Müller zum 30. Jahrestag der Öffnung der Berliner Mauer

Pressemitteilung vom 07.11.2019

Das Presse- und Informationsamt des Landes Berlin teilt mit:

Der Regierende Bürgermeister von Berlin, Michael Müller, erklärt zum 30. Jahrestag der Öffnung der Berliner Mauer:

„Unsere Stadt, die Berlinerinnen und Berliner sowie unsere Gäste aus aller Welt begehen diesen historischen Tag als einen Tag sowohl der Freude als auch der Trauer und des Erinnerns. Ich werde niemals vergessen, wie ich am Abend des 9. November 1989 am Brandenburger Tor gewesen bin, wie wir gefeiert haben und wie wir den Mauerspechten zugesehen haben. Die Freude war in diesen Tagen mit Händen zu greifen. Wie in all den Jahren danach geben wir aber an diesem Tag auch unserer Trauer um die Menschen Ausdruck, die an der Mauer ihr Leben verloren haben und die ihr Leben nicht so haben leben dürfen, wie sie es sich gewünscht haben. Wir erinnern uns jede und jeder für sich, aber auch gemeinsam in den Familien, als Stadtgesellschaft und als zusammen Feiernde daran, wie wir diese Tage vor 30 Jahren erlebt haben, was wir gefühlt haben, was unsere Wünsche und Hoffnungen, was unsere Ängste und Befürchtungen gewesen sind. 30 Jahre sind die Zeitdauer einer Generation, und es ist eine Frist, die Anlass gibt, auch kritisch zu bilanzieren.“

Der Regierende weiter: „Wir müssen uns bewusst machen, dass seitdem eine Generation hinzugekommen ist, denen die Ereignisse vor 30 Jahren und erst recht das Leben mit der Mauer nur aus zweiter Hand bekannt sind. Unsere Aufgabe muss deshalb sein, dass wir als Ältere unser persönliches Zeitzeugnis weitergeben. Denn wir müssen auch hier das Bewusstsein schaffen, dass Freiheit, Demokratie und Rechtsstaat keine Selbstverständlichkeit sind und dass es nicht so lange her ist, dass in unserer Stadt Menschen wie die Bürgerrechtlerinnen und Bürgerrechtler mit hohem persönlichen Risiko zum Beispiel für freie Wahlen, das Recht auf freie Meinungsäußerung oder Reisefreiheit gegen eine Diktatur gekämpft haben.“

Michael Müller: „Ich habe persönlich großen Wert darauf gelegt, dass bei der Organisation des 30-jährigen Jubiläums durch die Fachleute der Kulturprojekte Berlin die Menschen- und Bürgerrechtler aus der damaligen DDR eine wichtige Rolle übernehmen, denn die von ihnen repräsentierte Vorgeschichte liefert erst den Schlüssel zum Verständnis der Maueröffnung. Das Motto lautet deshalb auch ‚30 Jahre Friedliche Revolution – Mauerfall‘. Die gesamte Woche mit zahlreichen Veranstaltung zeigt an sieben Tagen auf, wie sich an sieben Orten die Friedliche Revolution und Mauerfall kristallisiert haben. Und dabei ist natürlich auch gewährleistet, dass Feiern und Erleben nicht zu kurz kommen. Ich bin sicher, dass die geplante Kunstinstallation am Brandenburger Tor Bilder aus der ‚Stadt der Freiheit‘ in alle Welt senden wird, die ebenso spektakulär wie für alle unvergesslich sein werden und die die deutsche Hauptstadt als sympathische, liberale, offene und tolerante Metropole des vereinten Landes zeigen.“

Der Regierende Bürgermeister Michael Müller nimmt aus Anlass des 30. Jahrestags der Maueröffnung an zahlreichen Veranstaltungen teil. Dazu gehört seine Ansprache auf der Festveranstaltung von Senat und Abgeordnetenhaus von Berlin am 8. November 2019 um 11.00 Uhr, am 9. November um 10.30 Uhr die Teilnahme an der Gedenkveranstaltung an der Gedenkstätte Berliner Mauer, um 18.00 Uhr die Rede auf dem Festkonzert der Staatskapelle Berlin am Brandenburger Tor sowie am 10. November um 18.00 Uhr gemeinsam mit Abgeordnetenhaus-Präsident Ralf Wieland die Begegnung u.a. mit dem Ministerpräsidenten des Landes Brandenburg, Dietmar Woidke, auf der Glienicker Brücke zum 30. Jahrestag ihrer Öffnung am 10. November 1989. Weitere Termine, Details und Informationen über die Zugangsbedingungen finden Sie auf der Terminliste des Regierenden Bürgermeisters auf Berlin.de.

Informationen über die Berliner Festivalwoche zum 30. Jubiläum der Friedlichen Revolution und des Mauerfalls vom 4. bis 10. November 2019 finden Sie auf der Internetseite von Kulturprojekte Berlin.