewältigen.

Liebe Berlinerinnen und Berliner, ein großes Dankeschön noch einmal für Ihre Solidarität und ich wünsche Ihnen natürlich oder uns allen, dass wir in unserer Stadt gut durch diese Zeit kommen. Dass wir vielleicht in einigen Monaten wieder mehr Normalität erleben, dass wir wieder erleben, wie wir uns unbefangen begegnen können, wie wir unsere Nächsten in den Arm nehmen können, Kultur und Sport, das Berliner Leben, das Berliner Lebensgefühl miteinander genießen können.

Ich danke Ihnen und wünsche Ihnen für das neue Jahr alles erdenklich Gute, privates Glück, aber vor allen Dingen Gesundheit!“