Senat stärkt Ausbildung: Attraktivität der Praxisanleitung soll durch zusätzliche Anreize gesteigert werden

Pressemitteilung vom 03.12.2019

Aus der Sitzung des Senats am 3. Dezember 2019:

Die Funktion der Praxisanleitung für Auszubildende soll attraktiver gestaltet werden. Primäres Ziel ist es, die Ausbildung zu stärken. Hierfür beabsichtigt der Senat die Schaffung eines nicht-monetären Anreizsystems für das Betreuungspersonal von Auszubildenden im Landesdienst. Das geht aus einer Vorlage von Finanzsenator Dr. Matthias Kollatz hervor, die der Senat heute zur Kenntnis genommen hat. Diese wird nun dem Rat der Bürgermeister zur Stellungnahme zugeleitet.

Bei dieser Ausbildungsoffensive geht es vor allem darum, das unmittelbare Arbeitsumfeld des Betreuungspersonals in den Blick zu nehmen und die Betreuungssituation zu verbessern. So soll beispielsweise zusätzlicher Aufwand als Arbeitszeit angerechnet werden. Auch sollen einheitliche, behördenübergreifende Standards eingeführt werden, um organisatorische Herausforderungen besser zu bewältigen. Dort, wo aufgrund der wachsenden Beschäftigtenzahl der Raumbedarf gestiegen ist, sollen Möglichkeiten ausgelotet werden, Büroflächen umzubauen und zu erweitern.

Senator Dr. Kollatz: „Die Ausbildung von Nachwuchskräften hat angesichts des Fachkräftemangels für Berlin oberste Priorität. In zahlreichen Arbeitsbereichen scheiden kurz- bis mittelfristig viele erfahrene Kolleginnen und Kollegen altersbedingt aus. Umso wichtiger ist es, dass wir frühzeitig unsere Fachkräfte von morgen gewinnen. Mit der Ausbildung legen wir den Grundstock für die künftige Leistungsfähigkeit der Verwaltung. Daher setzen wir alles daran, eine intensive Betreuung durch qualifizierte Praxisanleiterinnen und Praxisanleiter zu gewährleisten. Das entwickelte Anreizsystem ist ein deutliches Signal an das Betreuungspersonal, dass wir ihre Arbeit wertschätzen und würdigen.“

In den vergangenen Jahren ist es – auch aus Gründen der Arbeitsverdichtung bei gleichzeitig steigenden Ausbildungszahlen – immer schwieriger geworden, erfahrene Landesbeschäftigte für die wichtige Aufgabe der Praxisanleitung zu gewinnen. Diese ist zu erfüllen bei Auszubildenden nach dem Berufsbildungsgesetz, dual Studierenden während der praktischen Ausbildung, Beamtenanwärterinnen und Beamtenanwärtern, Referendarinnen und Referendaren sowie Praktikantinnen und Praktikanten.

Mit dem Schnellläuferprojekt Ausbildungsoffensive hat der Senat unter der Federführung der Senatsfinanzverwaltung eine behördenübergreifende Arbeitsgruppe ins Leben gerufen. Involviert waren die Ausbildungsleitungen der Bezirke Mitte, Friedrichshain-Kreuzberg, Spandau, Neukölln, Reinickendorf, Lichtenberg und Marzahn-Hellersdorf sowie eine Vertretung der zentralen Ausbildungsbehörde der Senatsverwaltung für Inneres und Sport und der Verwaltungsakademie Berlin.

Die Arbeitsgruppe hatte zunächst die optimierungsbedürftigen Bereiche definiert. In einem zweiten Schritt wurden die Ursachen für die aktuellen Erschwernisse analysiert. Die daraus entwickelten Lösungsvorschläge sollen jetzt den Rahmen für die weitere politische Diskussion setzen.