Senat beschließt Kita-Planung bis 2025/26: Ausbau geht weiter, Spielraum für Qualitätsverbesserungen

Pressemitteilung vom 06.10.2020

Aus der Sitzung des Senats am 6. Oktober 2020:

Der Senat hat heute die von Senatorin Sandra Scheeres vorgestellte Kindertagesstättenentwicklungsplanung (KEP) für die Jahre 2021 bis 2025/26 beschlossen. Die aktualisierte Planung zum künftigen Kitaplatz- und Fachkräftebedarf basiert auf der neuen Bevölkerungsprognose für Berlin und die Bezirke 2018-2030 der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen sowie der in Abstimmung mit der bezirklichen Jugendhilfeplanung prognostizierten Inanspruchnahme von Betreuungsangeboten. Sie geht davon aus, dass aufgrund steigender Kinderzahlen auch in den kommenden Jahren der Kitaplatz- und der Fachkräftebedarf stetig zunimmt. Die Kindertagesstättenentwicklungsplanung zeigt, welche Maßnahmen bereits ergriffen wurden und welche künftig erforderlich sind, um den Rechtsanspruch auf einen Kita-Platz und eine qualitativ hochwertige frühkindliche Förderung weiterhin zu gewährleisten.

Sandra Scheeres, Senatorin für Bildung, Jugend und Familie: „Berlin hat in den vergangenen Jahren konsequent und erfolgreich in den Kita-Ausbau, die Betreuungsqualität und Beitragsfreiheit investiert. Seit 2011 wurden mit öffentlicher Förderung mehr als 50.500 Plätze geschaffen und gesichert. Das war ein Wettlauf mit den rapide steigenden Kinderzahlen und eine immense Leistung, die gemeinsam mit den Kita-Trägern erreicht wurde. Auch in Zukunft muss der Kita-Ausbau mit Hochdruck weitergehen. Für die nächsten zwei Jahre haben wir die Weichen bereits gestellt. Rund 15.500 neue Plätze sollen bis Ende 2022 durch bereits laufende und geplante Maßnahmen entstehen. Auch die Fachkräftesituation hat sich dank unserer Maßnahmen deutlich verbessert. In absehbarer Zeit wird es sogar wieder einen Spielraum für weitere Qualitätsverbesserungen geben.“

Eckpunkte der Kindertagesstättenentwicklungsplanung für 2021-2025/26 sind:

  • Laut Bevölkerungsprognose wird die Zahl der Berliner Kinder im Kita-Alter (0 bis 7 Jahre) in den kommenden Jahren weiter steigen: von rd. 264.000 Ende 2019 auf rd. 280.000 in 2025. Das ist ein Anstieg von rd. 6 Prozent. Die vorherige Bevölkerungsprognose ging noch davon aus, dass sich die Kinderzahl ab 2020 stabilisiert.
  • Mit der Zahl der Kinder steigt auch die Nachfrage nach Kita-Plätzen weiter an. Prognostiziert wird, dass der maximale Bedarf am Ende des Kita-Jahres 2025/26 bei 200.600 Plätzen liegen wird.
  • Aktuell bieten die Berliner Kitas und Kindertagespflegestellen rd. 174.000 Plätze an. Durch bereits eingeleitete und neue Maßnahmen sollen daher bis Mitte 2026 insgesamt rd. 26.000 weitere Plätze entstehen.
  • Rd. 15.500 neue Kita-Plätze sind in der Umsetzung. Sie entstehen im Rahmen laufender und in Planung befindlicher Ausbaumaßnahmen, die vom Land Berlin und dem Bund gefördert werden und bis 2022 realisiert sein sollen.
  • Rd. 3000 Kita-Plätze sollen ab 2023 aus dem Bestand akquiriert werden. Dabei handelt es sich um bereits genehmigte Plätze, die dann im Zuge der erwarteten Verbesserung der Fachkräftesituation zur Belegung angeboten werden können.
  • Für rd. 8000 Kita-Plätze sind weitere Ausbaumaßnahmen, insbesondere in den Jahren 2022 bis 2024, erforderlich. Der erwartete Finanzierungsbedarf für diese Plätze beläuft sich bis zum Jahr 2026 auf insgesamt rd. 160 Mio. Euro.
  • Die Fachkräftesituation hat sich in den vergangenen Jahren sehr positiv entwickelt. Dies zeigt, dass die eingeleiteten Maßnahmen wie der Ausbau der Ausbildungskapazitäten, die Stärkung des Quereinstiegs und die verbesserte Attraktivität des Berufs wirken.
  • Seit 2015 ist die Zahl der Kita-Fachkräfte von 22.000 auf 28.300 (Vollzeitstellenäquivalente VZÄ) gestiegen. Das ist ein Plus von insgesamt 6300 VZÄ. Der jährliche Aufwuchs betrug zuletzt rd. 1100 VZÄ im Jahr.
  • Im Zuge des künftigen Platzausbaus werden weitere Fachkräfte benötigt. Die Prognose geht von einem Bedarf am Ende des Kita-Jahres 2025/26 von 32.500 Fachkräften (VZÄ) aus.
  • Das Angebot an Fachkräften wird bis Ende 2025 auf 36.800 VZÄ anwachsen und damit den rechnerischen Bedarf um rd. 4.300 VZÄ übersteigen. Diese positive Entwicklung schafft die Voraussetzungen für weitere Verbesserungen des Personalschlüssels und damit der Kita-Qualität.